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In Kassel haben Trauernde von Walter Lübcke Abschied genommen.

Gottesdienst in Kassel

Trauer um Walter Lübcke: Abschiedsworte seines Sohns gehen unter die Haut

2000 Gäste nehmen Abschied vom erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten. Die persönlichen Worte seines Sohns gehen unter die Haut.

  • Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde tot im Garten seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Landkreis Kassel) aufgefunden
  • Der CDU-Politiker starb an einem Kopfschuss, sagen Ermittler
  • Verdächtiger Ersthelfer nach Befragung wieder auf freiem Fuß
  • Bewegende Trauerfeier in Kassel  

Update, 14. Juni, 9:12 Uhr: Bei der Trauerfeier für den ermordeten Regierungspräsidenten wurden auch die Schmähungen gegen den Politiker angesprochen. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, sagte: „Die Würde des Menschen, auch eines verstorbenen Menschen, muss unantastbar bleiben! Auch im Netz!“

Im Internet äußerten nach der Tat insbesondere Nutzer aus der rechtsextremen Szene unverhohlen Freude über den gewaltsamen Tod des CDU-Politikers.

Polizei und Bundeswehr halten eine Ehrenwache am Sarg bei einem Trauergottesdienst in der Martinskirche für den verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU). Lübcke wurde mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Wohnhauses getötet.

Update, 13. Juni, 20:11 Uhr: Christoph Lübcke, der älteste Sohn von Dr. Walter Lübcke, hat bei der Trauerfeier in der Kasseler Martinskirche am Donnerstagnachmittag das Wort ergriffen. In bewegenden Worten dankte er dem Vater für seine „große Liebe und Fürsorge“, für die Werte und Ideale, die er seinen Söhnen vermittelt habe. 

Wie sehr der Regierungspräsident geschätzt wurde und wie beliebt er war, wurde in allen Reden der Trauerfeier deutlich. „Er mochte die Menschen, die Menschen liebten ihn. Er war beliebt, aber nicht beliebig“, sagte Volker Bouffier in seiner Würdigung über seinen Freund und Weggefährten. 

Abschied von Walter Lübcke: Sohn findet bewegende Worte bei Trauerfeier

Update, 13. Juni, 18:53 Uhr: Bei einem Trauergottesdienst nehmen die Menschen Abschied von Walter Lübcke. "Lieber Papa, wir müssen heute nach deinem unfassbaren Tod von dir Abschied nehmen", erklärt Christoph Lübcke nur wenige Meter entfernt vom Sarg seines Vaters Walter Lübcke. In diesem Moment steigen vielen Trauergästen die Tränen in die Augen.

Das Konterfei von Walter Lübcke (CDU) ist hinter einem Bundeswehrsoldaten am Sarg bei einem Trauergottesdienst in der Martinskirche zu sehen. Lübcke wurde mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Wohnhauses getötet.

Mehr als 1300 Trauergäste waren gekommen, um von dem erschossenen nordhessischen Regierungspräsidenten Abschied zu nehmen. Ungewissheit über die Todesumstände überschattete die Trauerfeier: "Zur Grausamkeit der Tat kommt die Ungewissheit: Wer war es, der diesem Leben kaltblütig und hinterrücks ein Ende setzte?", sagt Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Hessen trauert um Walter Lübcke

Update, 13. Juni, 18:03 Uhr: Bei einem Trauergottesdienst haben am Donnerstag mehr 1300 Menschen in Kassel Abschied von dem erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke genommen. "Es ist ein trauriger, schmerzlicher und kaum fassbarer Anlass, der uns zusammenführt", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der Martinskirche.

Getrauert wurde auch außerhalb Nordhessens: Die hessischen Regierungspräsidien und oberen Landesbehörden hatten Trauerbeflaggung gehisst.

Fall Lübcke: Ermittler vor sehr komplexen Herausforderung

Update, 13. Juni, 10:01 Uhr: Der Zugriff auf einen verdächtigen Ersthelfer am vergangenen Samstag hat nicht den erhofften Durchbruch gebracht: Der Mann musste nach langer und intensiver Befragung wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Nun konzentrieren sich die Ermittler der „Soko Liemecke“ auf eine minutiöse Tatrekonstruktion. „Da wird jedes Steinchen umgedreht“, sagte Christoph Schulte von LKA Hessen gegenüber der FAZ

Demnach stehen die Ermittler vor einer sehr komplexen Herausforderung. Es gilt Fragen zu klären wie: Wann war der Mörder am Tatort? Wie hat er sich seinem Opfer genähert? Hat es zuvor noch ein Gespräch gegeben, das vielleicht Zeugen gehört haben, oder wurde das Opfer unmittelbar getötet? Genug zu tun für die Beamten, so Schulte. 

