Wie alle hessischen Premiumwanderwege ist auch die Zweiburgenextratour bestens beschildert.
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Wie alle hessischen Premiumwanderwege ist auch die Zweiburgenextratour bestens beschildert.

So viel Weite ganz in der Nähe

  • Annette Spiller
    vonAnnette Spiller
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Sonnenschein ist schön - aber ein Himmel mit wilden Wolkenfetzen hat auch seinen Reiz. Vor allem, wenn man viel davon sieht. Die Zweiburgentour zwischen Hohensolms und Großaltenstädten im Lahn-Dill-Kreis eignet sich bestens für einen Ausflug. Wanderlust ganz in der Nähe - und Fernblick inbegriffen.

Hohensolms ist ein nettes Örtchen mit schmalen Gassen - das bekannteste Gebäude ist selbstredend die heute als Jugendburg der evangelischen Kirche genutzte Anlage Schloss Hohensolms. Trutzig, spätmittelalterlich, gut erhalten, wie es auf der Homepage des Naturparks Lahn-Dill-Bergland heißt. Burg Nummer zwei auf dem Altenberg ist da ein ganz anderes Kaliber. Aber davon später. Die Zweiburgentour im Hohensolmser Land gehört zu den Extratouren in Hessen, ist somit ein Premiumweg und dementsprechend gut beschildert. Die Rundtour ist 11,1 Kilometer lang mit 239 Höhenmetern im An- und Abstieg - eine leichte Wanderung zum Genießen, die mit rund dreieinhalb Stunden angegeben ist. Das kommt hin, wenn man sich viel Zeit lässt und die Aussicht auskostet.

Als Startpunkt bietet sich der Toureinstieg am Rande von Hohensolms an, unterhalb der Baumallee "Auf dem Hals" am Ende der Steinstraße, sodass man beide Burgen auf der Strecke noch vor sich hat. Am Ortseingang über Königsberg kommend rechts hoch ins Wohngebiet fahren, parken, losgehen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen will, kann bis Wetzlar den Zug nehmen und dann in den Bus 415 bis Hohensolms Wetzlarer Straße steigen.

Also los - und schon sieht man Land, während es zunächst an Äckern vorbei und dann am Waldrand entlanggeht. Wälder, Hügel, Wiesen, Himmel - dieses Quartett der Eindrücke bildet die Grundmelodie der Wanderung. Ein Aussiedlerhof zur linken, und da kommt schon der unwiderstehliche erste Rastplatz - die Baumelbank. Auch große Leute reichen mit den Füßen nicht auf den Boden, versprochen. Und können einen Keks verspeisen, während sie rüber nach Osten zum Dünsberg und ins Gießener Becken schauen. Schön, auch aus dieser Perspektive.

Weiter geht’s zum ersten Höhepunkt der Tour im wahrsten Sinne des Wortes. Auf verschlungenem Pfad durch den Wald führen die Wegweiser zum 442 Meter hohen Altenberg, wo die Vorgängerburg des Schlosses Hohensolms gestanden hat. An den Hängen des Altenberges lassen sich Reste eines doppelten Ringwalls und tiefe Gräben erkennen.

Laut Geschichtsschreibung errichteten die Solmser Grafen hier um 1321 die Burg Alt-Hohensolms, um ihren Herrschaftsbereich zu sichern. Das klappte nicht recht - in kriegerischen Auseinandersetzungen wurde die Burg 1349 endgültig zerstört. Von ihr sind nur noch Reste erhalten, und im 19. Jahrhundert wurde aus den Steinen der ehemaligen Burg ein Aussichtsturm errichtet. Von seiner Plattform hat man einen grandiosen Blick in die Umgebung - oder hätte das, um ein bisschen ketzerisch zu sein, denn hier und da verstellen die Baumkronen den Blick. Dennoch - ein schöner Ort auf dieser Hügellichtung, und Tische und Bänke bieten auch größeren Wandergruppen einen idyllischen Rastplatz.

Ein gutes Stück des Weges führt nun erst einmal durch den Wald, bevor man die Wetzlarer Straße überquert und dort ankommt, wofür Hohensolms auch steht und aus der Ferne lokalisierbar ist: Im Windpark mit sieben Windkraftanlagen. Vorbei geht es an Schautafeln zur Windenergieerzeugung. Schön ist die Natur auch hier, aber das Rauschen der Bäume hat für einige Zeit ein deutliches Begleitgeräusch.

Die Burganlage Hohensolms und der Ort auf dem Hügel bieten ein gutes Fotomotiv. Noch mal kurz Geschichte: Auf den Ramsberg waren die Burgherren anno dazumal ausgewichen und errichteten 1350 dort die heute noch bestehende Burg Hohensolms. Ab jetzt schlängelt sich der Wanderweg aus dem Wald durch die Altenstädter Heide. Vorbei an Pfeffermühle und Lohmühle läuft nun ein schmaler Pfad durch den Wald und am Freibad vorbei an den Ortsrand von Großaltenstädten. Von dort geht es bergauf bis nach Hohensolms, wo man die Burganlage passiert und hinter den Häusern des oberen Ortsrandes wieder am Ausgangspunkt ankommt.

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