Der verlängerte Arm der Eltern

In Zeiten, in denen zum normalen Familienalltag noch Homeschooling und Home- office kommen, kann es schon einmal passieren, dass die Kinder länger vor dem Tablet, dem Smartphone oder dem Computer sitzen, als das eigentlich ausgemacht war. "Das ist im Prinzip auch nicht tragisch", erklärt Digitalmanager Benjamin Wockenfuß. Er schränkt aber ein: "Es sollte nicht zur Regel werden." Denn die Mädchen und Jungen "verdauten" die größere Portion an digitalem Input auch nicht besser, "weil halt Corona ist". Daher empfiehlt der Experte, sich technische Unterstützung zu holen. Und zwar für die gängigen beiden Betriebssysteme:

  • "Bildschirmzeit" ist ein Sicherheits-Tool von Apple, mit dem der Nutzer zahlreiche Einschränkungen definieren kann. Hierüber unterbindet man beispielsweise den Zugriff auf jugendgefährdende und anstößige Inhalte auf Webseiten oder innerhalb von Apps. Zudem kann man gezielt In-App-Käufe verbieten oder eine Zwangspause vom Handy anordnen. Darüber hinaus gibt es noch die Familienfreigabe, bei der die Familienmitglieder Einkäufe aus iTunes, Apple Books und aus dem AppStore miteinander teilen können. Sind Kinder in dieser Familiengruppe, müssen sie sich Käufe, zum Beispiel Musik oder Apps, grundsätzlich vom Organisator oder der Organisatorin der Gruppe freigeben lassen.
  • Google Family Link: Hier können Eltern für ihre Kinder Konten für die Nutzung von Google-Diensten erstellen. Über die App erfolgt eine Kontrolle der Gerätenutzung. Die Eltern erhalten ein Aktivitätenprotokoll, können Apps freischalten oder sperren sowie die Nutzungsdauer einsehen oder einschränken. Mutter oder Vater können beispielsweise eine Schlafenszeit einstellen, während der das Gerät nicht genutzt werden kann. Einzelne Apps können gesperrt werden. Die App blockiert keine unangemessenen oder jugendgefährdenden Inhalte. "Family Link" läuft auf Android- oder iOS-Geräten. Die Programme ersetzen aber nicht das Gespräch mit den Kindern, betont Wockenfuß. "Sprechen Sie mit dem Kind über die Nutzung von digitalen Medien und machen Sie ihm klar, warum gewisse Regeln einfach sein müssen. Medienzeit ist immer begleitete Zeit."

Benjamin Wockenfuß ist Suchttherapeut und Social-Media-Manager bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Er leitet dort "Digikids", ein Projekt für Digitalkompetenz bei Kindern, in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse. Wockenfuß gibt jede Woche in dieser Zeitung Tipps, wie man mit digitalen Medien sinnvoll durch den Corona-Alltag kommt.

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