Nur wenige Strecken sind legal

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Willingen/Frankfurt/Kassel (dpa/lhe). In Hessens Wäldern gibt es bisher nur wenige legale Pfade für Mountainbiker. "Den bestehenden Anteil an legalen Trails innerhalb ausgewiesener Mountainbike-Routen schätzen wir auf circa 40 Kilometer im hessischen Staatswald", sagt André Schulenberg, Sprecher des Landesbetriebs Hessen Forst in Kassel. Das Land ist der größte Waldbesitzer in Hessen. Doch das Angebot an Trails soll bald deutlich wachsen.

Willingen/Frankfurt/Kassel (dpa/lhe). In Hessens Wäldern gibt es bisher nur wenige legale Pfade für Mountainbiker. "Den bestehenden Anteil an legalen Trails innerhalb ausgewiesener Mountainbike-Routen schätzen wir auf circa 40 Kilometer im hessischen Staatswald", sagt André Schulenberg, Sprecher des Landesbetriebs Hessen Forst in Kassel. Das Land ist der größte Waldbesitzer in Hessen. Doch das Angebot an Trails soll bald deutlich wachsen.

Mittelgebirge ideal

Hessen mit seinen Mittelgebirgen ist für Mountainbiker ideal: Gebiete wie der Odenwald, die Rhön, der Vogelsberg und das Sauerland sind reizvolle Ziele. Man sei für Mountainbiker "nicht schlecht aufgestellt", erklärt Timo Kehm, Fachwart beim Hessischen Radfahrerverband. Das Problem ist: Legal sind bestehende Pfade selten. "Viele werden geduldet, sind aber nicht offiziell genehmigt."

Doch die Geländeradfahrer gelten zunehmend als Tourismus-Zielgruppe. "Der Bereich boomt, auch durch E-Bikes", sagt Thomas Trachte, parteiloser Bürgermeister von Willingen (Kreis Waldeck-Frankenberg). Deshalb soll in Nordhessen in den nächsten Jahren ein einzigartiges Netz von Pfaden für Mountainbiker entstehen. Für 14 Millionen Euro Bau- und Planungskosten sollen Strecken mit einer Gesamtlänge von 650 Kilometern ausgewiesen werden. Willingen ist bei dem Projekt federführend.

Laut Hessens Wirtschaftsministerium handelt es sich um "Europas größten Mountainbike-Trail". Das Land hat bereits 1,3 Millionen Euro Förderung aus EU-Mitteln für die Planung bereitgestellt. Die Zielgruppe sind Breitensportler. Es gehe nicht um Downhill-Strecken, die mit hohem Anspruch schnell bergab führen. Stattdessen sollen die geplanten Trails gut zu befahren sein. Von einem "flüssigen Fahrgefühl" spricht Trachte. Der Bürgermeister hofft auf einen Baustart 2021. Eineinhalb bis zwei Jahre später soll das Netz fertig sein.

Fünf bis sieben Trail-Parks – das sind im Gelände modellierte Strecken – sollen geschaffen und verbunden werden. Finanziert und gepflegt werde das Netz von einem Zweckverband, der extra dafür gegründet wird. Zehn von 22 Gemeinden des Kreises wollten bisher beitreten.

Der Aufbau des Streckennetz wird laut Trachte nicht einfach. Der Abstimmungsbedarf mit Interessengruppen wie Waldbesitzern und Naturschützern sei hoch. "Mountainbike-Trails sind nicht mit dem allgemeinen Betretungsrecht des Waldes abgedeckt", sagt auch Hessen-Forst-Sprecher Schulenberg. Den Nutzern von legalen Mountainbike-Trails werde ein besonderes Betretungsrecht des Waldes eingeräumt. Aus diesem Grund setze man für die Ausweisung einer Mountainbike-Route mit Trails einen strengen Maßstab an.

Die Nordhessen haben Konkurrenz. Auch in der Rhön hat man mit Blick auf Mountainbiker viel vor. In dem Mittelgebirge im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen gibt es laut der Tourismus-Gesellschaft Rhön GmbH aktuell über 1000 Kilometer Mountainbike-Wege. Aktuell sei man dabei, diese miteinander zu verbinden.

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