Die Kinder einer Kasseler Kita schicken Passanten gute Wünsche mit auf den Weg. Die Zahl der Corona-Infizierten in Hessen ist allerdings auch am Dienstag wieder gestiegen. FOTO: DPA
+
Die Kinder einer Kasseler Kita schicken Passanten gute Wünsche mit auf den Weg. Die Zahl der Corona-Infizierten in Hessen ist allerdings auch am Dienstag wieder gestiegen. FOTO: DPA

Wirtschaft hofft auf Lockerungen

  • vonDPA
    schließen

Die Zahl der Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 steigt in Hessen noch immer. Ein Ende der Beschränkungen zur Eindämmung des Virus ist nicht in Sicht. Unternehmer hoffen aber auf schrittweise Lockerungen nach den Osterferien.

Hessen bewegt sich bei weiter steigenden Corona-Infektionszahlen auf das Osterfest zu. Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete am Dienstag 4845 bestätigte Ansteckungen mit dem Erreger SARS-CoV-2, 177 mehr als am Vortag. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um 15 auf 79.

Die Folgen der Krise wirken sich weiterhin auf sämtliche Lebensbereiche aus. Ein Überblick der Entwicklungen:

Weniger Osterverkehr:Der ADAC Hessen-Thüringen erwartet an Ostern deutlich weniger Verkehr als in den vergangenen Jahren. Lediglich am Gründonnerstag und dem Ostermontag könne es auf Hessens Straßen voll werden, teilte der Autofahrerclub mit. An beiden Tagen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit Pendler unterwegs, die über das Wochenende nach Hause fahren. Vor allem auf den Autobahnen 3 und 5 rund um Frankfurt kann es den Angaben zufolge eng werden. "Auch wenn es schwerfällt, sollte am Osterwochenende auf nicht notwendige Fahrten verzichtet werden", riet ein ADAC-Sprecher.

Unternehmer:Die hessische Wirtschaft dringt auf eine Lockerung der geltenden Corona-Einschränkungen nach den Osterferien. Man hoffe auf eine schrittweise Öffnung von Geschäften und Restaurants sowie von Kindertagesstätten und Schulen ab 20. April, teilte die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) mit. Voraussetzung sei, dass der Infektionsschutz dies erlaube. Die Wirtschaft solle schnellstmöglich schrittweise zur Realität zurückkommen. Der Verband fordere aber keine vorzeitigen Lockerungen in den Osterferien, betonte Präsident Wolf Matthias Mang. Eine Woche, nachdem der Antrag auf Corona-Soforthilfe online gestellt wurde, sind nach Angaben von Ministerien knapp 250 Millionen Euro an kleine Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige in Hessen ausgezahlt worden. Auch Vereine könnten Soforthilfe beantragen.

Quarantäne für Rückkehrer:Nach dem Beschluss des Corona-Krisenkabinetts in Berlin über eine Quarantäne für Rückkehrer aus dem Ausland ist die genaue Umsetzung in Hessen noch offen. "Derzeit laufen dazu Abstimmungen auf Bund/Länder-Ebene", teilte das Sozialministerium mit. Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung erst ab 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer.

"Hilferufe" von Zahnärzten:Die Zahnarztpraxen in Hessen fühlen sich bei der Versorgung mit Schutzausrüstung und bei der finanziellen Absicherung benachteiligt. Täglich erreichen den Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen, Michael Frank, "Hilferufe" von Kollegen auf der Suche nach Schutzmasken, Handschuhen oder Desinfektionsmittel. "Wir werden jeden Tag weiter vertröstet", sagte Frank.

Gottesdienstverbot:Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Kassel hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt. Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzlichen Grundlage getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer umfassenden Versorgung von Covid-19-Patienten.

Warnung vor Kriminalität:Das Regierungspräsidium Darmstadt hat vor kriminel-len Geldwäschemachenschaften gewarnt. Die Pandemie wirke sich auch auf die organisierte Kriminalität aus, teilte die Behörde mit. Kriminelle könnten versuchen, Gelder aus Straftaten zu investieren und so zu waschen. Als potenzielle Einfallstore würden Fachleute die Aufkäufe von Cafés und Restaurants sehen, die die Krise nicht überstehen. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare