Zahl der bestätigten Infektionen wächst stärker

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Wiesbaden- Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Hessen so stark gestiegen wie seit einigen Tagen nicht mehr. Jüngst kamen wieder 63 neue Fälle hinzu, wie das Sozialministerium mitteilte. Seit Beginn der Pandemie wurden 10 503 nachweislich infizierte Menschen gezählt. Die Summe der Todesfälle in Hessen, die mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich um einen auf 499. Vom Schwellenwert für eine Verschärfung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind alle Städte und Kreise weit entfernt. Dieser liegt bei 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen. Den höchsten Wert hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit 17. Dahinter folgen der Werra-Meißner-Kreis mit zwölf und die Stadt Kassel mit elf. Die weiteren aktuellen Entwicklungen im Überblick:

Corona-Ausbruch:Nach 20 Corona-Fällen in einer Geflüchtetenunterkunft sind in Kassel 60 Menschen in Quarantäne. Es handele sich um den bisher größten Ausbruch in der Stadt, sagte Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote (Grüne). Eine Grundschule und ein Hort wurden vorläufig geschlossen. Rund 150 Menschen wurden und werden insgesamt getestet. Es gebe unter den Infizierten bisher keinen schweren Krankheitsverlauf.

Studien:Hessen will mit Corona-Studien bei besonderen Risikogruppen mehr über die Infektionsverläufe und geeignete Testmethoden lernen. Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte an, dass dafür 50 Pflege- und Altenheime ausgewählt werden.

Start der Studie soll im Frühherbst sein. Sie soll etwa acht bis zwölf Wochen dauern. Gerade die Bewohner der Alten- und Pflegeheime seien besonders durch einen Ausbruch des Coronavirus gefährdet, erklärte der Minister. Bekannt sei, dass das Risiko für eine Ansteckung in diesen Einrichtungen vor allem von den Personen ausgeht, die von außen in diese Strukturen neu oder wiederholt hineinkommen. Bei der Teststudie seien deswegen vor allem die Personen im Fokus, die neu in die Heime aufgenommen werden, sowie das Personal. Es läuft bereits eine Corona-Studie in 60 hessischen Kitas.

Finanzhilfen- Bei der Bereitstellung der Finanzmittel des Landes Hessen zur Bewältigung der Corona-Krise bleiben die Fronten zwischen Landesregierung und Opposition verhärtet. Eine weitere Gesprächsrunde am Freitag endete nach Informationen aus Verhandlungskreisen ohne Annäherung. Die schwarz-grüne Regierungskoalition will ein umfassendes kreditfinanziertes Sondervermögen in Höhe von zwölf Milliarden Euro für die Corona-Kosten einsetzen. Die Opposition ist dagegen der Meinung, weitere Nachtragshaushalte sollten dafür genutzt werden.

Sonntagsöffnung- Der Kurs der Landesregierung im Umgang mit Sonntagsöffnungen von Läden stößt auf ein geteiltes Echo. Während die Gewerkschaft Verdi es begrüßte, dass wieder zu den gesetzlichen Regelungen aus der Vor-Corona-Zeit zurückgekehrt werde, kam scharfe Kritik von Handelsverband Hessen. Es sei nicht in Ordnung, dass die Regierung die bereits verkündete Möglichkeit zur Öffnung der Läden sonntags von 13 bis 18 Uhr bis zum 16. August nun ersatzlos gestrichen habe. Der Verband begründete: Gerade für die Innenstadt-Akteure der Mittelzentren und Kleinstädte seien die Zusatz-Öffnungszeiten eine Chance, um die angeschlagene wirtschaftliche Situation zu stärken. dpa

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