"Wir wollen den Qualitätstourismus weiter vorantreiben"

Wetzlar (ort). Burgen, weite Panoramen, dichte grüne Wälder sowie klare Bäche und Flüsse - all das können Touristen nach Angaben des Geschäftsführer des Lahntal-Tourismusverband (LTV), Achim Girsig, von der Lahntalquelle bis zur -mündung erleben.

Dieses Angebot haben im vergangenen Jahr neben zahlreichen Übernachtungsgäste auch Tagesausflügler genutzt. "Der Tourismus ist für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", sagte der Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster, gestern bei der Vorstellung der Marketingstrategie 2008 in der Zentrale des LTV in Wetzlar. Schuster ist seit Ende 2007 der neue Vorsitzende des LTV und hat damit seinen Gießener Amtskollegen Willi Marx abgelöst.

Die aktuellen Zahlen sprechen für eine erfolgreiche Marketingstrategie im vergangenen Jahr. Der LTV, in dem die Arbeit von drei Bundesländern, sechs Landkreisen, 27 Kommunen und fünf Wandervereinen koordiniert wird, konnte bei den Gästeankünften ein Plus von 4,2 Prozent und bei den Gästeübernachtungen ein Plus von 7,5 Prozent verzeichnen. Das Gesamtbudget steigerte sich von 340000 Euro in 2007 auf 415000 Euro in diesem Jahr, von denen der LTV den Großteil in das touristische Marketing investieren wolle. "Damit liegt der LTV über dem hessenweiten Durchschnitt", berichtete Girsig stolz.

In der Regel bleiben die Übernachtungsgäste für 2,6 Tage im Lahntal. In dieser Zeit können sie sich neben den Sehenswürdigkeiten auf die drei "Standbeine" der Tourismusregion Lahntal freuen: Wandern, Rad- und Kanufahren. Um diese Aktivitäten in den Mittelpunkt zu rücken, rührte der LTV seit Beginn des Jahres auf unterschiedlichen Tourismusmessen die Werbetrommel. Die Vorzüge des Lahntals wurden den Messebesuchern ebenso in Deutschland - Hamburg, Essen, Brüssel, Limburg - wie auch im holländischen Utrecht und im belgischen Brüssel näher gebracht. "Unser Angebot wurde von einem Großteil der insgesamt bis zu einer Million Messebesuchern sehr gut angenommen", resümierte Girsig.

Als nächstes stünden die Fachkontakte, die es während der Internationalen Tourismusbörse (ITB) vom kommenden Mittwoch bis Sonntag in Berlin zu knüpfen gilt, auf dem Programm. Das Land Hessen wird in Berlin eine eigene Halle haben, in der auch der LTV vertreten sein wird. Ein weiterer wichtige Informationsfaktor ist laut Girsig das Broschürenangebot des Verbands. Entgegen dem Trend Informationsmaterial ausschließlich im Internet herunterzuladen, sei die gedruckte Broschüre für die Touristen "immer noch von Bedeutung", so Girsig. Neben den sogenannten "Image-Flyern" müsse besonders das Gastgeberverzeichnis mit einer Auflage von 40000 Stück erwähnt werden, in dem sämtliche Hotels, Pensionen und Gasthöfe im Lahntal illustriert sind. Trotzdem bleibt das Internet eine schnelle und moderne Möglichkeit, sich detalliert über das Lahntal zu informieren. Auf die Internetseite des LTV (www.daslahntal.de) haben im letzten Jahr rund 300000 interessierte Urlauber auf die Seite zugegriffen -für den Verband ein deutlich positives Zeichen. Immerhin konnte im vergangenen Jahr eine Verdopplung der Klicks im Vergleich zu 2006 verzeichnet werden.

"Gäste sind unsere Kunden", ergänzte Landrat Schuster - und Kunden mit Informationen über die Tourismusregion zu versorgen, sei Teil eines erfolgreichen Marketings. Eine Vorbildfunktion für andere Regionen falle dem LTVin Bezug auf die Kanufahrten auf der Lahn zu. "Wir wollen den Qualitätstourismus vorantreiben", so Girsig. Dabei habe der Verband auch den Umweltschutz im Blick. Es gebe explizit ausgeschriebene Ein- und Aussteige- sowie Rastmöglichkeiten für Touristen. Die Natur solle nicht durch den Tourismus in Mitleidenschaft gezogen werden: Sie sei für die Besucher während der sportlichen Aktivitäten von der Lahnquelle bis zur -mündung ein Höhepunkt - dabei solle es auch in Zukunft bleiben.

Immerhin verzeichnete der LTVim vergangenen Jahr mehr als 140000 Kanufahrer auf der Lahn und mehr als 250000 Fahrradfahrer entlang des Flusses.

Zur Weiterentwicklung für 2008 gehört laut Girsig insbesondere die Qualitätssteigerung des Lahntal-Wanderwegs. Der LTV strebt ganz konkret die Klassifizierung durch den Deutschen Wanderverband (DWV), der das Siegel "Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland"vergibt, an. In den kleineren Kommunen müsse da noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, so Girsig. Der Geschäftsführer des Tourismusverbands hat sein Ziel für 2008 klar vor Augen:"Wir wollen den Qualitätstourismus vorantreiben."

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