Weniger Staustunden in Hessen

Frankfurt/München (dpa/lhe). Auf Hessens Autobahnen stehen Fahrzeuge immer weniger lange im Stau. Das hessische Verkehrsministerium registrierte 2011 auf den Autobahnen des Bundeslandes 16 000 Staustunden. Das waren nach Angaben von Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) 1000 Stunden weniger als im Jahr zuvor.

"Trotz wachsenden Verkehrs ist der Trend seit Jahren rückläufig", bilanzierte Posch am Montag in Frankfurt. Anfang 2003 waren es laut Ministerium noch 88 000 Staustunden pro Jahr gewesen.

Der ADAC hatte Ende des vergangenen Jahres hingegen von längeren Staus durch Hessen berichtet. Die Gesamt-Staulänge zwischen Kassel und Odenwald betrug demnach 2011 über 30 000 Kilometer – 9000 Kilometer mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Staus in Hessen ging hoch, sie stieg um 1500 auf knapp 15 000. Allerdings kam auch der ADAC zu der Erkenntnis, dass die Staus sich schneller wieder auflösen: Mit 14 000 lag die angegebene Zahl der Staustunden sogar noch unter der des Ministeriums.

Die Diskrepanz komme vor allem durch unterschiedliche Messverfahren und Datenquellen zustande, erklärte Jürgen Berlitz, Fachreferent für Verkehrsplanung beim ADAC in München. Der deutliche Anstieg der Staukilometer in der ADAC-Statistik sei eine Folge besserer Daten: Früher seien kleinere Staus ohne Kilometerangaben statistisch unter den Tisch gefallen, heute würden sie exakter gemessen und mitgezählt.

Die entscheidende Größe sind sowohl aus Sicht des Ministeriums als auch nach Einschätzung des ADAC die Staustunden: Für den Fahrer ist wichtig, ob er drei oder fünf Minuten im Stau steht und nicht, ob es drei oder fünf Kilometer sind. Die Verkehrszentrale Hessen misst das Verkehrsaufkommen über automatische Systeme entlang der Autobahn, der ADAC wertet Polizeimeldungen und Flottendaten aus.

Dass man in Hessen weniger lang im Stau steht, ist laut Verkehrsministerium der "Initiative Staufreies Hessen" zu verdanken. "Inzwischen haben wir rund 80 Kilometer mit temporärer Seitenstreifenfreigabe ausgestattet, auf 220 Richtungskilometern Verkehrsleitsysteme eingerichtet und an 21 Standorten Systeme zur Netzbeeinflussung installiert", zählte Posch auf. Noch in diesem Jahr werde eine weitere Streckenbeeinflussungsanlage zwischen Reiskirchener Dreieck und Homberg/Ohm in Betrieb gehen. Dazu komme ein dynamischer Wegweiser am Frankfurter Kreuz.

Baustellen würden seit 2011 besser geplant: "Gebaut wird, wenn"s verkehrlich passt – und nicht, wenn die Baufirma gerade Zeit hat", sagte der Minister. Damit die Staustunden auch in Zukunft weiter sinken, würden sogenannte "Kooperative Systeme" getestet. Dabei werden Fahrzeuge mit der Verkehrszentrale vernetzt und über das Navigationssystem direkt vor Gefahren gewarnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare