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Was tun: Ausgesperrt

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Von: Danica Rehder

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© dpa/Archiv

Handy im Klo? Falsch getankt? Papiere verloren? In unserer Serie »Was tun« geben wir Rat für den Fall X. Heute: Ausgesperrt.

Die Lage

Mal eben schnell den Müll rausgebracht, die Tür zugezogen und den Schlüssel vergessen. Im hektischen Alltag ist das schnell passiert. Und dann ist guter Rat teuer – im wahrsten Sinn des Wortes: Schlüsseldienste haben jüngst wieder jede Menge Schlagzeilen gemacht mit ihren horrenden Preisen. Eine Gießenerin hat zum Beispiel erst kürzlich unserer Zeitung berichtet, dass sie 946 Euro blechen sollte – direkt in bar. Mittlerweile hat sie Anzeige erstattet. Die Verbraucherzentrale Hessen hat einige Tipps parat, damit Sie im Fall der Fälle nicht auch geschröpft werden.

Orientierungshilfe

Der Verbraucherzentrale zufolge liegen die Durchschnittspreise für eine Türnotöffnung tagsüber an Werktagen in Hessen bei knapp 72 Euro. Nachts, sonn- und feiertags bei rund 130 Euro.

Tipps

Die Verbraucherzentrale rät zu ortsansässigen Firmen, damit keine hohen Fahrtkosten anfallen. Wer das Smartphone zur Hand hat, ist zudem mit einem Preisvergleich vorab gut beraten. Susanne Pertermann, Leiterin der Beratungsstelle Gießen, warnt eindringlich vor 08 00-Nummern, die oftmals als erste Suchergebnisse erscheinen, aber nur Vermittlungsdienste seien. Stattdessen lieber runterscrollen, um seriöse, ortsansässige Firmen zu finden. Hat man schließlich den Schlüsseldienst am Apparat, sollte ein Festpreis vereinbart – und nur der auch bezahlt werden. »Aber nicht bar, sondern per Rechnung«, betont Pertermann. Außerdem sollte der Schlüsseldienst im Vorfeld darauf hingewiesen werden, dass die Tür nur geöffnet und nicht das Schloss komplett ausgetauscht werden soll, was wohl oft unnötigerweise vorkommt. Bei plötzlichen Wucherpreisen und Druck seitens der Handwerker die Nerven behalten und lieber die Polizei rufen, denn diese ist im Fall von Nötigung zuständig.

Gut zu wissen

Zuschläge dürfen von Schlüsseldiensten laut einem Gerichtsurteil nur außerhalb der üblichen Arbeitszeiten verlangt werden. Bei Verdacht auf unseriöse Abzocke rät Corina Weisbrod von der Polizeidirektion Wetterau dazu, Anzeige zu erstatten. Das sei immer sinnvoll, wenn der verlangte Betrag deutlich über dem liege, was branchenüblich sei.

Vorbeugen

Zweitschlüssel bei Familie oder Freunden hinterlegen. Für den Fall der Fälle vorab seriösen Dienst suchen und Nummer speichern. Alternativ kann man sich auch bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Postkarten mit allen notwendigen Infos zu Schlüsseldiensten holen und diese zum Beispiel unter der Fußmatte bunkern, wie Pertermann vorschlägt. Auch gut zu wissen: Viele Versicherungsgesellschaften decken auf Wunsch die Kostenübernahme von Schlüsseldiensten über die Hausrat ab, erläutert der Versicherungsfachmann Marco Streitt aus Homberg (Ohm). Zudem könne der Verlust fremder Schlüssel in der Haftpflicht verankert werden.

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