Frühlingsboten: Singvögel wie die Kohlmeise trällern nicht nur zum Spaß und für die gute Laune - mit ihren Gesang stecken sie ihr Revier ab und locken Weibchen an. Wie man die einzelnen Sänger erkennen kann? App sei Dank. FOTO: DPA
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Frühlingsboten: Singvögel wie die Kohlmeise trällern nicht nur zum Spaß und für die gute Laune - mit ihren Gesang stecken sie ihr Revier ab und locken Weibchen an. Wie man die einzelnen Sänger erkennen kann? App sei Dank. FOTO: DPA

Am Zwitschern erkennen

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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Gezwitscherte Botschaft: Das ist für viele Zeitgenossen heute das Versenden von Kurznachrichten - twittern. Doch gerade jetzt machen sich die bemerkbar, auf die der Name dieses sozialen Netzwerks zurückgeht. Die Vogelwelt zwitschert den Frühling ein.

Nicht nur auf dem Land, auch in der Stadt sind sie jetzt verstärkt zu hören. Die Vögel haben allerorten mit dem Nestbau begonnen. Mit ihren Gezwitscher stecken die Männchen ihre Reviere ab und locken die Weibchen an. Für die meisten Menschen ist das laute und bunte Gezwitscher dagegen meist nur die musikalische Begleitung des Frühlings.

Doch welcher gefiederte Sänger trällert denn da gerade. Unser Tipp: Lernen sie doch gerade in diesen Tagen einfach mal die Vogelwelt kennen. Das geht trotz der Ausgangsbeschränkungen, die uns durch die Corona-Krise auferlegt sind. Ganz modern mithilfe einer App. Zum Beispiel mit dem kostenpflichtigen "Zwitschomat" (ca. 4,50 Euro) fürs iPhone: Anstatt mit einem Foto, kann man die Vögel auch über ihren Gesang bestimmen. Man zeichnet zwölf Sekunden lang Vogelgezwitscher auf, und die App erkennt anhand des Geräusches, um welchen Vogel es sich handelt. Ein Vogelschutzmodus ermöglicht, die Gesänge leise anzuhören, ohne die Vögel in der Natur zu stören.

Einige andere Tipps hat Dr. Berthold Langenhorst, Fachbereichsleiter Umweltkommunikation beim Naturschutzbund (NABU) Hessen mit Sitz in Wetzlar auf Lager. Er empfiehlt die kostenfreie NABU-App "Vogelwelt", mit der sich 308 Vögel bestimmen lassen. Sie bietet über 1000 Fotos von 308 Arten in ihren typischen Federkleidern. Wichtigste Funktionen sind das Bestimmen, Vergleichen und Melden. Vogelstimmen und Videos können zur kostenlosen Basisversion hinzugekauft werden (erhältlich für iOS und Android). Die App dient nicht nur zur Bestimmung, mit ihr kann man auch an der NABU-Aktion "Stunde der Gartenvögel" im Mai teilnehmen. Ebenfalls kostenfrei ist die App "Vögel am Futterhaus" von Naturgucker. "Mit 35 Arten ist die App recht klein, zeigt aber die typischen Arten im Garten. Das ist gut für Anfänger", erklärt Langenhorst.

Des Weiteren nennt er die kostenpflichtige "Kosmos Vogelführer"-App (14,99 Euro). Sie beruht auf einem Bestimmungsbuch und umfasst alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens, ist also eher etwas für Fortgeschrittene.

Ein weiterer Tipp des Experten: "Für das Lernen von Vogelstimmen kann man zum Beispiel auch bei einem Spaziergang oder im Garten Vogelstimmen mit dem Smartphone aufnehmen und später mit Vogelstimmen auf CD oder im Internet vergleichen." Effektiv sei auch das NABU-Vogelstimmenquiz, bei dem man spielerisch Vogelstimmen kennenlernt.

Auf Bodenbrüter Rücksicht nehmen

Da die Balz- und Brutzeit schon voll im Gange ist, sind die meisten Singvögel schon wieder rund ums Haus aktiv. Ob Amsel, Sperling, Kohl- und Blaumeise, Grünspecht, Rotkehlchen, Zilpzalp, Buchfink oder Star: Fast die ganze Vogelschar brütet.

Selbst wenn es mit dem obligatorischen Spaziergang in den Wald coronabedingt nicht klappen sollte, kann man also auch ums eigene Domizil auf Vogelstimmenerkundung gehen. Besonders für Kinder ist das interessant.

Für den Marsch in die nach wie vor unter den bekannten Bedingungen zugängliche Natur hat Langenhorst allerdings noch einige Empfehlungen: "Wichtig ist es, beim Spaziergang Rücksicht auf die Bodenbrüter zu nehmen und nicht quer über Wiesen zu laufen." Typische Vertreter dieses Spezies seien Feldlerche, Wiesenpieper, Rebhuhn und Kiebitz. "Bodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest am Boden bauen und durch Menschen und frei laufende Hunde stark gefährdet sind. Bei Störungen verlassen sie das Nest und lassen die Eier und Jungvögel zurück, die auskühlen und absterben können", warnt Langenhorst.

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