Musa Gezer, Geschäftsführer des Hofheimer Restaurants Beef’n Beer, hat 16 Teddybären an die Tische gesetzt, um den Mindestabstand zu gewährleisten. FOTO: DPA
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Musa Gezer, Geschäftsführer des Hofheimer Restaurants Beef’n Beer, hat 16 Teddybären an die Tische gesetzt, um den Mindestabstand zu gewährleisten. FOTO: DPA

Weitere Corona-Lockerungen

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Die Fünf-Quadratmeter- Regel in der Gastronomie fällt weg. Abstand halten gilt an den Theken und Essenstischen dennoch. Einige Lokale denken sich hierfür Besonderheiten aus.

In der Corona-Krise können die Menschen in Hessen in den kommenden Tagen mit weiteren Lockerungen rechnen. Eine am Dienstag vorgestellte nicht repräsentative Studie zeigt, dass es offensichtlich bei unerkannten Covid-19-Infektionen eine geringe Dunkelziffer gibt. Die Zahl der Infektionen steigt aber noch immer.

Weitere Lockerungen:In Kneipen, Restaurants oder im Café fällt ab Donnerstag die Regel, dass pro fünf Quadratmeter Fläche nur ein Gast erlaubt ist. Dies teilte die Staatskanzlei mit. Gastronomiebetriebe müssen aber für einen Mindestabstand von 1,5 Metern sorgen. So könnten weiterhin nicht alle Sitzplätze in einer Gaststätte belegt werden. Vereine dürfen ab dem 1. Juni Schwimmbäder wieder für Training und Schwimmkurse nutzen. Auch wurde geregelt, dass Kitas zum 2. Juni wieder in einen eingeschränkten Normalbetrieb übergehen können. Alle Verordnungen des Landes zur Corona-Krise wurden ansonsten bis zum 5. Juli verlängert. Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen oder die Kontaktbeschränkungen gelten weiter.

Geringe Dunkelziffer:Unerkannte Infektionen mit dem Coronavirus sind im Rhein-Main-Gebiet offenbar vergleichsweise gering. Das legt eine neue, nicht repräsentative hessische Studie nahe. Demnach wurden von 1000 Studienteilnehmern sechs positiv getestet, vier davon wussten nichts von ihrer Infektion. "Unsere Ergebnisse sprechen für eine geringere Infektionsrate in der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet", erklärte Sandra Ciesek, Direktorin der Medizinischen Virologie des Universitätsklinikums in Frankfurt. Die Studie wurde zusammen mit dem Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg erstellt.

Hilfsprogramm in Marburg:Die heimische Wirtschaft und das soziale Leben in der Corona-Krise will die Stadt Marburg mit einem millionenschweren Sofortprogramm stützen. Falls die Stadtverordneten an diesem Freitag grünes Licht geben, werden dafür insgesamt 3,7 Millionen Euro bereitgestellt. Kern des insgesamt 14 Punkte umfassenden Programms ist ein Stadt-Geld-Gutschein, den die Bürger bei Geschäften, Dienstleistern und Gastronomen sowie in Kultureinrichtungen einlösen können. Alleine darauf entfallen 1,9 Millionen Euro. Insgesamt rund 76 000 Gutscheine will die Stadt nun per Post verschicken - im Wert von je 20 Euro an jeden erwachsenen Bürger und jeweils 50 Euro an Kinder und Jugendliche. Weitere Elemente des Programms sind unter anderem ein Mieterschutzpaket, das etwa den Verzicht auf Mieterhöhungen in diesem und dem kommenden Jahr für Mieter der städtischen Wohnungsgesellschaft vorsieht, sowie ein Notlagenfonds für Solo-Selbstständige.

Infektionszahl steigt:Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten ist in Hessen um 34 gestiegen. Wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte, gab es am Dienstag Stand 14 Uhr 9804 Fälle. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, stieg um zwei auf 462.

Weitere Kontrollen nach Gottesdienst:Nach dem Covid-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt. Es gebe aktuell 112 bestätigte Fälle. Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen.

Teddy am Tisch:Um den angeordneten Mindestabstand zwischen seinen Gästen zu gewährleisten, hat ein Restaurant Spielzeugbären an seine Tische gesetzt. Dies sei viel freundlicher als Absperrbänder oder Plexiglasscheiben zu verwenden, begründet Geschäftsführer Musa Gezer die ungewöhnliche Idee. Insgesamt sitzen 16 Plüschtiere im Gastraum des Beef’n Beer in Hofheim und sorgen bei den Besuchern für ein Lächeln.

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