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Respektvolles Miteinander: Bei Volkswagen gelten ab sofort klare Regeln für den Umgang. Unser Bild zeigt die Halle 2 im VW-Werk Baunatal.

„So etwas dulden wir nicht“

VW-Werk in Baunatal setzt Zeichen gegen Rechtsextremismus

Der Volkswagen-Konzern setzt ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Dazu hat der Autobauer seine Betriebsvereinbarung um einen Passus ergänzt. 

Die Vereinbarung besagt, dass fremdenfeindliche Äußerungen, Verhaltensweisen und Symbole im Unternehmen nicht akzeptiert werden. „Volkswagen hat konzernweit eine klare Grundhaltung zur Gleichbehandlung. 

Damit handeln wir vorbeugend und beziehen gerade deshalb klar Position“, sagt Werkssprecher Heiko Hillwig auf Anfrage der HNA. Mit der Vereinbarung reagiert

Volkswagen

* auf die aktuelle gesellschaftliche Debatte. Demnach sollen Verstöße künftig auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen geahndet werden.

Heiko Hillwig, Werkssprecher

Rechte Hetze, Hass und Ausgrenzung haben im Baunataler VW-Werk keinen Platz. Der größte Arbeitgeber der Region setzt ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und menschenverachtendes Verhalten.

Mit der Erweiterung der Betriebsvereinbarung unter dem Titel „Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ sind nun verbindliche Spielregeln justiziabel festgeschrieben worden. Darin steht: „Volkswagen fördert die Gleichbehandlung ungeachtet ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung, Weltanschauung, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Ausrichtung, sozialer Herkunft oder politischer Einstellung, sofern Letztere auf demokratischen Prinzipien und Toleranz gegenüber Andersdenkenden beruht.“ 

Jeder Beschäftigte und jede Führungskraft ist dafür verantwortlich, auf ein partnerschaftliches Miteinander zu achten. Wer gegen die Grundsätze der Vereinbarung verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. „So etwas dulden wir nicht“, sagt Werkssprecher Heiko Hillwig.

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Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender.

Mit der konzernweiten Richtschnur bekräftigt VW die Sozialcharta und reagiert auf die Zunahme von rechtsextremen Äußerungen und das Tragen von Nazi-Symbolen in der Gesellschaft. Auch im Baunataler Werk soll es vermehrt Mitarbeiter gegeben haben, die Kleidung mit fremdenfeindlichen und rechtsextremistischen Parolen trugen, unter anderem T-Shirts mit der Aufschrift C 18 (Combat 18) und Sprüchen wie „nicht nur von der Sonne braun.“ So wird es zumindest in den sozialen Netzwerken propagiert. Zu konkreten Vorfällen in Baunatal kann Hillwig keine Angaben machen. Aber Einzelfälle könne es gegeben haben. Das sei bei 17 000 Mitarbeitern aus 47 Nationen auch nicht auszuschließen. „Wie jedes Unternehmen ist Volkswagen ein Spiegel der Gesellschaft“, sagt Hillwig. Daher sei das Thema Extremismus in der Belegschaft durchaus präsent.

Der Betriebsratsvorsitzende Carsten Bätzold hat von diesen Einzelfällen im Baunataler Werk gehört. Um welche Symbole auf der Kleidung es sich genau gehandelt haben soll, weiß er aber nicht. Es habe auch keine konkreten Hinweise auf offene Beleidigungen gegeben, die dem Betriebsrat gemeldet wurden. Trotzdem sei man sensibilisiert.

„Wir erwarten einen respektvollen Umgang“, sagt Bätzold. Man akzeptiere verschiedene Meinungen, aber menschenverachtendes Verhalten werde nicht toleriert. Mit dem Zusatz zu der seit dem 1. Juli 2007 geltenden Betriebsvereinbarung sei nun eine rechtliche und verbindliche Grundlage geschaffen worden, um sich sachgerecht mit den gesellschaftlichen Veränderungen auseinanderzusetzen.

Von Alia Diana Shuhaiber

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