21. September 2011, 08:55 Uhr

»Garten des Gedenkens« auf Synagogengrundstück

Marburg (pm). Die Arbeiten am »Garten des Gedenkens« auf dem ehemaligen Synagogengrundstück in der Universitätsstraße haben begonnen. Das teilte die Stadt mit.
21. September 2011, 08:55 Uhr
Die Arbeiten am »Garten des Gedenkens« haben begonnen. (Foto: pm)

Im September 2008 wurden archäologische Untersuchungen auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in der Universitätsstraße durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass nach der Zerstörung 1938, dem Abbruch der Baureste 1938/39 und der Umgestaltung im Jahr 1963 noch Original-Bausubstanz im Boden erhalten geblieben ist.

Jüdisches Leben würdigen

Die Universitätsstadt und die Jüdische Gemeinde haben sich darauf verständigt, auf dem Grundstück eine neue Gedenkstätte zu errichten, mit der über die Architektur des Synagogenbauwerks und die geschichtlichen Geschehnisse an diesem Ort informiert werden soll. Sie soll den Platz als früheren Ort jüdischen religiösen Lebens würdigen und als einladende Aufenthaltsfläche für die Öffentlichkeit dienen.

In diesen Tagen wurde mit den Arbeiten an dem »Garten des Gedenkens«, wie dieser Platz heißen wird, begonnen. Zunächst wird unterhalb der aus der Zeit zwischen 1180 und 1200 stammenden Stadtmauer eine Hangsicherung in Form einer Stützmauer vorgenommen. Danach sollen die bisher noch nicht archäologisch erkundeten Flächen auf dem Areal untersucht werden. Identisch mit den Grundrissen der ehemaligen Synagoge soll anschließend eine Rasenfläche den Standort andeuten.

Die Gesamtarbeiten des auf 900 000 Euro veranschlagten Projektes sollen nach der Bauplanung rechtzeitig zum Gedenktag am 9. November im kommenden Jahr abgeschlossen sein, heißt es in der Pressemitteilung. 1892 erwarb die Jüdische Gemeinde das Grundstück, auf dem nach Plänen des Architekten Wilhelm Spahr in der Zeit von 1895 bis 1897 die Synagoge errichtet wurde. In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wurde sie vernichtet. Das Gebäude wurde bis etwa 50 Zentimeter unter der Bodenplatte abgetragen und als einfache Grünfläche hergerichtet. 1963 erfolgte erstmalig eine öffentliche Diskussion um die Geschichte dieses Platzes, worauf hin ein Gedenkstein aufgestellt und Grünflächen neu angelegt wurden, informierte die Stadt.

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