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"Wise Guys" auf "Achterbahn"-Tour in der Wetzlarer Rittal-Arena: (von links) Daniel "Dän" Dickopf (Bariton), Marc "Sari" Sahr (Bariton), Andrea Figallo (Bass, seit 2013), Edzard "Eddi" Hüneke (Bariton) und Nils Olfert (Tenor). (Foto: chl)

Wise Guys glänzen vor 1800 Zuschauern in der Rittal-Arena

Wetzlar (chl). Singen im Geschwindigkeitsrausch kann sich zu einer äußerst mitreißenden und heiteren Angelegenheit aufschwingen. Grund für das A-cappella-Quintett "Wise Guys" am Sonntagabend in der Wetzlarer Rittal-Arena auf der von ihr besungenen "Achterbahn" einmal richtig Vollgas zu geben, dass sich die Bretter biegen.

Denn der Titelsong des gleichnamigen aktuellen Erfolgalbums der Kölner Vokalpop-Band sorgte mit seinem flotten Tempo und dem zackigen, stimmlichen Beat gleich zu Beginn des Konzerts für mächtig klingenden Fahrtwind. Der gab den rund 1800 Fans das Gefühl, mittendrin zu sitzen. Und solche Zeilen wie "mit 120 Sachen ... bis das Herz zum Hals hoch schlägt" wurden regelrecht spürbar. Doch so eine Achterbahnfahrt kommt im Sinne der Wise Guys natürlich auch metaphorisch zur Geltung – es geht wie im Leben auf und ab, mit Be- und Entschleunigung.

Entsprechend trumpfte das Programm nicht nur mit Spaß und guter Laune auf, sondern machte auch Platz für die nachdenklichen und melancholischen Töne. So berührt das gefühlvolle Liebeslied "Dein Blick" einen tatsächlich "in der Seele". Zumal die Stimmenführung bei dieser Ballade entsprechend wirkungsvoll arrangiert ist.

Auf ähnliche Weise wirkt die neue Lieblingsballade des Quintetts "Ein Engel": Trost spendend und Mut machend steht das Lied genauso wie "Immer für dich da" für die bekannt lieblich-seichte und herzberührende Ader der "Wise Guys".

Dass die Sänger Daniel "Dän" Dickopf (Bariton), Edzard "Eddi" Hüneke (Bariton), Marc "Sari" Sahr (Bariton), Nils Olfert (Tenor) sowie der erst seit 2013 mitwirkende Andrea Figallo (Bass, ehemals bei "The Flying Pickets") mit "Achterbahn" aber nun erst recht ihre früher oft nachgesagte biedere Schürze ablegen, beweisen sie mit den in punkto Sound, Spaß und Mitreißgefühl angefütterten neuen Up-Tempo- und Groove-Songs. Das ist wohl auch Neuzugang Figallo anzurechnen, der als gleichzeitiger Produzent der neuen Platte, so beichtet Dickopf, seinen Mitsängern angeordnet habe, für die Aufnahmen einmal ganz ohne Metronom zu arbeiten. Das macht die Lieder lockerer, natürlicher und lebendiger – auch auf der Bühne. Das merkte auch das Publikum, und ging bei so rockigen und poppigen Nummern wie "Antidepressivum" oder "Ich bin wie ich bin", beim discobeat-artigen Lied "Generation Hörgerät" oder beim locker-flockigen "Ich kann nur den Refrain" vom Beat angesteckt mit.

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