Urteil im Siri-Prozess erwartet

Limburg/Wetzlar (dpa). Im Mordprozess um die zu Tode misshandelte acht Monate alte Siri aus Wetzlar werden an diesem Donnerstag am Landgericht Limburg die Urteile erwartet.

Limburg/Wetzlar (dpa). Im Mordprozess um die zu Tode misshandelte acht Monate alte Siri aus Wetzlar werden an diesem Donnerstag am Landgericht Limburg die Urteile erwartet. Die 36 Jahre alte Mutter und der 24 Jahre alte Vater müssen sich seit Januar wegen Mordes und Misshandlung Schutzbefohlener vor Gericht verantworten. Das Paar soll sein Baby schon wenige Wochen nach der Geburt immer wieder gequält und schwer misshandelt haben.

Siri starb schließlich im Mai 2008 in der Wohnung ihrer Eltern an einer Hirnschwellung, nachdem ihr Schädel zertrümmert worden war. Am Abend vor seinem Tod soll das kleine Mädchen an den Füßen gepackt und wuchtig mit dem Kopf gegen eine Wand oder auf den Boden geschleudert worden sein.

Der Staatsanwalt fordert für die Eltern jeweils lebenslange Haft. Zudem beantragte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer, die besondere Schwere der Schuld bei den Angeklagten festzustellen. Damit wäre für sie eine Entlassung aus dem Gefängnis nach 15 Jahren nicht möglich. Die Verteidigung des Vaters forderte Freispruch, die der Mutter plädierte auf eine zeitlich befristete Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Die schweren Verletzungen des Säuglings hielten die Eltern in Videoaufnahmen fest. Im Gerichtssaal waren zum Prozessauftakt Ausschnitte gezeigt worden. Sie zeigten, wie Siri minutenlang gefilmt wurde, während sie auf einem Bett lag und weinte. Immer wieder wurde sie hingesetzt und kippte um, weil sie sich nicht halten konnte. Niemand sprach mit ihr. In einer anderen Sequenz tauchte ihr blutverschmiertes Gesichtchen mit den großen Augen und der Stupsnase auf, aber ihre Eltern machten keine Anstalten, Siri sauberzumachen oder sie zu trösten.

Nach Einschätzung von Gutachtern sind Siris Eltern voll schuldfähig. Angesichts des monatelangen Martyriums des kleinen Mädchens seien Affekthandlungen ausgeschlossen, hatten die Psychiater vor Gericht gesagt.

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