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Weniger schnelle Verfahren

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Böllerei hat Folgen für Feuerwehr und Luftqualität: Eine ausgebrannt Feuerwerksbatterie auf einer Mauer auf dem Frankfurter Lohrberg. Dahinter die Bankentürme der Stadt. © DPA Deutsche Presseagentur

Frankfurts Skyline ist berühmt: Kein Wunder, dass Bars in den oberen Stockwerken viele Besucher anziehen. Aber auch auf Bodenniveau kann man in der Ausgehmetropole sehr spannende Bars entdecken.

Wiesbaden - Die Zahl der Anträge von hessischen Staatsanwaltschaften für ein beschleunigtes Verfahren ist in der Pandemie 2020 und 2021 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Ausschlaggebend dafür sei vermutlich gewesen, dass es wegen der Auswirkungen der Corona-Beschränkungen weniger geeignete Straftaten gegeben habe, erläuterte das Justizministerium. Die Staatsanwaltschaften stellten in den Jahren 2017 und 2019 zwischen 521 und 754 Anträge auf beschleunigte Verfahren. Im Jahr 2020 waren es dann nur noch 348 Fälle, 2021 dann 359 Fälle. dpa

Wiesbaden - Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat die Attacken auf Einsatzkräfte in der Neujahrsnacht in Berlin scharf verurteilt. »Angriffe auf Einsatzkräfte sind immer auch Angriffe auf die Gesellschaft und damit auf uns alle«, sagte der Regierungschef gestern. »Angriffe und Drohungen gegen Polizistinnen und Polizisten, gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte sind abstoßend«, mahnte Rhein. »Solche Taten müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaates bestraft werden.« Es müsse eine neue Kultur der Wertschätzung für die Einsatzkräfte geben.

Überwiegend Kleinbrände

Obwohl das Verbot des Abbrennens von Silvesterfeuerwerk aus den vergangenen Pandemiejahren zum Jahreswechsel aufgehoben wurde, sei die Silvesternacht in Hessen aus polizeilicher Sicht überwiegend ruhig geblieben, teilte das Innenministerium mit. Die Feuerwehren hätten dagegen einen deutlichen Anstieg von Einsätzen gehabt. Insgesamt mussten die Feuerwehren laut Ministerium zu mehr als 970 Einsätzen ausrücken. Überwiegend habe es sich dabei um Kleinbrände wie brennende Mülltonnen oder Hecken gehandelt. In den beiden Vorjahren waren lediglich 311 (2021/2022) sowie 99 Einsätze (Jahreswechsel 2020/2021) in der Silvesternacht gezählt worden. Auch der hessische Landesfeuerwehrverband und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderten bezogen auf die Vorkommnisse in Berlin ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter.

Die Böllerei wirkte sich auch auf die Luftqualität in Hessen aus. An den Messstationen sei deutlich mehr Feinstaub gemessen worden als in den Vorjahren, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gestern mit. In den vergangenen beiden Jahren lag das Tagesmittel für Feinstaub am Neujahrstag an allen Messstationen in Hessen deutlich unterhalb von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Luft an den Messstationen war nun wieder ähnlich verschmutzt wie an einem 1. Januar vor der Pandemie Der Mittelwert für Feinstaub in der halben Stunde nach Mitternacht stieg demnach bei den städtischen Messstationen im Durchschnitt auf etwa 380 Mikrogramm pro Kubikmeter. An Neujahr 2023 habe der Mittelwert über den ganzen Tag betrachtet an sieben Messstationen über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter gelegen. dpa

Wiesbaden - In Hessen kommen trotz der anhaltenden Kämpfe und des kalten Winterwetters nicht deutlich mehr Kriegsflüchtende aus der Ukraine an. Es gebe keine sprunghafte Steigerung der Zahlen, sagte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden. Das sei jedoch nur eine Momentaufnahme. 2022 hat Hessen nach Angaben von Rhein etwa 80 000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im Land aufgenommen. dpa

Wiesbaden - Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat nach ersten Schätzungen der Sicherheitsbehörden in Hessen 2022 wieder zugenommen. Die abschließenden Fallzahlen werden im Frühjahr präsentiert, wie das Innenministerium mitteilte. Zwischen 2017 und 2021 waren die Wohnungseinbrüche in Hessen auch wegen der Corona-Pandemie mangels Tatgelegenheiten - mehr Homeoffice, weniger Urlaubsreisen - um über 50 Prozent zurückgegangen. dpa

Frankfurt - Der abgewählte Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat wie erwartet nun auch »formal Revision« gegen das Urteil im Korruptionsprozess gegen ihn eingelegt. Das Landgericht Frankfurt hatte Feldmann am 23. Dezember schuldig gesprochen und wegen Vorteilsannahme in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 175 Euro, insgesamt 21 000 Euro, verurteilt. »Ein Beschluss der ausschließlich auf Hörensagen aufbaut und alle von mir beantragten Entlastungszeugen ausschließt, muss überprüft werden. Ich vertraue auf den Rechtsstaat«, teilte Feldmann am Neujahrsmorgen mit.

Das Gericht hatte sich durch die Beweisaufnahme bestätigt gesehen, dass Feldmanns spätere Frau ihre Stelle als Leiterin der deutsch-türkischen Kita der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Ostend nur bekommen hatte, weil AWO-Chefin Hannelore Richter sich das Wohlwollen des OB sichern wollte. Feldmann soll laut Gericht den Anschein zugelassen haben, sich als Oberbürgermeister der AWO gegenüber wohlwollend zu verhalten. Feldmann hat das immer bestritten. »Es bleibt dabei: Ich bin nicht korrupt!«, betonte er in seinem Schreiben. Sollte das Urteil Bestand haben, wäre er vorbestraft. Timur Tinç

Der Blick ist grandios: Vom 47. Stock des Hochhauses »One« im Frankfurter Europaviertel geht er über die Lichter der Großstadt bis in den Taunus. Mit einem Cocktail in der Hand sitzt der Gast im Winter hinter deckenhohen Glasscheiben, im Sommer wollen die Betreiber auch die rundum führende Terrasse bestuhlen. Nur exakt 199 Personen dürfen sich aus Sicherheitsgründen gleichzeitig in der »NFT-Skybar« aufhalten, inklusive Personal. Entsprechend lang ist am späten Abend die Schlange im Foyer des »nhow«-Hotels, zu dem die Bar im obersten Stockwerk gehört.

Hotelmanager Hermann Spatt ist wichtig, dass die Bar für alle Frankfurter und Besucher zugänglich ist. Hotelgäste hätten zwar Vorrang, »aber alle sind willkommen«, wie er betont. Einen Platz reservieren kann man nicht. Sicher rein kommen nur die wenigen Gäste, die am Eröffnungsabend ein digitales Kunstwerk gekauft haben, sogenannte NFTs. Ein Künstler hatte zu jedem der zehn eigens für die Bar kreierten »Signature-Drinks« ein NFT entworfen. Auf der Getränkekarte ein »Banksy« aus Gin, Ahornsirup und Sherry, ein Martini mit Spargel für je 16 Euro oder die alkoholfreie »Mona Lisa« mit Zitronengras, Ingwer und grünem Cardamon für zwölf Euro.

Auch designmäßig dreht sich in der Bar alles um das Thema Geld. Die Wand hinter den mit bunten Sitzkissen belegten Stufen ist mit Bitcoin-Symbolen bespannt, die Barhocker zieren Münzen, über dem - derzeit noch geschlossenen - Restaurantbereich formen runde Lämpchen ein Dollarzeichen. Jedes »nhow«-Hotel habe ein thematisches Konzept, erklärt Spatt, zu Frankfurt habe man sich naheliegenderweise für »Geld« entschieden, »aber mit einem Augenzwinkern«.

Versteckte Location auf kleinem Raum

Die »NFT Skybar« sieht sich als »Höchste Bar Deutschlands« - das scheint aber eine Frage der Definition zu sein. Die Bar im Maintower im Bankenviertel liegt eigentlich ein paar Meter und um diverse Stockwerke höher: Die Panoramabar unterhalb der Aussichtsplattform befindet sich im 53. Stock und auf 187 Metern Höhe, die »NFT-Skybar« kommt im 47. Stockwerk nur auf 185 Meter. Laut Marketingmanagerin Jenni Oettel liegt die Konkurrenz zwar zwei Meter höher, die dortige Gastronomie sei aber »nicht speziell als Bar deklariert«.

In der nach Meinung einiger Frankfurter einzigen Stadt Deutschlands mit einer vernünftigen Skyline gibt es noch weitere Bars in luftiger Höhe, etwa die »Barrel Bar« im 39. Stock des Henninger Turms in Sachsenhausen oder das »Oben« in der 15. Etage des Hochhauses »One Forty West« an der Senckenberganlage.

Höhe ist indes nicht das einzige, mit dem Frankfurter Bars punkten können. Oft sind es gerade die kleinen, versteckten Bars, die einen Besuch wert sind. Die nur wenige Plätze winzige Bar »The Tiny Cup« im Haus des veganen Sternerestaurants »Seven Swans« in der Innenstadt zum Beispiel. Betreiber Sven Riebel wurde kürzlich vom Barkeeper-Fachmagazin »Mixology« zum »Gastgeber des Jahres« gekürt. In der Bar auf nur 17 Quadratmetern: dezente Hintergrundmusik, zwei gemütliche Sitzbänke, angenehm schummriges Licht. Wohnzimmeratmosphäre und nah am Gast zu arbeiten seien seine Ziele, sagt Riebel, der die Bar 2015 eröffnet hat. Der kleine Raum erleichtere, ins Gespräch zu kommen. Ein Zwang dazu bestehe aber nicht. Maximal 18 Gäste hätten Platz. Gepflegte Trinkkultur ist das Rezept - derzeit sei Wermut gefragt. Und Cognac erlebe ein Comeback, sagt der 44-Jährige. 20 Drinks stehen auf der Karte, dazukommen Standards, die eine Bar haben müsse, wie »Whiskey Sour«.

Unter den Bars ist ein Klassiker zurück - vorübergehend: Die legendäre »Jimmy’s Bar« im Grandhotel Hessischer Hof, das Ende 2020 geschlossen wurde, ist seit Mitte Dezember wieder geöffnet. Betreiber sind Micky Rosen und Alex Urseanu - bis das Hotel wiedereröffnet wird. Die gediegene Bar gegenüber der Messe hatte jahrzehntelang nicht nur zur Buchmesse Kultstatus.

Wiesbaden - In allen hessischen Wolfsterritorien mit Paaren oder Rudeln werden 2023 voraussichtlich Welpen zur Welt kommen. Davon geht Annika Ploenes vom Wolfszentrum des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden aus. Einer deutschlandweiten Studie zufolge biete Hessen weitere potenzielle Lebensräume für Wölfe. dpa

Wiesbaden - Für die Videoüberwachung an öffentlichen Straßen und Plätzen sind in Hessen insgesamt 299 Kameras im Einsatz. Diese Kameras überwachen in 20 Städten 28 Schutzbereiche, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) mit. Die Kameras schreckten Straftäter ab, erhöhten die Reaktionsfähigkeit der Polizei, stärkten das Sicherheitsgefühl und erleichterten das Aufklären von Kriminalität. Seit 2021 werde der Ausbau der Videosicherheitstechnik in den Kommunen mit 2,8 Millionen Euro vom Land unterstützt. dpa

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Blick auf das Hochhauspanorama: Hermann Spatt, Geschäftsführer der »NFT-Skybar«, steht im Außenbereich der Bar im Hochhaus »One« am Rande des Frankfurter Messegeländes. Der rund 191 Meter hohe Hotel- und Büroturm war Juni 2022 fertiggestellt worden, die Bar mit Platz für 200 Gäste wurde im Oktober 2022 eröffnet. © DPA Deutsche Presseagentur

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