Update, 13. Juni, 8:05 Uhr: Heute soll bei einer Trauerfeier an den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnert werden. Um 16 Uhr wird es in der Kasseler Martinskirche einen Gottesdienst geben, zu dem unter anderem auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet wird. 

Update, 12. Juni, 17.14 Uhr: Prof. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, spricht am Donnerstag bei der Trauerfeier für den getöteten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke in der Martinskirche in Kassel. Der Trauergottesdienst startet um 16 Uhr. Polizei und Bundeswehr halten eine Ehrenwache am Sarg.

Derweil laufen die Ermittlungen der Sonderkommission „Liemecke“ weiter auf Hochtouren, teilt Christoph Schulte, Sprecher des Landeskriminalamts, am Mittwoch auf Nachfrage mit. Den Schwerpunkt der Arbeit nehme die Tatrekonstruktion ein.

Update, 12. Juni, 11.46 Uhr: Neue Details zum spektakulären Polizeieinsatz im Fall Lübcke, bei dem SEK-Beamte einen Verdächtigen in Gewahrsam nahm. Entgegen ersten Berichten, fand der Zugriff nach Angaben des LKA Hessen nicht auf einer Nordsee-Fähre statt, sondern auf einem Parkplatz am Fährhafen, auf den die Passagiere gebracht worden waren. 

Bei dem Mann soll es sich um einen Sanitäter handeln, der als Ersthelfer am Tatort war und sich dort auffällig verhalten hatte. Der Mann soll angeblich Blutspuren beseitigt haben. 

Der Mann war nach einer Befragung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Eine Tatbeteiligung habe sich nicht erhärten lassen, teilte die Polizei mit. 

Fall Lübcke: Viele Hinweise

Update, 11. Juni, 16.30 Uhr: Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen die Ermittler inzwischen knapp 200 Hinweisen nach. Ob sich darunter eine heiße Spur befindet, ist bislang unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen, alles andere ist Spekulation", sagte der Sprecher des hessischen Landeskriminalamtes (LKA), Christoph Schulte, am Dienstag. Die mittlerweile 187 eingegangenen Hinweise würden nun abgearbeitet.

Update, 11. Juni, 15.27 Uhr: Kassel/Wiesbaden - Der Fall hat hohe Wellen geschlagen: Am Sonntag, 2. Juni, wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke tot im Garten seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Landkreis Kassel) aufgefunden. Die Leiche wies eine Schusswunde am Kopf auf. Die Ermittler schließen einen Suizid aus. Was genau in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschah, ist noch unklar. 

Ersthelfer verändert den Tatort nach gewaltsamen Tod von Lübcke – Festnahme auf Nordsee-Fähre nach Wangerooge

Ein Sanitäter soll den Tatort verändert haben, er wurde am Pfingstsamstag auf einer Nordsee-Fähre nach Wangerooge festgenommen, in der Nacht zum Sonntag allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihm konnte keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden. Er gilt als enger Freund eines Sohnes von Walter Lübcke. Der Sohn soll ihn in der Tatnacht angerufen haben. 

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Nach Angaben der Bild-Zeitung wollte der Ersthelfer in der Tatnacht auf der Terrasse von Lübckes Haus Blut mit einem Felgenreiniger entfernen. Warum er das getan haben sollte, ist unklar. Medien spekulierten, dass der Mann der Familie den grausamen Anblick am Tatort habe ersparen wollen. 

Fall Walter Lübcke auch Thema bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“

Am 5. Juni war der gewaltsame Tod von Walter Lübcke auch Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Die Polizei erhoffte sich weitere Hinweise zur Tatnacht. Es gingen neue Hinweise bei der Polizei ein, eine ganz heiße Spur sei aber nicht dabei gewesen. 

msb/ULRIKE PFLÜGER-SCHERB UND FRANK THONICKE

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