Der Magistrat hat entschieden: Der Weihnachtsmarkt ins Alsfeld wird abgesagt.
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Der Magistrat hat entschieden: Der Weihnachtsmarkt ins Alsfeld wird abgesagt.

Corona

Weihnachtsmarkt 2021 in Alsfeld nach Kehrtwende doch abgesagt

  • Lena Karber
    VonLena Karber
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Die ersten Buden standen schon. Nun fällt der Weihnachtsmarkt 2021 in Alsfeld (Vogelsbergkreis) doch noch dem Coronavirus zum Opfer.

Update vom Mittwoch, 01.12.2021, 08.36 Uhr: Noch am vergangenen Mittwoch standen die Zeichen gut für den Weihnachtsmarkt in Alsfeld, der am 3. Dezember öffnen sollte. Die ersten Holzbuden sind bereits aufgestellt. Doch am gestrigen Dienstag zog der Magistrat die Notbremse und beschloss die Absage der geselligen Veranstaltung.

Dabei sollte ein Sicherheits- und Hygienekonzept mit dauerhafter 2G-Eingangskontrolle in einem abgetrennten Gastrobereich das Fest möglich machen. Vorgesehen waren auch Stichproben durch Ordnungsdienst und Polizei. Zudem wurde die Verbreitungsgefahr an der »frischen Luft« grundsätzlich als kleiner gegenüber Treffen in geschlossenen Räumen angesehen.

Nachdem allerdings Hessens Sozialminister Kai Klose den ersten Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron in Hessen am Wochenende bestätigte, hat sich die Ausgangslage verändert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC haben Omikron als »besorgniserregend« eingestuft. In einer Pressemitteilung teilte die Stadt bereits am Montagabend mit, dass aufgrund der bisherigen, geringen Erkenntnislage von Experten über die Variante das Risiko zur Durchführung des Marktes nunmehr zu wenig eingeschätzt werden könne. Dem schloss sich der Magistrat am Dienstag an.

Weihnachtsmärkte 2021 im Vogelsbergkreis: Absage in Alsfeld nicht leicht gemacht

Zudem sprechen die Meldungen und Erfahrungen von aktuell stattfindenden Weihnachtsmärkten ebenfalls tendenziell gegen eine Durchführung. Auch die zu erwartenden weiteren Kontaktbeschränkungsmaßnahmen der kurzfristig angesetzten Bund-Länder-Konferenz seien mit in die Abwägung einbezogen worden.

Es mache jetzt keinen Sinn, weiter zu planen und aufzubauen, um dann möglicherweise im laufenden Betrieb abbrechen zu müssen. Auch seitens der Marktbeschicker seien die Bedenken größer geworden und über das Wochenende hinweg drei Absagen eingegangen, wie Bürgermeister Stephan Paule mitteilte.

Man habe sich bis zuletzt die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern habe sich ausführlich mit dem sachlichen Für und Wider des Konzeptes vor Ort auseinandergesetzt. Die Summe aller Punkte ließen letztlich jedoch nur einen negativen Entschluss zu. Daher hat Bürgermeister Paule dem Magistrat am Dienstag die Absage vorgeschlagen.

Weihnachtsmärkte 2021 im Vogelsberg: Alsfeld nicht von Absage-Welle erfasst

Erstmeldung vom Freitag, 26.11.2021, 11.48 Uhr: Alsfeld – Der Duft von gebrannten Mandeln, strahlende Kinder auf Karussellen, rote Wangen von zu viel Glühwein - all dies macht für viele Menschen die Vorweihnachtszeit aus. Dass das in diesem Jahr in Homberg nicht stattfinden wird, stand für die Schlosspatrioten schon Ende Oktober fest. »Die Pandemielage lässt einen Markt auch 2021 noch nicht zu, die täglich steigenden Infektionszahlen sprechen leider für sich«, begründeten sie die Absage des »Weihnachtszaubers«, der am 4. Dezember stattfinden sollte. Die deutschlandweite Inzidenz lag damals bei 130, stieg aber steil an.

Dennoch sollte es noch drei Wochen bis zum nächsten Bund-Länder-Gipfel mit Beratungen über schärfere Corona-Regeln dauern. Da die bundesweite Inzidenz inzwischen auf etwa 340 gestiegen war, blickten viele gespannt auf die Beratungen und die Erlässe der Länder. Können in einer solchen Situation Weihnachtsmärkte stattfinden? Ja, befand Volker Bouffier für Hessen - ohne Begrenzung der Besucherzahl oder Zugangsbeschränkungen wie zum Beispiel 3G. Einzige Vorgabe: die Abstands- und Hygieneregeln sollen eingehalten werden.

