YouTuber-Aktion

YouTuber-Fan-Treffen eskaliert auf Zeil in Frankfurt - Veranstalter veröffentlicht Video

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Etwa 600 junge Leute folgen am Samstagabend dem Aufruf eines YouTubers und treffen sich in der Frankfurter Innenstadt. Am Ende fliegen Steine auf die Polizei. Nun äußert sich der YouTuber zum Vorfall.

Ein Treffen von Fans eines YouTubers endete am Samstagabend in der Frankfurter Innenstadt mit einer gewalttätigen Auseinandersetung mit der Polizei. Etwa 600 junge Menschen versammelten nach Angaben der Polizei auf der Einkaufsmeile Zeil. Es flogen Steine und ein Beamter wurde mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Nun hat sich der YouTuber, der im Internet zu dem Treffen aufgerufen hatte, in sozialen Netzwerken zu dem Vorfall zu Wort gemeldet.  

"Ich habe ein spontanes Fantreffen in Frankfurt gemacht, und die Sache ist komplett eskaliert", sagt Kaan Yavuzyasar in dem 13-minütigen Videoclip, den er am Sonntag auf seinem YouTube-Kanal Yavi-TV unter dem Namen Kaan Yavi veröffentlichte. Der Kanal hat über 300 000 Abonnenten. "Ich habe mit so was niemals gerechnet, und es auch niemals gewollt", sagt der 21-Jährige über die Steinwürfe. In dem Video zeigt und kommentiert Yavi Ausschnitte des Treffens. Auf den Aufnahmen sind vor allem junge Männer zu sehen sowie Polizeibeamten im Einsatz. Auf seinem Instagram-Profil ist Yavi zu sehen, wie er zwischen Polizeibeamten steht. Unter dem Foto schreibt er: "Das Fantreffen wurde leider gestern abgeblasen, die Polizei hat mich abgeführt und ich habe ein Platzverweis bekommen. Tut mir leid für jeden der da war und extra von weiter weg kam". 

Mit dem Treffen soll der Nordrhein-Westfale den Frankfurter YouTuber Mohamed Satiane, der unter dem Namen Momonews auf Instagram für mehr als 300 000 Fans postet, zum "eins gegen eins" aufgefordert haben. In dem entsprechenden Video soll er ein Ei auf  der Zeil zerschlagen haben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der mutmaßliche Frankfurter Kontrahent war am Samstagabend jedoch nicht auf der Zeil erschienen, heißt es. Von Medien, wie etwa der Bildzeitung, fühle er sich falsch verstanden, sagt Yavi in seinem neusten YouTube-Video. Er habe nicht zu einer Schlägerei mit einem anderen YouTuber aufgerufen. Er habe nur Fotos mit seinen Fans machen wollen. Seinen Aufruf per Video habe er wegen der Missverständnisse aus dem Netz genommen. 

Zeil Frankfurt: Verletzte nach YouTuber-Aktion

Die Polizei rückte am Samstagabend an, da die jungen Leute den Angaben zufolge keine Rücksicht auf Passanten auf der Zeil nahmen. Die Beamten erteilten dem Veranstalter einen Platzverweis. Ein Polizist erhielt daraufhin einen Faustschlag ins Gesicht. Der Angreifer - vermutlich ein 17-Jähriger - wurde festgenommen und dabei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Als Reaktion darauf flogen aus der Menge Steine, die drei Beamte trafen. Zwei Stunden später löste sich die Gruppe auf. Die Polizei teilte bereits am Wochenende mit, dass es sich um die Aktion von zwei YouTubern gehandelt habe. Nun werde geprüft, ob die Verantwortlichen für die Kosten des Einsatzes aufkommen müssen. 

Eine Frau, die sich während des Treffens offenbar in der Frankfurter Innenstadt aufhielt, veröffentlichte dieses Foto bei Twitter:

YouTuber-Streit eskalierte auch in Berlin

Nicht zum erstem Mal eskaliert eine Veranstaltung im echten Leben, zu der Internet-Promis ihre Fans im Netz aufrufen. Auch in Berlin war in der vergangenen Woche ein Treffen aus dem Ruder gelaufen, zu dem YouTuber aufgerufen hatten. Der Rapper Thatsbekir aus Stuttgart (rund 260 000 Follower) und Bahar Al Amood aus Berlin (13 000 Follower) verkündeten auf der Videoplattform ein Treffen auf dem Alexanderplatz. Dort versammelten sich am Donnerstag etwa 400 Jugendliche und gingen mit Faustschlägen, Fußtritten und Pfefferspray aufeinander los. Der Grund für die Schlägerei soll der schon länger im Netz andauernden Streit der zwei YouTuber sein.

Info

Mehr als 30 000 Menschen bei Demonstrationen in Frankfurt

Am Samstag kamen in Frankfurt Tausende Menschen zu unterschiedlichen Demonstrationen zusammen. Rund 25 000 Menschen aus ganz Deutschland haben das kurdische Neujahrsfest Newroz gefeiert und auf zwei Demonstrationszügen Frieden und Demokratie im Mittleren Osten gefordert. Die Veranstaltung in Frankfurt war die zentrale Newrozfeier in Deutschland und verlief nach Polizeiangaben friedlich. Außerdem gingen nach Polizeiangaben rund 8000 Teilnehmer gegen den umstrittene Internet-Uploadfilter auf die Straße. Etwa 1300 Menschen protestierten zudem unter dem Motto "Solidarität mit den Betroffenen - gegen den Rechtsruck von Staat und Gesellschaft". Nach bisherigen Erkenntnissen besteht kein Zusammenhang zwischen den Demonstrationen und dem Treffen der YouTube-Fans in Frankfurt. 

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