100 Mitarbeiter und Patienten wurden am Klinikum Wetzlar positiv auf das Coronavirus getestet. Das Krankenhaus verhängte daraufhin Ende Januar einen Aufnahmestopp.
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100 Mitarbeiter und Patienten wurden am Klinikum Wetzlar positiv auf das Coronavirus getestet. Das Krankenhaus verhängte daraufhin Ende Januar einen Aufnahmestopp.

Mehrere Mutationen festgestellt

Klinikum Wetzlar schielt nach 100 Corona-Infektionen auf „vorsichtige Wiedereröffnung“

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  • Lena Karber
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  • Florian Dörr
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Der Aufnahmestopp am Klinikum Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) soll bald ein Ende finden. Das Krankenhaus hatte wegen eines Corona-Ausbruchs mit 17 Mutationsfällen dicht gemacht.

  • Das Klinikum Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis hat Ende Januar 2021 einen Aufnahmestopp verhängt.
  • Bei einem Corona-Ausbruch in dem Wetzlarer Krankenhaus wurde die britische Mutante gefunden.
  • Wie geht es nun weiter? Die Klinikleitung gibt sich optimistisch.

Update vom Freitag, 12.02.2021, 15.54 Uhr: Trotz weiterer bestätigter Corona-Fälle hat sich die Lage am Klinikum Wetzlar nach Angaben der Leitung „stabilisiert“. „Wir erarbeiten aktuell ein Konzept zur vorsichtigen Wiederöffnung, das wir mit dem Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises abstimmen werden“, sagte Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken. Seit Ende Januar besteht an dem Krankenhaus ein Aufnahmestopp, nachdem dort ein Infektionsausbruch festgestellt worden war, bei dem auch erstmals Mutationen des Coronavirus im Landkreis auftauchten.

Inzwischen wurden dem Klinikum Wetzlar zufolge 45 Mitarbeiter und 55 Patienten positiv getestet. Die Labore fanden bei 17 Betroffenen die Mutante B1.1.7, die erstmals in Großbritannien gefunden worden war. Sie gilt als ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Die Angestellten, bei denen eine Infektion jetzt nachgewiesen wurde, befänden sich bereits länger in Quarantäne, hieß es. Sie seien als Kontaktpersonen der vorher Infizierten eingestuft gewesen.

Klinikum Wetzlar will nach Corona-Ausbruch Wiedereröffnung forcieren

„Darum gehen wir nun davon aus, dass wir die Ausbreitung des Virus eingedämmt haben“, so Geschäftsführer Gottschalk. Das Klinikum Wetzlar ergreift eigenen Arbeiten nach „sämtliche möglichen“ Maßnahmen, um die Infektionskurve abzuflachen. Der umfassende Aufnahmestopp (siehe unten) soll bis Dienstag (16.02.2021) bestehen bleiben. Ab Mittwoch (17.02.2021) soll dann zumindest „dringliche Behandlungen“ wieder erfolgen. Weitere Schritte der Wiedereröffnung seien davon abhängig, wie sich die Infektionslage entwickelt. Der Ausbruch hat mit dazu geführt, dass der Lahn-Dill-Kreis aktuell der hessische Landkreis mit den höchsten Infektionszahlen ist.

Corona-Mutation in Wetzlar: Deutlich mehr Fälle am Klinikum – Aufnahmestopp verlängert

Update vom Dienstag, 09.02.2021, 11.37 Uhr: Der Aufnahmestopp am Klinikum Wetzlar wurde in Absprache mit dem Gesundheitsamt abermals verlängert: Bis einschließlich Sonntag, 14. Februar 2021, werden nach Angaben der Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar keine Notfälle behandelt. Der Grund sind weitere positive Corona-Befunde: Die Zahl der Corona-Infektionen stieg auf insgesamt 64. So wurden mittlerweile 30 positive Mitarbeiter und 34 positive Patienten entdeckt.

Auch die Fälle, in denen eine Infektion mit einer Virus-Mutation nachgewiesen werden konnte, sind am Klinikum Wetzlar nach Angaben der Lahn-Dill Kliniken noch einmal gestiegen: von fünf am Freitag auf zehn am gestrigen Montag.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen vom Aufnahmestopp am Klinikum in Wetzlar: Patienten, die eine stationäre Radio- oder Chemotherapie benötigen, werden weiter aufgenommen und behandelt. Ebenso werden ambulante Radio- bzw. Chemotherapien im Onkologischen Zentrum und in der Strahlentherapie durchgeführt. Auch die Entbindungsstation ist weiterhin nicht vom Aufnahmestopp betroffen. Väter dürften wie bisher bei der Geburt dabei sein. Ebenso ist die Blutbank weiterhin geöffnet. Blutspender werden jedoch aufgefordert, sich vorab unter der Telefonnummer 06441 79-2540 bei der Blutspendezentrale zu melden, einzeln zu erscheinen und die Hygieneregeln einzuhalten.

Lahn-Dill-Kreis: Mutationen haben sich aus außerhalb des Klinikums Wetzlar verbreitet

Update vom Sonntag, 07.02.2021, 12.01 Uhr: Nachdem in den vergangenen Tagen der Nachweis von Corona-Mutationen in den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar für Schlagzeilen gesorgt hatten, scheint nun klar: Auch außerhalb der Einrichtung ist die britische Variante des Coronavirus inzwischen angekommen. So erklärt Wolfgang Schuster als Landrat des Lahn-Dill-Kreises: „Mittlerweile liegen unserem Gesundheitsamt weitere Hinweise von Mutationen vor, die sich bereits flächendeckend im gesamten Kreisgebiet verteilt haben.“ Die britische Variante B1.1.7 ist als deutlich ansteckender als das „gewöhnliche“ Coronavirus. Auch im Landkreis Gießen scheint sie angekommen.

Derweil ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis am Samstag deutlich abgesunken auf einen Wert von 119. Das sind rund 25 Punkte weniger als am Vortag. Dennoch appelliert Landrat Schuster in Wetzlar mit Blick auf die Corona-Pandemie: „Was jede und jeder von uns tun kann, um dem Virus und seiner Variante die Angriffsfläche zu entziehen, ist: Soziale Kontakte weiter minimieren. Das ist für niemanden von uns einfach, aber das wohl wirksamste Mittel im Moment.“ Es gäbe im gesamten Lahn-Dill-Kreis Virus-Cluster. Viele dieser kleineren Ausbruchsgeschehen seien auf den privaten Bereich zurückzuführen.

Klinikum Wetzlar: Weitere Fälle von Corona-Mutation – Aufnahmestopp auch für Notfälle

Update vom Freitag, 05.02.2021, 11.55 Uhr: Der Corona-Ausbruch am Klinikum Wetzlar nimmt nochmals größere Dimensionen an. Mittlerweile seien 36 Mitarbeiter und Patienten positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Krankenhausleitung am Donnerstag (04.02.2021) mit. Nachdem die ersten Fälle bekanntgeworden waren, waren rund 600 Testungen erfolgt. Seit einer Woche besteht ein Aufnahmestopp, den das Klinikum Wetzlar nun erneut verlängert: bis 18. Februar. Das habe der Krisenstab in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises entschieden.

Corona-Ausbrüche in Krankenhäusern, die im Kampf gegen Sars-CoV-2 an vorderster Front stehen, traten in den vergangenen Pandemie-Monaten immer wieder auf. Der Fall Wetzlar ist vor allem bemerkenswert, weil dort Infektionen mit der Virusmutation aus Großbritannien festgestellt wurden, die als ansteckender gilt als das „normale“ Coronavirus. Wie die Klinikleitung berichtete, gibt es inzwischen fünf Menschen, bei denen die Mutante nachgewiesen wurde. Zwei mehr als am Montag (01.02.2021). Die Infektionen seien „unabhängig voneinander“ aufgetreten, hieß es.

Klinikum Wetzlar: Starke Einschränkungen durch Aufnahmestopp

„Die Verlängerung des Aufnahmestopps ist notwendig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, sagte Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, zu denen das Klinikum Wetzlar gehört. „Ich bedauere dies sehr, aber es ist wichtig, frühzeitig zu handeln.“ Am kommenden Donnerstag (11.02.2021) will der Krisenstab entscheiden, wie es weitergeht – je nachdem, wie sich die Infektionslage entwickelt. Bis dahin gilt am Klinikum Wetzlar:

  • Bis Donnerstag, 11. Februar 2021 werden keine Notfälle behandelt.
  • Schwer erkrankte Patienten, insbesondere onkologische, sollen weiter behandelt werden.
  • Sonstige „geplanten“ Patienten werden aktuell nicht stationär aufgenommen.
  • Patienten, die bereits stationär im Klinikum Wetzlar untergebracht sind, werden wie gewohnt behandelt.
  • Die Entbindungsstation ist nicht vom Aufnahmestopp betroffen. Auch Väter dürften bei der Geburt dabei sein.
  • Die Blutbank bleibt geöffnet. Blutspender sind aufgefordert, sich vorab unter der Telefonnummer 06441 79-2540 zu melden und einzeln zu erscheinen.

Corona-Mutation am Klinikum Wetzlar: Aufnahmestopp nach Massentests verlängert

Update vom Mittwoch, 03.02.2021, 10.28 Uhr: Nach den bestätigten Corona-Fällen am Klinikum Wetzlar (siehe unten) wurden nun fast 600 Tests bei Patienten und Mitarbeitern durchgeführt. Zur Erinnerung: In den vergangenen Tagen waren mehrere positive Sars-CoV-2-Fälle bekanntgeworden, darunter in drei Fällen auch die ansteckendere Virus-Mutation aus Großbritannien.

Nun meldet das Klinikum Wetzlar via Facebook: „Wir haben in den insgesamt fast 600 Tests von gestern vier weitere Patienten der betroffenen Stationen und zwei Mitarbeiter einer betroffenen Station detektiert.“ All jene Personen, die nun positiv auf das Coronavirus getestet wurden, seien bislang symptomfrei. Unklar ist, ob sich die neu entdeckten Fälle ebenfalls mit der Corona-Mutante aus Großbritannien angesteckt haben.

Derweil wurde der Aufnahmestopp im Klinikum Wetzlar zunächst bis einschließlich Sonntag verlängert. „Entbindungen können mit allen bestehenden Vorsichtsmaßnahmen weiter durchgeführt werden“, heißt es bei der Einrichtung.

Corona-Mutation in Wetzlar aufgetaucht - Deutliche Folgen

Update vom Montag, 01.02.2021, 19.05 Uhr: Am Klinikum in Wetzlar ist eine mutierte Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte die Krankenhausleitung am heutigen Montag (01.02.2021) mit. Der vorübergehende Aufnahmestopp bleibt „bis auf Weiteres“ bestehen. Er war eingetreten, nachdem in der vergangenen Woche zehn positive Sars-CoV-2-Fälle bekanntgeworden waren (siehe unten). Bei den Folgetestungen entdeckten die Verantwortlichen nun sechs weitere Infektionen bei Patienten und Mitarbeitern.

„Leider wurde bei drei Fällen die ansteckendere Virus-Mutation aus Großbritannien nachgewiesen“, sagte Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. „Umso wichtiger ist, dass wir den Aufnahmestopp als Vorsichtsmaßnahmen weiter aufrechterhalten.“ Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, erklärte, der Schutz der Patienten und Mitarbeiter habe „oberste Priorität“. Er bat um Verständnis.

Am Donnerstag (04.01.2021) will der Krisenstab neu über den Aufnahmestopp entscheiden. Bis dahin werden ausschließlich Notfallpatienten behandelt. Das heiße auch, dass keine „geplanten“ Patienten stationär aufgenommen würden. Nur die Entbindungsstation sei nicht betroffen. Wer bereits im Klinikum Wetzlar untergebracht sei, werde unter den gängigen Hygiene-Regeln wie gewohnt behandelt. Am Montag wurde eine erste Corona-Mutation am Gießener Uni-Klinikum bekannt. Wo und wie sich die Betroffenen genau infiziert haben, ist sowohl im Falle von Gießen als auch von Wetzlar noch unklar.

Aufnahmestopp am Klinikum Wetzlar: Corona-Fälle im Haus

Erstmeldung vom Freitag, 29.01.2021, 10.32 Uhr: Wetzlar - Aufnahmestopp am Klinikum Wetzlar: Das Krankenhaus nimmt derzeit bis auf Notfälle keine Patienten mehr auf. Das haben die Lahn-Dill-Kliniken auf Facebook mitgeteilt. Demnach gibt es rund zehn Corona-Fälle in der Klinik. Ob es sich dabei um Patienten oder Personal handelt, wird nicht spezifiziert.

Die Fälle seien bei den Routineuntersuchungen entdeckt worden. „Alle Patienten und Mitarbeiter der betroffenen Bereiche werden aktuell getestet und es werden entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen“, heißt es in der Mitteilung. Der „zusätzliche Aufnahmestopp“ sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Corona-Fälle und Aufnahmestopp am Klinikum Wetzlar: Geburten trotzdem möglich

Bis einschließlich Montag, 1. Februar 2021 werden im Klinikum Wetzlar ausschließlich Notfallpatienten behandelt. Auch „geplante“ Patienten werden bis dahin nicht stationär aufgenommen. Entbindungen werden trotzdem durchgeführt, auch Väter dürfen wie bisher bei der Geburt dabei sein. Das Klinikum Wetzlar schrieb weiterhin auf Facebook, dass Patienten, die bereits stationär dort untergebracht sind, wie gewohnt behandelt werden. (ial)

Eine Seniorin war kurz nach ihrer ersten Corona-Impfung in Wetzlar verstorben. Der Lahn-Dill-Kreis äußert sich nun zum Obduktionsbericht der 91-Jährigen.

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