Zahlreiche Weihnachtsmärkte im Vogelsbergkreis 2021 abgesagt

Dennoch haben in den vergangenen Tagen nahezu alle Veranstalter hierzulande ihre Weihnachtsmarkt-Pläne aufgegeben. »Die Zahlen steigen und steigen. Auch die Intensivbetten in den Krankenhäusern sind fast alle belegt und das Gesundheitssystem wird stark beansprucht«, meint etwa der Ulrichsteiner Bürgermeister Edwin Schneider. Deshalb habe sich der Vorstand schweren Herzens dazu entschlossen, auch den diesjährigen Weihnachtsmarkt ausfallen zu lassen, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen. Bisweilen spielte zudem die Umsetzbarkeit der Vorgaben eine Rolle. Etwa in Lauterbach, wo man unter anderem die »beschränkten Platzmöglichkeiten im Hohhausgarten« als Grund für die Absage anführte oder in Schlitz, wo man laut Stadt in den vergangenen Wochen intensiv an einem Konzept gearbeitet hatte, das einen Marktbetrieb unter den Bedingungen der Corona-Pandemie ermöglichen sollte, letztlich aber doch absagte.

Im Vorfeld habe man mit Budenbetreibern und Akteuren des Rahmenprogramms Rücksprache gehalten, heißt es aus Schlitz. Viele Budenbetreiber hätten ihre Teilnahme infrage gestellt oder bereits abgesagt. »Insbesondere die Absagen im gastronomischen Bereich würden dazu führen, dass der Andrang bei den verbleibendenden Anbietern steigt und es so zu längeren Wartezeiten und größeren Menschenansammlungen an den Ständen kommen würde«, schreibt die Stadtverwaltung. Zudem fürchtet man, ebenso wie in Lauterbach, weitere Absagen.

Weihnachtsmärkte im Vogelsbergkreis: Unsicherheit schreckt Alsfeld nicht ab

Zudem spielte jedoch noch etwas anderes eine Rolle: Die Veranstalter rechnen damit, dass die Auflagen noch einmal verschärft werden. Aus Unsicherheit und Sorge bleiben daher abermals viele Plätze leer. Auch auf dem Hoherodskopf wird es keine »Romantische Bergweihnacht« geben.

In Alsfeld will man sich von dieser Unsicherheit hingegen nicht abschrecken lassen. Nach sorgfältiger Prüfung und Diskussion über Für und Wider habe der Magistrat entschieden, dass der Markt stattfinden soll, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Allerdings wurde das Corona-Konzept verschärft und geht nun über die bislang vom Land vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus.

So war auf der Homepage des Weihnachtsmarktes bis Mittwoch nicht von Zugangsbeschränkungen die Rede gewesen, nun steht jedoch fest: auf dem Alsfelder Weihnachtsmarkt gilt in diesem Jahr die 2G-Regelung. Ungeimpfte haben also keinen Zutritt.

Weihnachtsmärkte 2021 im Vogelsbergkreis: Alsfeld setzt auf 2G-Regelung

Davon ausgenommen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Sie können am Eingang ihr Testheft aus der Schule als Negativ-Nachweis vorzeigen.

Laut Stadt wird das Weihnachtsmarkt-Team bei den Zugangskontrollen und der Durchsetzung der Maßnahmen von einem Sicherheitsdienst unterstützt. Außerdem sollen Festival-Bändchen zum Einsatz kommen, um zu überprüfen, ob die Gäste die Zugangskontrollen durchlaufen haben. »Je nach Bedarf und Frequentierung des Marktes kann auch kurzfristig mit Anpassungen des Konzeptes reagiert werden«, heißt es in der Pressemitteilung.

Aufgrund der Corona-Situation soll der Markt in diesem Jahr etwas anders aufgebaut werden als sonst: So wird es laut Stadtverwaltung einen zentralen Gastro- und Verzehrbereich in der Mitte geben. Außerdem gelte auf dem Rest des Geländes mit den Warenständen Maskenpflicht. Die Stadt appelliert dabei an die Vernunft und die Mithilfe der Gäste, damit der Weihnachtsmarkt sicher durchgeführt werden kann.

»Auch wenn der Weihnachtsmarkt etwas anders sein wird als in den letzten Jahren: Die Stadt Alsfeld und das Weihnachtsmarkt-Team von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing freuen sich auf den Markt und hoffen auf viele gemeinsame schöne Stunden auf dem Alsfelder Marktplatz«, heißt es vonseiten der Stadt.

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