Das Einzige, was man am Dienstag bei Ikea in Wallau noch bekommen konnte, waren Narzissen. Die Möbelkette hat deutschlandweit alle Filialen geschlossen. Jeder Kunde, der vergeblich angereist war, war aufgerufen, sich eine der Pflanzen mitzunehmen. FOTO: DPA
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Das Einzige, was man am Dienstag bei Ikea in Wallau noch bekommen konnte, waren Narzissen. Die Möbelkette hat deutschlandweit alle Filialen geschlossen. Jeder Kunde, der vergeblich angereist war, war aufgerufen, sich eine der Pflanzen mitzunehmen. FOTO: DPA

Weitere Einschränkungen greifen

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Die Grundversorgung soll gesichert werden. Doch Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände werden stark eingeschränkt. Auf Wirte oder Händler kommen harte Zeiten zu. Und auch die Bauern haben wegen Covid-19 zu kämpfen.

Update, 20.3.2020: Ab Samstagmittag sollen Restaurants und Gastronomien aufgrund der Corona-Krise in Hessen schließen. Weitere Infos hier. 

Hintergrund, 17.3.2020: Die Menschen in Hessen müssen sich zunehmend auf den Krisenmodus gegen die Ausbreitung des Coronavirus einstellen. Nachdem zu Wochenstart bereits Schulen und Kitas geschlossen bleiben, werden ab heute auch Kneipen, Kinos, Bordelle, Theater, Museen, Diskotheken und viele Läden erst einmal schließen. Auch Tier- und Freizeitparks sowie Sportplätze machen dicht. Bis zum Montagmittag waren in Hessen 342 Erkrankungen bestätigt. In Wiesbaden starb am Abend ein Corona-Patient in der Klinik - das erste Todesopfer in Hessen. Der Patient sei auf der Intensivstation behandelt worden. Nähere Angaben zur Identität wurden zunächst nicht gemacht. "Unser Beileid gilt allen, die dem Verstorbenen nahe gestanden haben", erklärten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Oliver Franz. "Der Fall zeigt, dass auch die beste medizinische Versorgung manchmal nicht mehr hilft und man die Gefahren, die vom Coronavirus SARS-CoV-2 ausgehen, nicht unterschätzen darf."

Handel:Der Einzelhandel fürchtet wegen der geplanten Ladenschließungen kräftige Einbußen. "Der stationäre Handel wird große Umsatzrückgänge erleiden", sagte Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die Leute kaufen aus Sorge wegen des Coronavirus Lebensmittel, "aber kein neues Sofa". Der Online-Handel dürfte hingegen profitieren. "Die große Frage ist, ob die Logistik der Zulieferer das bewältigen kann." Ob Einzelhändler wie Möbel- und Modegeschäfte Arbeitsplätze streichen oder gar Insolvenz anmelden müssten, hänge von der Dauer der verordneten Schließungen ab.

Bars und Restaurants:Mit der Schließung von Kneipen und Einschränkungen für Restaurants und Hotels stellt sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Hessen auf harte Krisenwochen ein. "Auch wir rechnen noch mit weiteren Einschränkungen", sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner am Dienstag. "Es wird sicher Entlassungen geben." Allerdings habe bereits die Erleichterung der Kurzarbeit auch in kleineren Betrieben geholfen. "Wir haben bereits seit 14 Tagen den totalen Rückgang", sagte Wagner. Restaurants vor allem in größeren Städten hätten schon von sich aus abends geschlossen.

Bildung mit Verzögerung:Hessens Universitäten reagieren mit weiteren Maßnahmen auf die Corona-Krise. "Es ist eine sehr dynamische Entwicklung", sagte eine Sprecherin der Uni Marburg. Die fünf hessischen Unis setzten vorerst bis auf wenige Ausnahmen die Prüfungen aus oder verlegten diese. Präsenzlehrveranstaltungen soll es erst wieder ab dem 20. April geben. "Grundsätzlich gilt bis zum 20. April: Präsenzangebote müssen durch digitale Angebote ersetzt werden, ansonsten sind sie zu verschieben oder abzusagen", hieß es etwa bei der Uni Frankfurt. Betroffen von Einschränkungen waren auch andere Einrichtungen der Hochschulen wie Bibliotheken oder Mensen. Das Abitur soll wie geplant am Donnerstag dieser Woche beginnen.

Opel bremst Produktion in Rüsselsheim, Ikea schließt:Nach dem vom Mutterkonzern PSA verhängten Produktionsstopp fährt Opel die Produktion in seinem Stammwerk Rüsselsheim herunter. Das geschehe wie in Eisenach und Kaiserslautern seit Dienstag kontrolliert, berichtete ein Unternehmenssprecher. Die Mitarbeiter seien noch für Abschlussarbeiten vor Ort. Der Möbelhändler Ikea hat alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland geschlossen. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt.

S chlangen an den Testcentern:Die Testcenter für Coronavirus-Abstriche sind überlastet. Zwar baut die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Kapazitäten weiter aus, aber der Engpass sind die Labore. So bildeten sich wie beispielsweise am Dienstag am Corona-Testcenter des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Hessen in Frankfurt lange Schlangen. Die Krankenhäuser bitten Patienten indes eindringlich, nicht direkt in die Notaufnahme zu gehen, sondern sich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) zu wenden. "Wir müssen jedes unnötige Risiko vermeiden, dass Pflegende und Ärzte infiziert werden", sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Christian Höftberger.

Keine Behördenbesuche:Staatsanwaltschaften und Gerichte sollen wegen des Coronavirus nach Möglichkeit zunächst telefonisch kontaktiert werden. Es geht darum, die Funktionsfähigkeit der Justiz aufrechtzuerhalten. Anträge und andere Anliegen sollten vorrangig per Telefon, Telefax oder auf schriftlichem Weg gestellt und vorgebracht werden. Anträge auf Beratungshilfe, Erteilung von Auszügen aus dem Grundbuch und Zeugen- oder Sachverständigenentschädigungen werden nur noch auf schriftlichem Wege bearbeitet. Hierfür stünden auf der Homepage des Oberlandesgerichts Frankfurt Online-Formulare bereit. Am Montag hatte bereits die Polizei darum gebeten, möglichst keine Reviere mehr zu besuchen.

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