Wetzlar - ausgewählter Ort im "Land der Ideen"

Wetzlar (chl). Der Optikparcours ist am Mittwoch von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" als "ausgewählter Ort" geadelt worden. Damit gehört der Wissenschaftspfad in der Goethestadt an Lahn und Dill zu einem von (wegen des Schaltjahres) 366 Orten, die nach Ansicht der Initiatoren und der Juroren der Standort-Initiative ein Beispiel für Ideenreichtum und Innovationskraft darstellen sollen. Darauf ausgerichtet sind die Auswahlkriterien der von Bundesregierung und nationaler Wirtschaft getragenen und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Eigenwerbung, erläuterte Steffen Weck vom Kooperationspartner Deutsche Bank bei der Preisverleihung am Mittwoch im Dunkelkaufhaus.

Wetzlar (chl). Der Optikparcours ist am Mittwoch von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" als "ausgewählter Ort" geadelt worden. Damit gehört der Wissenschaftspfad in der Goethestadt an Lahn und Dill zu einem von (wegen des Schaltjahres) 366 Orten, die nach Ansicht der Initiatoren und der Juroren der Standort-Initiative ein Beispiel für Ideenreichtum und Innovationskraft darstellen sollen. Darauf ausgerichtet sind die Auswahlkriterien der von Bundesregierung und nationaler Wirtschaft getragenen und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Eigenwerbung, erläuterte Steffen Weck vom Kooperationspartner Deutsche Bank bei der Preisverleihung am Mittwoch im Dunkelkaufhaus.

Etliche Programmpunkte bildeten den Veranstaltungsreigen zum "Ort des Tages", wie sich Optikparcours und Stadt Wetzlar für 24 Stunden nennen durften. Seit 2006 zeichnet die Initiative quasi täglich "Orte im Land der Ideen" aus. Wetzlar und der Optikparcours wurden in diesem Jahr aus rund 1500 Bewerbern ausgewählt.

Ein Höhepunkt war die Einweihung des Prismenbrunnens gegenüber dem Eingang zum Herkules-Center in der Bahnhofstraße. Er stellt die nunmehr 17. Station des im Mai eröffneten Optikparcours’ dar. Das vier Meter hohe Objekt besteht aus drei aufrechten Prismensäulen (sowie Stützsäulen), auf denen ein kreisrundes Gebilde mit zwei beweglichen Prismen aufliegt. Diese können über Kurbeln so verstellt werden, dass bei Sonneneinstrahlung das weiße Licht in die Spektralfarben aufgeteilt wird. Der aus einem Brunnen aufsteigende Nebel soll diese sichtbar machen.

Der Prismenbrunnen, der auch als Bürgerbrunnen verstanden werden soll, nimmt eine besondere Stellung im Ensemble des Optikparcours’ ein: Über Zertifikate, die ab einem Wert von fünf Euro ausgegeben wurden, konnten sich Bürger an der Objektfinanzierung beteiligen.

Jürgen Erbach, Initiator des Optikparcours’ und Vorsitzender des Fördervereins "Wetzlar - Stadt der Optik", war bei der Einweihung sichtlich stolz, Oberbürgermeister Wolfram Dette und den rund 60 geladenen Gästen, darunter Stadtverordnetenvorsteher Udo Volck, die Landtagsabgeordneten Elke Künholz und Hans-Jürgen Irmer sowie Sponsoren, ebenso wie den zahlreichen Passanten mitteilen zu können, dass das gesteckte Spendenziel von 25 000 Euro sogar um 338 Euro überstiegen wurde. Der Differenzbetrag zum Investitionsvolumen von etwa 80 000 Euro wird aus EU- und städtischen Mittel getragen. "Der Optikparcours ist das einzig echte Public-Private-Partnership in der Republik. Die anderen sind lediglich langweilige Finanzierungsmodelle", beurteilte Erbach das Zusammenwirken von öffentlichem und bürgerschaftlichem Einsatz.

Im Gegensatz zum "Mehr-sehen-Konzept" des Optikparcours’ thematisiert das im Untergeschoss des ehemaligen Union-Kaufhauses am Karl-Kellner-Ring eingerichtete Dunkelkaufhaus das "Nichts sehen". Die Gäste der Veranstaltung "Ort des Tages" hatten Gelegenheit, als erste durch die stockfinsteren Räume zu wandeln und sich in die Lage eines Blinden zu versetzen. "Ich habe es noch nie erlebt, völlig orientierungslos zu sein", berichtet Rene Ritter vom Planungs- und Hochbauamt, nachdem er etwa 45 Minuten im Dunkelkaufhaus unterwegs gewesen war.

Wie die anderen Besucher, hatte er sich mit der linken Hand an den Wänden der dunklen Räume vorwärts getastet und mit der rechten Hand allerlei "Waren" erfühlt. Als Bonbon gab es in den finsteren Räumen zur Einweihung eine Weinprobe: Spätburgunder, Riesling oder Merlot galt es zu erschmecken - und sich schmecken zu lassen. Blinde Mitarbeiter, die auch in Zukunft in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Bund Hessen Besucher des Dunkelkaufhauses betreuen sollen, schenkten die Weine aus. "Es hat sogar funktioniert, mit den Gläsern anzustoßen", erzählte Manfred Kinne, der sich gut in den schmalen, dunklen Gängen zu orientieren wusste.

Für die Öffentlichkeit soll das Dunkelkaufhaus - kein Ladengeschäft im eigentlichen Sinn, sondern touristische Attraktion - erst im März geöffnet werden. Dann kann man in den "Verkaufsräumen" unter anderem Gerüchen nachspüren, Gegenstände ertasten, sein Geschick bei einem Dominospiel unter Beweis stellen oder Geschmackssinne im Dunkelcafé testen. "Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und nicht zu erschrecken, weil einen auf einmal die Augen verlassen", erläuterte Projektplaner Wolfram Graubner, der das Dunkelkaufhaus sowie den Optikparcours erlebnispädagogisch mitkonzipierte.

Nähere Informationen im Internet unter sowie demnächst auf der überarbeiteten Seite .

Als musikalischer Gast stimmte Birgit Rütters im Dunkelkaufhaus das umgetextete Chanson "Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?" an (hier "Wissen Sie denn was ein Dunkelkaufhaus ist?"), an der alten Lahnbrücke gab die Frankfurterin zum krönenden Abschluss der Veranstaltung am Abend im Einklang mit dem Spiel der Wasser-Licht-Orgel ein kleines Konzert. Die Fontänen tanzten synchron zu "Amazing Grace" und "O Happy Day".ußerdem veranstaltete die Tourist-Information an diesem Tag spezielle Führungen entlang des Optikparcours.

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