"Wir freuen uns auf die Landesgartenschau"

Friedberg (gk). Ministerpräsident Roland Koch hielt am Dienstag in der Stadthalle Friedberg während des Hessischen Gartenbautages vor rund 200 Delegierten des Gärtnereiverbandes ein engagiertes Plädoyer für mehr qualitatives Wirtschaftswachstum.

Friedberg (gk). Ministerpräsident Roland Koch hielt am Dienstag in der Stadthalle Friedberg während des Hessischen Gartenbautages vor rund 200 Delegierten des Gärtnereiverbandes ein engagiertes Plädoyer für mehr qualitatives Wirtschaftswachstum. Bad Nauheims Bürgermeister Bernd Witzel nutzte als Gastredner die Gelegenheit, um auf "die hervorragende Zusammenarbeit" mit dem Verband hinzuweisen, wofür er dessen Präsident Jürgen Mertz seinen Dank aussprach. Witzel ("Blumen sind mein Hobby") zeigte sich hocherfreut darüber, dass bis Weihnachten bereits über 6000 Dauerkarten für die Landesgartenschau im Sommerhalbjahr verkauft waren. Gleichzeitig beklagte Witzel die "Hartleibigkeit" der Landesregierung in puncto finanzielle Beteiligung. Immerhin seien weitere 150 000 Euro Landeszuschuss in Aussicht gestellt worden.

Mertz dankte Witzel seinerseits für die Zusammenarbeit bei der LGS-Vorbereitung. Leider könne man dies über die bisherige Kooperation mit dem nächsten Standort Gießen nicht sagen. Es sei bereits ein Jahr ungenutzt vergangen, ohne dass der Gärtnereiverband in die Vorbereitung einbezogen worden wäre. Mertz forderte ein gesetzlich verankertes Mitspracherecht des HGV bei der Vergabe künftiger Landesgartenschauen - wie in Bayern und Baden-Württemberg der Fall. Bislang entscheidet allein die Landesregierung über die Gartenschau-Standorte.

Landesgartenschauen sollten auch die Leistungsfähigkeit des regionalen Gartenbaus mit all seinen Fachrichtungen demonstrieren, sagte Mertz. Dies sei ohne institutionalisierte HGV-Mitarbeit in der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen-Thüringen nicht möglich.

Von der weltweiten Finanzkrise seien die 1600 hessischen Gärtnereibetriebe weitgehend verschont geblieben. Man habe sogar von ihr profitiert, weil viele Menschen - statt einer Reise - mehr Freizeit in Heim und Garten verbracht hätten. "Die Menschen haben sich auf Wesentliches besonnen." Der im April beginnenden Gartenschau sehe man mit großer Vorfreude entgegen, denn "sie ist für den Gartenbau eine einzigartige Möglichkeit, um sich mit beeindruckenden Ausstellungsbeiträgen einem breiten Publikum zu präsentieren".

Nach der Ehrung erfolgreicher Teilnehmer an der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin - darunter drei Nauheimer Rosenzuchtbetriebe - und einem Fachreferat meinte der Ministerpräsident in seiner Rede, die ökonomisch-arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen der Finanzkrise seien geringer als allgemein befürchtet. Dies gelte besonders für Hessen. Hier sei die Arbeitslosenquote 2009 nur um etwa ein Prozent gestiegen.

Durch massive Staatshilfen - etwa den 1,5-Milliarden-Euro-Kredit für Opel - habe das Land zum Erhalt von Arbeitsplätzen beigetragen. Wer indes nach dem "Ende des Wachstums" rufe, müsse sagen, wie der Wirtschaftsstandort Deutschland konkurrenzfähig bleiben solle.

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