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Chef-Trommler Valdomiro Dias

Ein Workshop mit exotischem Ambiente

Seit einigen Jahren ist weltweit ein stetig zunehmendes Interesse an kapverdischer Musik festzustellen. Durchaus vorstellbar, dass Musikliebhaber aus aller Welt künftig nach "Cabo Verde" reisen, um vor Ort von einheimischen Musikern in die Geheimnisse dieser Musik eingeweiht zu werden.

Seit einigen Jahren ist weltweit ein stetig zunehmendes Interesse an kapverdischer Musik festzustellen. Durchaus vorstellbar, dass Musikliebhaber aus aller Welt künftig nach "Cabo Verde" reisen, um vor Ort von einheimischen Musikern in die Geheimnisse dieser Musik eingeweiht zu werden. In dieser Form eines "sanften Tourismus" liegt insbesondere für die Insel Fogo eine große Chance.

Markus Leukel aus Staufenberg-Treis ist davon überzeugt, hat den nächsten Schritt gewagt: Im März gab es erstmals einen solchen Workshop, angeführt von keinem Geringeren als von Valdomiro Dias, dem 73-jährigen "Chef-Trommler" der Insel Fogo. Leukel selbst hatte im Oktober 2008 zwei Wochen lang Privatunterricht bei Senior Valdomiro - mit durchschlagendem Erfolg. Als erstem Ausländer überhaupt wurde dem Treiser im April 2009 die Ehre zuteil, bei den alljährlichen "Festas da Bandeiras" mitzuspielen.

Diese Tatsache und die herzliche Aufnahme der "Estrelas" seinerzeit in Mittelhessen noch gut im Gedächtnis, fiel die Begegnung mit der deutschen Reisegruppe auf Fogo entsprechend herzlich und überschwänglich aus. Valdomira Dias zeigte überschäumende Freude, die sich schnell auf alle Reisenden übertrug. Unvergessen bleibt jener Sonntagnachmittag, an dem man sich zum "Workshop" in des Meisters bescheidenem Heim traf. Bei geöffneten Türen und Fenstern legte die Trommelgruppe los. Schnell war die ganze Nachbarschaft anwesend - es wurde gelacht, gesungen und getanzt.

Teile von Valdomiros Wohnzimmer gleichen einem Altar: Von den Wänden künden Zeitungsartikel und Bilder von den für kapverdische Verhältnisse geradezu sensationellen Auftritten 2009 in Lich und Gießen. Und der Cheftrommler selbst trägt noch heute stolz ein Armbändchen, das ihn als "VIP" bei einem der Auftritte in Europa auswies. Besondere Wertschätzung brachte Valdomiro seinen Gästen zum wehmütigen Abschied mit einer Rede entgegen - "auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!"

Unvergessen bleiben auch die Begegnungen mit Idalina, der 85 (!) Jahre alten Coladeira, die sich unbeschreiblich über das Wiedersehen mit ihren Freundinnen und Freunden aus Deutschland freute: Mit den "Estrelas do Fogo" war sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal in ihrem langen Leben auf Weltreise gegangen - daran und an die vielen Erlebnisse muss sie oft denken.

Idalina konnte sich ihrer (Freuden-)Tränen kaum erwehren, die sie immer und immer wieder mit einem Tuch wegwischte.

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