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Polizeieinsatz (Symbolbild)

Wohnungen von 19 Personen in Mittelhessen durchsucht

Gießen (pm). Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen eine Personengruppe wegen Handels mit der Barbie-Droge Melanotan. Das nicht zugelassenes Mittel gilt als "bedenklich".

Polizei und Staatsanwaltschaft in Gießen ermitteln seit einiger Zeit bundesweit wegen Handels mit der Barbie-Droge Melanotan. Zwischenzeitlich werden der beschuldigten Personengruppe über 1000 Warensendungen angelastet. Die Ermittlungen, insbesondere wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, dauern an. Bereits im November wurden in Gießen, Pohlheim, Hungen, Lich und Wetzlar die Wohnungen von 19 Personen durchsucht. Zeitgleich fanden in Baden-Württemberg drei weitere Durchsuchungen statt.

Die Beschuldigten stehen laut gemeinsamer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom gestrigen Freitag im Verdacht, die Wirkstoffe Melanotan I und II bundesweit versandt zu haben. Melanotan ist ein synthetisches Peptidhormon, das für die Behandlung von Patienten entwickelt wurde, die an starker Lichtempfindlichkeit leiden. Melanotan befindet sich noch in der klinischen Prüfung und hat weltweit keine Zulassung als Wirkstoff in einem Arzneimittel. Melanotan II wird zudem als "bedenklich" eingestuft. Dennoch hielt es die Interessenten anscheinend nicht davon ab, das Präparat, das in Injektionsampullen und Pumpdosierungen als Nasenspray angeboten wird, zu erwerben und sich selbst zu verabreichen.

Die Anwender versprechen sich davon ohne Rücksicht auf die Gesundheitsrisiken die in der Werbung beschriebene körpereigene Anregung zur intensiven Bräunung ihrer Haut, Appetitzügelung und nicht zuletzt eine Steigerung der Libido.

Als vorläufiges Ergebnis der Durchsuchungen, bei denen zahlreiche Beweismittel sichergestellt werden konnten, sowie nach Auswertung zahlreicher Vernehmungen, steht für die Ermittler nun fest, dass zwei junge Männer aus Mittelhessen mindestens seit Mitte 2009 die unerlaubten Arzneimittel im Internethandel vertrieben haben. Einzelne Lieferungen erfolgten auch in die Schweiz und nach Österreich.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden Gelder in Höhe von rund 36 500 Euro und ein hochwertiger 7er BMW beschlagnahmt. Den Wirkstoff haben sie von einem Arzneimittelhersteller aus Shanghai bezogen. Alleine im zweiten Halbjahr 2010 hatten sie mehr als 3000 Ampullen mit jeweils 10 mg Wirkstoff geordert.

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