Zoll stoppte abermals illegalen Mülltransport

Gießen/Limburg (pm). Beamte einer Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Gießen haben auf der Autobahn 3 bei Limburg erneut einen illegalen Abfalltransport nach Afrika gestoppt und die Ladung sichergestellt.

Gießen/Limburg (pm). Beamte einer Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Gießen haben auf der Autobahn 3 bei Limburg erneut einen illegalen Abfalltransport nach Afrika gestoppt und die Ladung sichergestellt. Wie erst vor rund zwei Wochen "fischten" die Zöllner einen Lkw aus dem Verkehr, der mit drei Gebrauchtfahrzeugen beladen auf dem Weg nach Antwerpen war.

Bei zwei geladenen Fahrzeugen – beides Kleintransporter – waren die Türen zugenietet und die Fensterscheiben zugeklebt. Bei dem dritten Fahrzeug handelte es sich um ein ausrangiertes Müllfahrzeug. Die Fahrzeuge sollten im Auftrag eines Versenders aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Lagos in Nigeria verschifft werden.

"Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt, wissen wir noch nicht. Wir gehen aber davon aus, dass mit solchen Transporten vermehrt versucht wird, die Abfallverbringungsverbote zu umgehen", berichtete Michael Bender vom Hauptzollamt Gießen.

Erst mit Unterstützung der freiwilligen Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) aus Wetzlar gelang es den Zollbeamten die Innenräume der Altautos zu inspizieren. Dabei musste das THW schweres Gerät einsetzen um die tonnenschwere Heckklappe des Müllwagens zu öffnen. Man hatte offensichtlich die Elektrik und die Hydraulik des Fahrzeuges außer Kraft gesetzt, um ein Öffnen zu verhindern.

Der Grund dafür offenbarte sich den Zollbeamten als sie dann in das Innere des Müllautos schauen konnten. Das war mit alten Kühl- und Gefriergeräten sowie einigen Monitoren vollgestopft. Die Begutachtung durch Fachleute des für Abfallvermeidung zuständigen Regierungspräsidiums Gießen ergab, dass alle Kühlgeräte FCKW-haltige Kompressoren enthielten und ihre Ausfuhr daher verboten ist.

Auch in den überwiegend mit Elektroschrott, Autoteilen und Altkleidern bis unters Dach beladenen Kleintransportern fanden die Kontrolleure mehr als 20 Geräte mit Kühlkompressoren. Die meisten davon enthielten FCKW-haltige Kühlmittel weshalb die Mitarbeiter der Abfallbehörde die Ausfuhr untersagten. Aber auch die lose Schüttung von zahlreichen Elektrogeräten, Fernsehern und Monitoren stuften sie als gefährlichen Abfall ein und untersagten deren Ausfuhr.

Gegen den Versender leiteten die Zöllner ein Strafverfahren wegen illegaler Abfallverbringung sowie Verstoß gegen die FCKW-Verordnung und das Chemikaliengesetz ein. Sie übergaben den Fall an die Kollegen des Frankfurter Zollfahndungsamtes, die Ermittlungen aufnahmen.

Darüber hinaus muss er die Kosten für die fachgerechte Entsorgung des Mülls zahlen.

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