Viehtransporte im Fokus von Polizei und Veterinären

Wetzlar/Gießen (csk). In der Nacht zum Montag kontrollierte die mittelhessische Polizei unter anderem am Parkplatz "Kochsgrund" an der Autobahn A 45 bei Naunheim Tiertransportfahrzeuge; wie überhaupt erstmals hessenweit zur selben Zeit diese Lkw-Gattung gebündelt unter die Lupe genommen wurde.

Drei Streifen mit Veterinärmedizinern an Bord befanden in Mittelhessen im Einsatz. Weitere Kontrollstellen waren unter anderem bei Wiesbaden, Bad Hersfeld und Hanau eingerichtet.

Einsatzleiter Gerhold Bunge von der Autobahnpolizei Butzbach begründete die Notwendigkeit solch groß angelegter Offensiven. Allzu häufig und sehr verbreite sich die Meldung von einer einzelnen Kontrolle via Funk; mit der Konsequenz, dass etliche Fahrer den Polizisten einfach über anderen Strecken auswichen. "Aber auch sonst sind aufgrund unserer Präsenz immer weniger Transporte auf den Autobahnen unterwegs", urteilte Bunge, der früher sechs bis sieben Fahrzeuge pro Einsatznacht kontrollierte; heute kommt er in einer durchschnittlichen Schicht noch auf drei bis vier Treffer. Auf Verständnis stoßen die Kontrolleure naturgemäß selten. Lkw-Fahrer begännen zu diskutierten, reagierten im Einzelfall aggressiv.

Die meisten Fahrten quer durch Mittelhessen führen laut Polizei zu den Schlachthöfen in Griesheim bei Darmstadt und Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Die Nacht zum Montag ist hierfür besonders beliebt: Auf sie folgt einer der Hauptschlachttage. Etliche Fahrer kümmerten sich "viel zu wenig um die Belange der Tiere", hieß es seitens jener Einsatzkräfte, die bei ihrer Arbeit besonders häufig auf Lkw mit Schlachtvieh treffen.

Weitertransport zum Schlachthof Gießen oder zunächst eine ertragsabhängige Strafe?

Und wie war es jetzt, als gegen 0.30 Uhr der erste Tiertransport auf der A 45 gesichtet wurde? Vom Einsatzwagen wurde dieser herausgewunken, auf den nächsten Autobahnparkplatz eskortiert, anschließend begann dort sogleich das Vermessen und Untersuchen der Veterinäre. Beim ersten Wagen aus Nordrhein-Westfalen gab es für die Experten nichts zu beanstanden: Typische Schwachstellen wie Deckenhöhe im Frachtraum oder Gesamtgewicht von Ladung und Fahrzeug waren einwandfrei.

Ganz anders traf es einen Fahrer aus dem Kreis Coesfeld, der keine halbe Stunde später von einer Streife auf den Parkplatz begleitet wurde: Schnell merkten die Kontrolleure, dass der Lkw die zulässige Maximallänge von 18,55 Metern um mehr als einen Meter überschritt. Auch die für die Tiere notwendige Rückenhöhe im Transporter war nicht gegeben; obwohl das Gefährt insgesamt deutlich zu hoch unterwegs war. Kurz berieten die Beamten, ob der Wagen vollständig abgeladen werden sollte. Dafür wäre allerdings zunächst eine Weiterfahrt etwa in Richtung Gießener Schlachthof notwendig gewesen. Schließlich entschied man, es bei einer Geldstrafe zu belassen, die sich am Gewinn des Mannes orientieren wird, der seine Fahrt gegen 2.30 Uhr fortsetzen konnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare