Tumorbestrahlung "im Doppelpack"

Wetzlar (wv). In der Strahlenklinik am Klinikum Wetzlar ist am Montag der zweite Linearbeschleuniger ans Netz gegangen. Bereits im Herbst 2008 wurde der Strahlenbunker fertig gestellt und die erste Anlage in Betrieb genommen. Die baugleichen Geräte zur Bestrahlung von bösartigen Tumoren gelten als die modernsten ihrer Art in Mittelhessen.

Wetzlar (wv). In der Strahlenklinik am Klinikum Wetzlar ist am Montag der zweite Linearbeschleuniger ans Netz gegangen. Bereits im Herbst 2008 wurde der Strahlenbunker fertig gestellt und die erste Anlage in Betrieb genommen. Die baugleichen Geräte zur Bestrahlung von bösartigen Tumoren gelten als die modernsten ihrer Art in Mittelhessen.

Komplettiert wird die neue Technik durch einen speziellen Computer-Tomographen (CT) mit einer besonders großen Öffnung zur Bestrahlungsvorbereitung. Die Investition in einer Größenordnung von 5 Millionen Euro hat die kommunale Klinik aus Eigenmitteln finanziert.

Mit dieser Tandemlösung von zwei baugleichen Geräten wird die Kapazität der Strahlenklinik deutlich ausgeweitet, so dass die früher längeren Wartezeiten der Patienten bis zum Bestrahlungsbeginn jetzt der Vergangenheit angehören. "Ab heute kann jeder neue Patient innerhalb von acht bis zehn Tagen mit seiner Strahlentherapie beginnen", versicherte Geschäftsführer Richard Kreutzer. Bei technischen Störungen an einem Linearbeschleuniger müsse der Behandlungszyklus des Krebspatienten nicht unterbrochen werden.

Täglich können jetzt rund 80 Patienten im Einschichtbetrieb an den beiden Beschleunigern behandelt werden. Außer bei Hirntumoren kann die Strahlentherapie bei allen Krebsformen angewandt werden. Die Zahl der onkologischen Patienten am Wetzlarer Klinikum wächst. Liegt der Anteil der Krebspatienten im Bundesdurchschnitt bei neuen Prozent, so waren von rund 26 000 Fällen, die im Jahre 2008 in Wetzlar stationär behandelt wurden, 14,2 Prozent Tumorpatienten. "Für das kommende Jahr rechnen wir mit über 900 neuen Patienten, die mit modernster Technik eine hochpräzise, gewebeschonende Bestahlungstherapie erhalten werden", erkläret Chefarzt Wolfram Wannack von der Klinik für Radioonkologie

Der Beschleuniger erzeugt die für die Krebstherapie nötigen ionisierten Strahlen. Zum Schutz von Patienten, Personal und Umwelt sind beim Bau und Betrieb der Anlagen Schutzbestimmungen einzuhalten, die vom Regierungspräsidium in Gießen laufend überwacht werden. Den medizinischen Vorteil der neuen Linearbeschleuniger sieht Wannack neben den verkürzten Vorbereitungszeiten des Patienten in dem punktgenauen Beschuss der Tumore. 120 nur fünf Millimeter breite bewegliche Bleilamellen sorgen dafür, dass sich das Strahlenfeld individuell anpassen lässt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare