Hessens Landesregierung warnt eindringlich davor, die Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise zu vernachlässigen. FOTO: DPA
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Hessens Landesregierung warnt eindringlich davor, die Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise zu vernachlässigen. FOTO: DPA

Über 970 Infizierte in Kliniken

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In einigen Bundesländern und auch in der Stadt Hanau müssen die Menschen wegen der Corona-Pandemie in Geschäften oder in Bussen und Bahnen bereits eine Maske tragen. Das gilt ab Montag nun auch in ganz Hessen.

Auch hessische Nachbarländer wie Bayern und Baden-Württemberg ordnen das verbindliche Tragen von Masken an, die Mund und Nase bedecken. In Hanau gilt eine solche Pflicht für einige öffentliche Bereiche seit Montag. Am Dienstag kündigte Frankfurt an, nachziehen zu wollen. Die weiteren Entwicklungen in Hessen im Überblick:

Corona-Zahlen- In Hessen haben sich inzwischen 7305 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind Sozialminister Klose zufolge 77 Fälle mehr als noch am Vortag (Stand: 14 Uhr). Die Zahl der Todesfälle stieg um elf auf 257. Von den Erkrankten werden nach seinen Worten 974 stationär in Krankenhäusern behandelt, davon müssen 259 beatmet werden. Laut Klose stehen in Hessens Krankenhäusern über 13 300 freie Betten bereit, darunter rund 2100 mit einem Beatmungsgerät.

Flughafen- Am Frankfurter Flughafen hat sich der Einbruch der Passagier- und Frachtzahlen infolge der Corona-Krise nach dem Osterwochenende verschärft fortgesetzt. Vom 13. bis 19. April zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 37 015 Fluggäste und damit 97,3 Prozent weniger als in der gleichen Kalenderwoche ein Jahr zuvor, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. In der Woche bis Ostersonntag hatte der Rückgang bereits 96,8 Prozent betragen. Das Aufkommen an Fracht und Luftpost sank in der Woche ab Ostermontag um 28,5 Prozent auf 29 794 Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen ging um 85,8 Prozent auf 1404 Starts und Landungen zurück.

Corona-Praxen- Mittlerweile gibt es in Hessen nach Angaben des Sozialministeriums 52 Schwerpunktpraxen, in denen Corona-Infizierte oder Verdachtsfälle behandelt werden können. Zu ihrer Unterstützung gebe es noch rund 400 weitere Praxen, die infizierte Patienten versorgen, jedoch nicht als Schwerpunktpraxis angemeldet sind. Sechs von sieben Patienten könnten ambulant behandelt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Frank Dastych.

Hilfe für Sportvereine- Die rund 7600 hessischen Sportvereine können ab sofort eine Finanzhilfe von bis zu 10 000 Euro beim Sportministerium beantragen, wenn sie wegen der Corona-Krise in finanzielle Not geraten sind. Insbesondere der im Ehrenamt getragene Breitensport leiste einen unverzichtbaren Beitrag für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, teilte Minister Peter Beuth (CDU) auf Anfrage mit. "Sport und Bewegung sind gerade in diesen Zeiten wichtig." Nach Angaben des Sportministeriums stehen allein sieben Millionen Euro zur Unterstützung von gemeinnützigen und auf ehrenamtlicher Basis geführten Sportvereinen bereit.

Abstandsregel stoppt Mordprozess- Weil es keinen ausreichenden Abstand zwischen den Prozessbeteiligten gegeben hat, ist ein Mordprozess vor dem Landgericht Darmstadt nach Verlesung der Anklage unterbrochen worden. Der 43 Jahre alte Angeklagte soll vor knapp einem Jahr eine Frau in der Offenbacher Innenstadt erschossen haben. Nach Verlesung der Anklage konnte die Hauptverhandlung aber nicht weitergehen: "Das Abstandsgebot kann hier nicht gewährleistet werden", befand der Vorsitzende Richter. Zwar wurde im Zuschauersaal auf Abstand geachtet, allerdings mussten einige Sachverständige fortgeschickt werden, da sonst die Prozessbeteiligten zu nahe gesessen hätten. Der Prozess soll voraussichtlich am 5. Mai fortgesetzt werden.

Kita-Gebühren- In Hessen gibt es derzeit keine einheitliche Regelung zur Befreiung der Eltern von den Kita-Beiträgen in der Corona-Krise. Das teilte das Sozialministerium auf dpa-Anfrage in Wiesbaden mit. Gebührenbefreiungen oder die Erstattung von Gebühren richteten sich grundsätzlich nach den jeweiligen Regelungen in den Satzungen der Kommunen beziehungsweise nach dem mit dem Kita-Träger abgeschlossenen Betreuungsvertrag.

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