So sehen die Sendungen aus, vor der das Regierungspräsidium Gießen warnt. FOTO: RP
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So sehen die Sendungen aus, vor der das Regierungspräsidium Gießen warnt. FOTO: RP

Warnung vor verdächtigen Pflanzensamen

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Gießen- Das Regierungspräsidium Gießen warnt vor unbestellten Postsendungen mit Pflanzensamen aus Asien. Die Samen könnten "mit für unsere heimische Pflanzenwelt hochgefährlichen Viren, Bakterien oder Pilzen verseucht sein", teilte das Regierungspräsidium am Montag mit.

In Südhessen seien zwei solcher Fälle bekannt. Betroffene fänden ein Kuvert in ihrem Briefkasten, in dem kleine Tüten mit Samen enthalten seien. Die Adressaten hätten diese aber nicht bestellt. Gemeinsam mit Behörden in den USA, Japan und China prüfe man den Zweck dieser Sendungen. "Ersten Vermutungen der Behörden in Übersee zufolge handelt es sich um eine Betrugsmethode, bei der Kriminelle sich in die Accounts von Versandplattformen wie Amazon und Co. der Empfänger einloggen und die Bestellungen aufgeben, um sich selbst positive Bewertungen zu vergeben", teilte das Regierungspräsidium mit.

Solche Sendungen seien illegal. Die Samen sollten demnach nur im Restmüll entsorgt werden. Keinesfalls sollten sie ausgesät oder auf dem Kompost verteilt werden.

Zuständig für solche Sendungen ist das Dezernat Pflanzenschutzdienst Hessen des RP Gießen. Solche Sendungen würden von den Beschäftigten des Pflanzenschutzdienstes üblicherweise bereits am Flughafen Frankfurt oder im dortigen internationalen Postverteilzentrum von den RP-Experten und dem Zoll zurückgewiesen. Seit Dezember 2019 dürften alle Pflanzen, lebende Pflanzenteile, Samen sowie fast alles Obst nur noch mit einem amtlichen Pflanzengesundheitszeugnis (phytosanitary certificate) versendet beziehungsweise eingeführt werden. Für einige davon, unter anderem für Kartoffeln, bestehe sogar ein generelles Einfuhrverbot. Einzige Ausnahmen seien Früchte von Ananas, Kokosnuss, Durian, Banane und Dattel. Nur diese dürften weiterhin ohne amtliches Pflanzengesundheitszeugnis in die Europäische Union eingeführt werden. dpa/pm

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