Wahlmänner für Bundespräsidentenwahl entsendet

Wiesbaden (dpa/lhe). Hessen entsendet den früheren Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und den IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber nach Berlin zur Wahl des Bundespräsidenten. Der hessische Landtag wählte gestern bei einer Sondersitzung in Wiesbaden 45 Mitglieder für die Bundesversammlung.

Die Fraktionen nahmen diesmal mehr Nicht-Politiker auf die Listen auf als sonst, da eine breite Mehrheit für den Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck gesichert scheint. Er wird bei der Wahl am 18. März von CDU, SPD, FDP und Grünen unterstützt.

Die CDU wählte in Wiesbaden 18 Wahlmänner und -Frauen, die SPD elf, die FPD acht, die Grünen sechs und die Linkspartei zwei. Weitere 45 Bundestagsabgeordnete aus Hessen gehören automatisch zur 1240 Mitglieder zählenden Bundesversammlung, die den Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff bestimmen soll.

Koch, mittlerweile Vorstandsvorsitzender beim Baukonzern Bilfinger Berger, wurde auf Platz zwei der CDU-Liste nominiert – hinter Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Koch gilt als der Mann, der bei der letzten Bundespräsidentenwahl 2010 vor dem dritten Wahlgang zaudernde Unions-Delegierte auf Linie brachte und damit Wulffs Sieg sicherte. Auf der CDU-Liste fährt auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth mit nach Berlin. "Die CDU wird erfahrene Vertreter zur Bundesversammlung entsenden", sagte Fraktionschef Christean Wagner.

Die SPD nominierte IG-Metall-Chef Huber und drei weitere Nicht-Politiker. "Die Zusammensetzung der Teilnehmerliste ist für uns Ausdruck der breiten gesellschaftlichen Verankerung der SPD in der Gesellschaft", sagte der Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. "Joachim Gauck ist menschlich integer, ein freier und ungebundener Geist und steht mit seiner Biografie für das große Thema Freiheit."

Die mitregierende FDP nahm erneut den Unternehmer Ludwig Georg Braun auf die Liste, den Ehrenpräsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). An der Spitze steht der Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn. Die Grünen nominierten zum zweiten Mal nach 2010 die frühere FDP-Spitzenpolitikerin Hildegard Hamm-Brücher. Neben den Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir und Kordula Schulz-Asche kamen vier Grünen-Kommunalpolitiker auf die Liste, darunter der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Die Linkspartei wählte ihre Landesvorsitzende Heidemarie Scheuch-Paschkewitz und den Marburger Sozialethik-Professor Franz Segbers als Delegierte. Die Linke schickt Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld gegen Gauck in die Wahl.

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