14. Juli 2016, 13:24 Uhr

Pferdeherpes in Hessen: Mehrere Tiere eingeschläfert

Limburg (dpa) - Eine Häufung von Pferdeherpes-Fällen macht Tierhaltern in Hessen Sorgen. Zehn Pferde eines Reiterhofes wurden eingeschläfert, 25 Tiere des Betriebes in Beselich sind infiziert.
14. Juli 2016, 13:24 Uhr
(Foto: dpa)

«In 40 Jahren haben ich noch keinen so aggressiven Ausbruch von Pferdeherpes erlebt», sagte Richard Hirschhäuser, Vertrauensarzt des hessischen Pferdesportverbandes, dem Sender Hit Radio FFH. Bei einem der toten Pferde sei das Equine Herpesvirus 1 nachgewiesen worden. Vorsorglich wurden die Landesmeisterschaften der Spring- und Dressurreiter an diesem Wochenende abgesagt. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Der Reiterhof in Beselich steht unter Quarantäne, benachbarte Höfe haben ein Transportverbot für Pferde ausgesprochen und lassen fremde Pferde nicht mehr in ihre Ställe, wie die Sprecherin des Pferdesportverbandes, Heidrun Weitz, erklärte.
Herpesinfektionen bei Pferden werden von verschiedenen, weit verbreiteten Herpesviren ausgelöst. Mit dem Equinen Herpesvirus 1 infizierte Stuten können ihr ungeborenes Fohlen verlieren. Die Viren werden über Tröpfchen etwa beim Niesen übertragen.

Zentrale Infos laut Justus-Liebig-Universität Gießen:

  • Übertragungswege und Ausbreitung der Erkrankung: Die Virusausscheidung erfolgt hauptsächlich über Sekrete aus den Nüstern. Übertragen wird das Virus am ehesten durch direkten Kontakt als Schmier- oder Tröpfcheninfektion von infizierten Tieren auf gesunde Pferde. Aber auch indirekte Übertragungen durch verunreinigte Gegenstände und Personen, die das Virus an Händen, Schuhen und sonstiger Kleidung tragen, sind möglich. Der Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Krankheitserscheinungen (in der Regel Fieber), beträgt meist drei bis zehn Tage, in Einzelfällen wird aber auch von einer längeren Inkubationszeit berichtet.
  • Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung einer EHV-1 Erkrankung: Wie bei vielen Viruserkrankungen ist eine ursächliche Therapie nicht möglich; Behandlungen sind auf die jeweiligen Symptome abzustimmen und sollten vor Ort vom behandelnden Tierarzt individuell erfolgen. Von besonderer Wichtigkeit ist es, Übertragungen auf weitere Pferde zu vermeiden. Da infizierte Pferde das Virus bereits ausscheiden können, bevor Fieber oder andere Symptome auftreten, ist es extrem wichtig, auch (noch) gesund erscheinende Pferde aus betroffenen Ställen (mit gleichem Luftraum) schon beim ersten Verdacht nicht mehr in andere Bestände zu verbringen.

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