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Begegnung mit Bären: Ein besonderer Moment im Wildpark.

Unter Wölfen, Bären und Ottern

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Ganz in der Nähe beginnt die Wildnis. Oder zumindest fast. Im Wildpark "Tiergarten Weilburg" gibt es Luchs, Wolf, Wildkatze oder Bär nicht gleich auf dem Präsentierteller - und das ist auch gut so. Es macht den Park zu einem Ort der Entschleunigung und des genauen Hinschauens. Am liebsten mit Picknick.

Also auf zu den Elchen. Oder zu den Bibern. Und zu all den anderen Tieren. 20 Tierarten gibt es im Wildpark gegenwärtig zu sehen. Am schönsten ist es, dafür ein paar Stunden lang Zeit zu haben. Weil man bei solcher Beschäftigung schnell Hunger oder Durst bekommen kann und sich nicht in der Nähe des eigenen Kühlschranks befindet, nehmen wir leckeren Proviant mit. Oder besuchen zwischendurch die gemütliche Gaststätte vor Ort. Doch erst mal geht es los in die Landschaft, weil man dort was sehen kann - oder manchmal auch nicht, jedenfalls nicht so schnell. Denn die Tiere haben in den großen, naturbelassenen Gehegen, die sich in dem Tal mit Bachlauf und im umgebenden Wald ausdehnen, genug Rückzugsmöglichkeiten.

Der vom Forstamt Weilburg betriebene Wildpark hat eine lange kulturhistorische Tradition: Im 16. Jahrhundert hielt Graf Albrecht von Nassau und Saarbrücken hier Damwild, etwa 100 Jahre später wurde das Areal vom Grafen Johann Ernst von Nassau-Weilburg zu jagdlichen Zwecken mit einer Steinmauer umfriedet, die es heute noch gibt. So beschreibt es die Tiergarten-Homepage.

500 Jahre alte Baumriesen

Auch einige der Baumpersönlichkeiten aus jenen Tagen haben die Zeiten überstanden: 400 bis 500 Jahre alte Huteeichen und Hutebuchen. Zwischen Wiesen, Wasserflächen, reichen Laubwaldbeständen und historischen Gebäuden schlängelt sich der rund drei Kilometer lange Rundweg durch den weitläufigen Park. Das Ausflugsziel ist klasse für alle Altersgruppen, gerade auch für Bewegung an der frischen Luft mit Kindern.

Ein Zoo will der rund einen Quadratkilometer große Wildpark nicht sein, sondern ein Ort zum Schauen, Lernen und Entspannen. Wer sich Zeit nimmt, kann Mufflons, Wisente oder Auerochsen beim Frühstück beobachten, die beiden Bären in der großen Braunbäranlage bestaunen, die Steinböcke oder Wildschweine besuchen. Immer gut aufgelegt: die Fischotter. Schautafeln an den Gehegen und Fachvorträge informieren über Biologie, Verbreitung und Verhalten der Tiere. Schon die ganz normale Führung lohnt sich.

Und dann gibt es noch jede Menge Zusatzangebote, wie zum Beispiel die Fütterungstour mit dem Wildpfleger oder eine Wanderung zu den Hirschen und Elchen, die Tour "Ronja Räubertochter" oder die Nachtwanderung mit Taschenlampe. Oder den großen Spielplatz. Im "Kinderforsthaus" können bereits Kindergartenkinder das Thema Wald und Wild hautnah erfahren. Wer Lagerfeuerromantik mag, kann eine Führung durch den Wildpark stimmungsvoll an einem Lagerfeuer ausklingen lassen und sich Stockbrot oder ein Würstchen in der Natur zubereiten (Grillgut ist selbst mitzubringen). Im Preis enthalten sind das Feuerholz, die Begleitung durch einen Mitarbeiter und die Grillstöcke. Auch die Führung "Wildpark backstage" ist beliebt: Dabei erlebt man den Wildpark aus der Sicht der Tierpfleger und bekommt einen Einblick hinter die Kulissen. Den Wildtieren kommt man auf diese Weise so nah wie kein anderer Besucher.

Bei alledem stellt sich der Wildpark "Tiergarten Weilburg" auch in den Dienst von Artenschutzprojekten. Unterstützt wird etwa die Wiederansiedlung von Wildkatzen in Bayern. Außerdem nimmt die Einrichtung an Erhaltungszuchtprogrammen für vom Aussterben bedrohte Tierarten teil.

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