Zielscheiben von Wut und Zorn

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Bedrohungen, respektloses und aggressives Verhalten bis hin zu körperlicher Gewalt: Immer mehr Lokal-politiker sehen sich Übergriffen oder Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Das Demokratiezentrum Hessen mit Sitz in Marburg intensiviert deshalb jetzt sein kostenfreies Angebot, um Kommunen gezielt zu helfen.

?Was ist das Demokratiezentrum Hessen?

Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus vorzubeugen und entgegenzuwirken - das ist das Ziel und Aufgabe des Beratungsnetzwerks Hessen. Seit dem Jahr 2007 berät es in solchen Fällen Hilfesuchende - etwa Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine sowie Opfer von Gewalt und Diskriminierung.

?Wie arbeitet das Beratungsnetzwerk?

In dem Netzwerk kooperieren zahlreiche staatliche, unabhängige und kirchliche Institutionen, Organisationen, Vereine, öffentliche und freie Träger aus Hessen sowie landesweit eingesetzte mobile Berater. Die Zentrale ist an der Philipps-Universität in Marburg angesiedelt. Es vermittelt Ansprechpartner vor Ort, koordiniert Beratungen und dokumentiert die Arbeit des Netzwerks.

?Warum rücken Hilfen für Kommunen nun in den Fokus?

Weil die Angriffe gegen lokale Mandatsträger zunehmen. Laut einer Umfrage von "Report München" vom März dieses Jahres wurden knapp zwei Drittel (64 Prozent) aller Bürgermeister in Deutschland mindestens schon einmal beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen. 2019 waren es 41 Prozent. Auch Mitarbeiter in der Verwaltung und Gemeinderäten werden laut dem Netzwerk angegriffen.

?Wie will das Netzwerk den Kommunen helfen?

Mit seinem neuen gezielten Angebot berät und begleitet das Demokratiezentrum Hessen laut Mitarbeiter Gerolf Nittner kommunalpolitisch Verantwortliche im Umgang mit Anfeindungen und Bedrohungen. Es hilft demnach in akuten Fällen, aber auch vorbeugend - zum Beispiel bei der Entwicklung und der Umsetzung geeigneter Strukturen und Handlungsempfehlungen vor Ort. Hinzukommen Fortbildungsangebote, darunter Schulungen, Workshops und Präsentationen. An dem Programm interessierte Kommunen analysieren gemeinsam mit den Beratern die jeweilige Situation vor Ort und entwickeln auf dieser Grundlage passgenaue Handlungskonzepte.

?Wie finanziert sich das Beratungsnetzwerk?

Durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" sowie das Landesprogramm "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus". Durchgeführt werden sie in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden in Hessen, insbesondere dem Städte- und Gemeindebund, sowie dem Hessischen Innenministerium.

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