Über 400 Brutplätze für Feldlerchen in Hessen

Hüttenberg (rok/pm). Für den Naturschutzbund (NABU) Hessen und den Hessischen Bauernverband ist die vor einem Jahr gemeinsam initiierte Naturschutzaktion "Lerchenfenster für Hessen" ein voller Erfolg. Seit dem letzten Herbst wurden hessenweit über 400 Feldlerchenfester eingerichtet,

Darüber freuten sich Hartmut Mai, Landesgeschäftsführer des NABU Hessen und Wolfgang Koch vom Hessischen Bauernverband am Mittwoch während eines Ortstermins in Hörnsheim über die gelungene Naturschutzkooperation beider Verbände. Die Einrichtung von Feldlerchenfenstern sei eine effektive Möglichkeit, dem bedrohten Sänger der offenen Feldflur mit einfachen Mitteln zu helfen. Die Lerchenfenster, etwa 20 Quadratmeter große nicht eingesäte Lücken auf den Feldern, bieten dem immer seltener werdenden Charaktervogel der offenen Kulturlandschaft ideale Brutmöglichkeiten. "Die Feldlerchenbestände sind in den letzten zehn Jahren um 10 bis 15 Prozent zurück gegangen", beschreibt Mai die aktuelle Situation. Deshalb wird der tirilierende Sänger auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands mittlerweile als gefährdet eingestuft. In Hessen steht er auf der Vorwarnliste. Nach dem Aufruf von NABU und Bauernverband im Herbst 2009 hatten sich zahlreiche Landwirte gemeldet und bei der Aussaat von Wintergetreide Feldlerchenfenster eingerichtet. Im Frühling wurden weitere Saatlücken in Raps- und Maisfeldern angelegt. Mittlerweile nehmen rund 100 Landwirte an dem Projekt teil.

Wolfgang Koch betonte, dass der Aufwand für Landwirte verhältnismäßig gering sei: "Zwei Lerchenfenster pro Hektar mit einer Größe von je ungefähr 20 Quadratmeter reichen für die Vögel aus." So könne durch eine einfache Maßnahme ein großer Effekt erzielt werden.

Für NABU-Geschäftsführer Mai kommt hinzu, dass sich die Anlage von Feldlerchenfenstern auch positiv auf andere Feldtiere wie Feldhase und Rebhuhn auswirke. Selbst noch gefährdetere Vögel als die Feldlerchen profitieren von den Feldlerchenfenstern, so z.B. der Wiesenpieper. Die Kooperation beider Verbände, so Koch und Mai, soll fortgesetzt werden. NABU und Bauernverband hoffen, dass sich bei der Aussaat von Wintergetreide im Herbst noch mehr Landwirte an der Aktion "Lerchenfenster für Hessen" beteiligen. Der Ernteausfall sei mit weniger als fünf Euro pro Hektar niedrig und der Arbeitsaufwand gering, hieß es am Mittwoch in Hüttenberg. Als Anerkennung für ihr freiwilliges Engagement erhalten teilnehmende Landwirte eine Hinweistafel zur Aufstellung am Ackerrand. Mit Faltblättern werden interessierte Mitglieder beider Verbände umfassend über die Naturschutzaktion informiert.

Die Aktion "Lerchenfenster für Hessen" findet ihm Rahmen der bundesweiten Kampagne "1000 Äcker für die Feldlerche" statt und geht auf eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Deutschen Bauernverband und NABU zurück. Das Projekt wird zur Hälfte von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

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