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Die weißen Federn des Silberreihers - früher vor allem als Schmuck von Damenhüten sehr beliebt.

Weiße Hingucker

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Wetzlar - Immer häufiger werden dem Naturschutzbund (NABU) Hessen im Winter Sichtungen von eleganten weißen Vögeln gemeldet. Die Beobachter sind sich dabei oft nicht sicher, wem sie überhaupt begegnet sind. »Tatsächlich hat die Anzahl der Silberreiher-Sichtungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen«, berichtet der NABU Vogelexperte Maik Sommerhage.

Dabei stand der Silberreiher laut NABU schon einmal knapp vor der Ausrottung.

Feuchtgebiete und Wiesen

Die Wintergäste sind hauptsächlich in Flachwasserbereichen von Seen und Teichen, in Feuchtgebieten und Flussauen oder auf Äckern und Wiesen zu finden. Dank des leuchtend weißen Gefieders sei der Vogel schon von Weitem zu sehen und könne deshalb auch leicht von Menschen erkannt werden, erklärt die NABU Referentin für Umweltkommunikation, Kathrin Kaltwaßer. »Es ist noch gar nicht so lange her, da war ein hierzulande gesichteter Silberreiher eine enorme Seltenheit«, erinnert sich Sommerhage. Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Vogel beinahe ausgerottet. Die verlängerten und fein gefiederten Schmuckfedern seines Rückens waren besonders in der Damenwelt als Hutschmuck gefragt. In letzter Minute sei die Jagd auf Silberreiher untersagt und die noch bestehenden Populationen seitdem geschützt worden, erklärt der Vogelexperte. Auch in Europa haben sich die Bestände des Silberreihers allmählich erholt und wieder ausgedehnt. So ist die Art von Südosteuropa bis in die Niederlande und nach Nordpolen vorgedrungen, sagt Kaltwaßer. Heute lassen sich Silberreiher in Deutschland an zahlreichen Orten beobachten, immer häufiger kommt es zu großen Schlafplatzgemeinschaften. Allerdings handelt es sich in den meisten Fällen um Durchzieher und Wintergäste.

Brutpaare sind bisher selten

Kaltwaßer sagt: »Brutpaare sind bisher noch selten.« Warum die Silberreiher zunehmend Gefallen an deutschen Feuchtgebieten finden und diesen »Reisetipp« offenbar auch fleißig verbreiten, wissen die Experten nicht sicher. Aber der Vogel ist mittlerweile in allen Kreisen Hessens vor allem in der Zeit von Oktober bis März anzutreffen. »Gute Chancen, einen Silberreiher zu Gesicht zu bekommen, hat man in Hessen am Twistesee in Nordhessen, in den Lahnauen Mittelhessens, in den Feuchtgebieten der Wetterau oder auf den Flächen der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe an den Vogelsbergteichen«, empfiehlt Maik Sommerhage. pm

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