Weiterer Prozess um Giftäcker

Ansbach/Neuendettelsau (dpa). In einem der größten Umweltskandale Bayerns müssen sich von heute an zwei hessische Müllmakler vor dem Landgericht Ansbach verantworten. Sie sollen einem Landwirt aus Neuendettelsau im fränkischen Landkreis Ansbach Giftmüll vermittelt haben, den dieser auf eigenen und gepachteten Feldern entsorgte.

Ansbach/Neuendettelsau (dpa). In einem der größten Umweltskandale Bayerns müssen sich von heute an zwei hessische Müllmakler vor dem Landgericht Ansbach verantworten. Sie sollen einem Landwirt aus Neuendettelsau im fränkischen Landkreis Ansbach Giftmüll vermittelt haben, den dieser auf eigenen und gepachteten Feldern entsorgte. Erst als sich die Felder rot gefärbt hatten, flog der Skandal im Jahr 2002 auf.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem besonders schweren Fall der Umweltschädigung aus. Insgesamt waren Sanierungskosten von 2,6 Millionen Euro entstanden.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörde spielen die 48 und 42 Jahre alten Müllmakler eine wichtige Rolle in dem Umweltskandal. Sie sollen über rund vier Jahre hinweg den Großteil der mehr als 5000 Tonnen zum Teil hochgiftiger Industrieabfälle vermittelt haben - darunter auch Giftmüll von Weltkonzernen wie Lufthansa oder Agfa. Die Stoffe sollte der Landwirt in seiner Biogasanlage entsorgen.

Doch als diese versagte, landeten die Giftstoffe auf den Äckern rund um Neuendettelsau. Laut Anklage hätten die beiden Müllmakler erkennen müssen, dass die Biogasanlage nicht für die Entsorgung der angelieferten Stoffe geeignet war.

Zudem sollen sie den heute 40 Jahre alten Landwirt betrogen haben. Wie sich in einem anderen Gerichtsverfahren herausstellte, haben die beiden Hessen dem Bauern nur rund 15 Euro für die Entsorgung einer Tonne Giftmüll bezahlt, selbst aber mehr als 145 Euro pro Tonne von ihren Geschäftspartnern kassiert. Der Landwirt war im Sommer 2004 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er hat mittlerweile zwei Drittel seiner Strafe verbüßt und ist wieder auf freiem Fuß.

Vor dem Verwaltungsgericht Ansbach stehen noch zwei Entscheidungen über die finanziellen Folgen des Umweltskandals aus. Das Landratsamt Ansbach fordert von den beiden Müllmaklern aus Hessen 503000 Euro für die Sanierung der Äcker. Der Freistaat Bayern hat die Müllmakler und den Landwirt auf zusammen 810000 Euro Schadenersatz verklagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare