Vier Bewerber für Gießener Ulenspiegel

Gießen (fd). Vor genau einem Monat wurde es offiziell: Die Stadt sucht als Nachfolger von Hans-Jürgen "Felix" Liebert einen neuen Pächter für Ulenspiegel und Bitchen. "Bis Freitag wurden vier Bewerbungen abgegeben. Eine Sichtung und Bewertung hat noch nicht stattgefunden", verriet Magistratssprecherin Claudia Boje am Montag auf GAZ-Anfrage.

Bis zum Freitag hatten sich Interessenten für die zum Großteil städtische Liegenschaft melden können.

Bei einigen Interessenten hatte es im Vorhinein Irritationen gegeben: Sie kritisierten das Verfahren, der Stadt schriftliche Erklärungen Lieberts und einer Privatperson, der ein Teilbereich des Bitchens gehört, vorlegen zu müssen. Im Falle Lieberts ging es um eine Abstandszahlung für Einbauten sowie Einrichtungsgegenstände. Damit, so argumentierten Interessenten in ihrer Kritik, sei man als Bewerber auf das "Wohlwollen" des bisherigen Pächters angewiesen. Boje erklärte dazu, dass eine Bewerbung "ausschließlich von der notwendigen Liquidität eines Interessenten" abgehangen habe, die nachzuweisen war. Die Magistratssprecherin versicherte: "Herr Liebert hat keinerlei Einfluss darauf genommen, wer sich bei uns bewirbt."

Zudem habe es vonseiten der Stadt noch weitere Kriterien an die Interessenten gegeben, unter anderem gastronomische Erfahrung: "Wir legen großen Wert darauf, dass das bisherige erfolgreiche gastronomische Konzept – für Bitchen wie für den Ulenspiegel – erhalten bleibt."

So war in der Ausschreibung für die potenziellen Nachfolger Lieberts etwa bereits festgehalten, dass ein künftiger Pächter ein "vielschichtiges Kulturangebot" an "mindestens 110 Tagen pro Jahr" anzubieten habe, bei einem monatlichen Pachtzins in Höhe eines mittleren vierstelligen Betrags für das denkmalgeschützte Ensemble inklusive Biergarten, Wohnung und Stellplatz am Seltersweg.

Das teils kritisierte Ausschreibungsverfahren erklärte Claudia Boje mit den Besonderheiten des Objekts: Die Eigentumssituation des Bitchens, das zum einen Teil in städtischer und zum anderen Teil in privater Hand ist. Desweiteren mit den Abstandszahlungen an den bisherigen Pächter für seine in der Vergangenheit getätigten Investitionen.

Der eigentlich bis 2019 laufende Vertrag mit dem bisherigen Pächter Hans-Jürgen "Felix" Liebert wird – sofern bis dahin ein Nachfolger gefunden ist, wovon auszugehen ist – zum Ende des Jahres im gegenseitigen Einvernehmen beendet. Verpachtet werden die beiden Gaststätten nur gemeinsam.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare