Grube Fortuna

Wieder Schichten im Schacht in Solms-Oberbiel

  • schließen

Bald heißt es wieder "Glück auf" in der Grube Fortuna. Künftig werden dort Bergleute ausgebildet und Forschung wird betrieben. Das soll auch Vorteile für die Besucher haben.

Vielleicht hatte die Namenspatin des Bergwerks, die römische Schicksalsgöttin Fortuna, ihre Finger dabei im Spiel: Der Bergbau in der Grube Fortuna wird wiederbelebt. Nicht im ursprünglichen Sinne – der Eisenerz-Abbau geht in keine neue Phase. Stattdessen werden dort künftig Maschinen getestet und Bergleute geschult. Möglich wird das durch eine Kooperation des Trägervereins Geowelt Fortuna mit der German Mining Solution GmbH (GMS) mit Sitz in Moers, die seit Mai die technische Betriebsleitung des Bergwerks übernommen hat.

Michael Volkwein vom Vorstand des Vereins spricht von einer neuen Ära des Bergwerks. Diese einzuläuten wurde auch nötig, denn ohne eine Veränderung könnte sich das Besucherbergwerk nicht mehr halten. Schon jetzt wäre der Eingang zur Grube verriegelt, wenn nicht der Lahn-Dill-Kreis jährlich eine kräftige Finanzspritze von 250 000 Euro zuschießen würde. Heinz Schreiber, Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsbeirats des Vereins Geowelt Fortuna, spricht dabei von 55 Prozent der jährlichen Betriebskosten. Die Förderung läuft jedoch in 2025 aus. Rund eine halbe Million Euro – das wäre allein mit Eintrittsgeldern zur Grube nicht zu finanzieren. Eine Lösung musste her.

Grube Fortuna: Neuer Stollen geplant

Der Weg für die Kooperation mit GMS wurde auf der anderen Seite der Welt, in der Mongolei geebnet, als Michael Kulassek, der Geschäftsführer der Firma gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied des Geowelt-Vereins, Achim Schönberger dort einen Goldtagebau besuchte. Auf der Reise lernten sich die beiden besser kennen und Schönberger erzählte Kulassek vom einstigen Tagebau im Wald bei Solms-Oberbiel. Das Interesse des 60-jährigen Geschäftsmannes war geweckt. "Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen", sagt Kulassek. "Die Grube Fortuna ist eine Perle." Und eine einzigartige Möglichkeit, Forschung und Schulungen für bergmännische Fachkräfte durchzuführen, besonders durch den Seilschacht. Dieser sei ein Alleinstellungsmerkmal für die Grube, die seit 1983 stillgelegt ist.

Künftig sollen in dem Bergwerk auch wieder Schachthauer zum Einsatz kommen. "Wir planen, einen neuen Stollen aufzufahren", sagt Kulassek. Dabei können Maschinen entwickelt und getestet sowie Bergleute ausgebildet werden. "Und zwar ganz stressfrei", sagt der GMS-Chef. Alternativen für die Ausbildung seien nämlich sonst nur in anderen Tagebaustätten möglich, etwa in Kali- und Salzbergwerken – im laufenden Betrieb. "In der Grube Fortuna ist es egal, wann wir arbeiten." Der Seilschacht erlaube darüber hinaus eine spezielle Form der Ausbildung. GMS zahlt für die Arbeiten Miete an den Verein, der damit zuversichtlich in die Zukunft schauen kann.

Grube Fortuna: Keine Auswirkungen auf Besucher

Einschränkungen auf die Besucher des Bergwerks soll das alles aber nicht haben. Im Gegenteil: Im neuen Stollen sollen sich künftig auch die Besucher umsehen dürfen. "Wenn wir an der einen Seite arbeiten, sollen die Besucher die andere Seite sehen können und umgekehrt", sagt Kulassek. "Sie sehen dann ein Bergwerk, das tatsächlich in Betrieb ist." Damit wird also auch der museale Ausbau unter Tage vorangetrieben und das authentische Bergwerk bleibt erhalten, was die Verantwortlichen des Vereins sehr freut. Außerdem werde die Sicherheit der Schachtanlagen erhöht.

Wann die Arbeiten zum neuen Schacht losgehen, ist noch unklar. Am 1. Juli will GMS-Chef Kulassek erstmal Vertreter von Bergbau-Zulieferern auf die Grube Fortuna einladen und für eine Zusammenarbeit werben.

Info

German Mining Solution GmbH

Die German Mining Solution GmbH realisiert auf der ganzen Welt Projekte in den Bereichen des Berg- und Tunnelbaus. 20 Ingenieure beraten und planen die Projekte, entwickeln und fertigen Maschinen zur Durchführung und stellen rund 80 ausgebildete Fachkräfte dafür bereit. Die Firma wurde 2016 gegründet und hat ihren Sitz im nordrhein-westfälischen Moers.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare