Corona hinterlässt Spuren - auch im Straßenbild. FOTO: DPA
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Corona hinterlässt Spuren - auch im Straßenbild. FOTO: DPA

Verbände: Mangel in Altenpflege

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Die Wirtschaft kämpft. Die einen wollen Kurzarbeit, die anderen hoffen auf mehr Arbeiter. Bei den Corona-Infektionen zeichnet sich weiter keine Entspannung ab, darum will auch die Kirche den Menschen in der Zeit ohne Sozialkontakte weiter den Rücken stärken.

Hilfe, Mangel, Not und Solidarität: Die Corona-Krise hält auch die Menschen, Betriebe und Institutionen in Hessen weiter fest im Griff. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen stieg auch am Donnerstag weiter. Die wichtigsten Themen des Tages zu Covid-19 im Überblick:

Schutzausrüstung gegen das Coronavirus ist auch in der Altenpflege in Hessen Mangelware. "Die Wohlfahrtsverbände in der Liga Hessen und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste beklagen einen gravierenden Mangel an Schutzausrüstung, der die Versorgung alter und behinderter Menschen in der ambulanten und der stationären Pflege akut gefährdet", erklärten die Verbände in Wiesbaden. Es fehle an Grundausstattung wie Desinfektionsmitteln, Einmalhandschuhen und Schutzkitteln. Bei einem Covid-19-Verdacht seien spezielle Schutzmasken mit Filter, Schutzanzüge und Schutzbrillen nötig. Zudem spiele die Altenpflege im Krisenmanagement der Landesregierung bisher eine untergeordnete Rolle.

Steigende Infektionszahlen:Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Hessen weiter gestiegen. Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete am Donnerstag einen Anstieg um 261 Fälle im Vergleich zum Vortag auf nun 2170. Die Zahl der Todesfälle, die auf den Erreger Sars-CoV-2 zurückgeführt werden, blieb bei sechs.

Kurzarbeit bei Condor:Die Ferienfluggesellschaft Condor will einen großen Teil ihrer Belegschaft wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit schicken. Mit den Gewerkschaften seien für alle Berufsgruppen Vereinbarungen erzielt worden, erklärte eine Sprecherin am Donnerstag.

Bank will genau prüfen:Die Commerzbank will bei Anträgen auf KfW-Corona-Hilfen trotz hohen Tempos genau hinschauen. "Wir haben zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die Fülle der Anträge zu bearbeiten", sagte der für Privat- und Unternehmerkunden zuständige Vorstand Michael Mandelt. "Trotzdem müssen wir jeden Kreditantrag sehr genau prüfen." Firmenkundenchef Roland Boekhout verwies auf die Risiken, die zumindest zum Teil nach wie vor bei den Geschäftsbanken verbleiben.

Sorge bei Klinikbetreiber:Europas größter privater Klinikbetreiber Fresenius blickt mit Sorge auf eine weitere Zuspitzung der Lage in der Coronavirus-Krise. "Ich kann nicht garantieren, dass unser Personal und unsere Ausrüstung zum Höhepunkt der Krise ausreichen werden", sagte Vorstandschef Stephan Sturm. Er könne aber versichern, "dass wir alles Menschenmögliche tun werden".

Kein Abi ohne Prüfung:Der hessische Philologenverband lehnt ein Abitur ohne Abschlussprüfungen strikt ab. Sollte die Corona-Pandemie keine Abiturprüfungen mehr zulassen, werde es aber sicher auch alternative Lösungen geben, erklärte der Verbandsvorsitzende Reinhard Schwab in Wiesbaden, ohne das zu konkretisieren. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte zuvor betont, dass sich alle Schüler in Hessen sicher sein können, dass ihnen in jedem Fall die Möglichkeit zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife geboten werde.

Solidarität:Hessen nimmt 14 schwer kranke Covid-19-Patienten aus Italien und Frankreich auf. Zehn Kranke stammen aus der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna in Italien und vier aus der französischen Region Grand Est, wie die Staatskanzlei in Wiesbaden mitteilte. Zu der einmaligen Aktion habe sich die Landesregierung auf Bitten von italienischer und französischer Seite entschlossen. "In der Krise stehen wir zusammen", erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Wohnzimmerandacht:Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) startet heute ein neues Format für Online-Gottesdienste in Wohnzimmeratmosphäre. Neben den bestehenden Angeboten, Gottesdienste in Kirchen via Internet zu empfangen, sollen nun unter dem Motto "Living Room" jeden Freitag Wohnzimmerandachten angeboten werden, teilte die EKHN mit. Der Titel sei in Zeiten der Kontaktsperre bewusst ausgesucht worden. Dort sollen Menschen persönlich und ermutigend erzählen, warum der christliche Glaube gerade in herausfordernden Zeiten eine kostbare Kraft sein kann.

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