Tobi (Tobias) Kämmerer im HR-Studio in Frankfurt. Von montags bis freitags sind er und Tanja Rösner jeden Morgen ab 5 Uhr auf Sendung. Foto: HR/Niels Burock
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Tobi (Tobias) Kämmerer im HR-Studio in Frankfurt. Von montags bis freitags sind er und Tanja Rösner jeden Morgen ab 5 Uhr auf Sendung. Foto: HR/Niels Burock

TOBIS TOPS UND FLOPS

Tobi Kämmerer, der Frühaufsteher

  • Burkhard Bräuning
    vonBurkhard Bräuning
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Er ist der, den man aus dem Radio kennt. Ihn und Tanja. Zusammen machen sie die HR3-Morningshow. Sie sind erfolgreich damit, haben viele Fans. Tanja ist übrigens die Frau mit dem Schlonz, dem gesunden Essen. Tobi ist der, der alles wegfuttert. Deshalb heißt sein Lieblingssatz auch: Essen ist fertig! Zum heutigen Welttag des Radios haben wir gefragt, wie es so ist, immer ganz früh am Morgen am Mikro zu sein.

Wir erreichen Tobias Kämmerer kurz nach der Morningshow am Dienstag. Und er isst gerade. Nimmt sozusagen eine Zwischenmahlzeit zu sich. Aber er hat auch Zeit und Lust zu reden. Obwohl er fast nichts anderes macht. Im Radio und im HR-Fernsehen.

Herr Kämmerer, wie war die Morningshow heute?

Die war, glaube ich, ganz gut. Wir haben mit einem Mitarbeiter einer Funkleitzentrale gesprochen, der Notrufe entgegennimmt. Mir war vorher nicht klar, was die wirklich leisten. Ganz toll.

Gab’s auch was Schlonziges von Tanja?

Heute nicht, dienstags hat Tanja Safttag, da mache ich aber nicht mit. Gestern gab’s Grütze, das war schlimm.

Wann gehen Sie ins Bett?

Im Sommer zwischen 22 Uhr und Mitternacht. Im Winter schlafe ich meist um 20 Uhr auf der Couch ein.

Fünfmal in der Woche ab fünf Uhr viereinhalb Stunden Morningshow. Ist das Ihr persönlicher Traum von Radio?

Ja, isses, absolut...

Gibt es so etwas wie eine Philosophie für diese Sendung? Was und wen möchten Sie erreichen?

Ja, es gibt eine Philosophie. In aller Behutsamkeit und mit guter Laune die Hessen gut gewappnet in jeden Morgen zu schicken.

Mal abgesehen von wiederkehrenden Dingen wie Verkehrsnachrichten, Wetter und Formaten zu tagesaktuellen Themen. Gibt es so etwas wie ein detailliertes Script für die Sendung, oder ist alles spontan und improvisiert?

Es gibt beides. Wir haben eine Redaktion, die sich sehr viele Gedanken darüber macht, wie wir die Sendung so strukturieren, dass die Menschen, egal wann sie einschalten, alles mitbekommen, was wichtig ist für den Tag. Innerhalb dieser Leitplanken tanzen Tanja und ich dann doch ziemlich viel Freistil.

Sie beschenken immer wieder Leser. Was macht Sie persönlich dabei besonders glücklich?

Ach, wie das halt so ist mit dem Schenken. Es ist ein tolles Gefühl, wenn es passt - das Geschenk zum Empfänger. Es klingt jetzt ein bisschen pathetisch, aber es ist nun mal so: Wenn man hört, dass es das Richtige zur richtigen Zeit ist, wenn man hört, dass das Leben für einen Menschen für einen kleinen Moment etwas schöner oder besser ist, dann ist das doch mega.

Sie und Tanja setzen immer auch sehr auf Emotionen. Ist das ein bewusstes, ein geplantes Element des Programms - oder ist das einfach ein Teil von Ihnen?

Ja, das ist unser Ding, wir spielen nicht damit. So sind wir. Wir sind halt neugierig auf das, was Leute bewegt. Was sie dann erzählen, das bewegt uns. Das ist nicht konstruiert, das passiert einfach.

Wie behaupten Sie sich gegenüber den anderen Morningshows wie die vom privaten hessischen Sender FFH?

Das wir immer wieder, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr gucken, was macht der Markt, das ist klar. Interessanter ist aber die Frage: Was brauchen die Hörer, die Menschen, die uns einschalten? Das ist das wirklich Wichtige, der Rest gehört einfach nur dazu.

Haben Sie einen großen Traum, den Sie im Radio noch verwirklichen möchten - eine bestimmte Sendung, ein Format?

Gute Frage, da müsste ich wirklich länger nachdenken. Spontan sage ich: Ich habe das große Glück, dass ich ganz viele Dinge, die ich immer mal machen wollte, auch machen durfte. Und inzwischen haben Tanja und ich zur Morningshow einen Podcast, wo wir alles reingeben, was wir nicht in der Morningshow unterbringen können. Insofern kann ich sagen: Ich bin fast wunschlos glücklich.

Heute ist der Welttag des Radios, ausgerufen 2012 von der UNESCO. Macht HR3 da irgendwas? Reportagen? Interviews?

Da bin ich völlig überfragt. Das ist wie wenn man immer in der Badewanne sitzt, dann kennt man den Welttag des Badewassers wahrscheinlich auch nicht. Mal gucken, ob wir gemeinsam mit den Hessen noch mal feiern. Nächstes Jahr vielleicht, wenn der Tag zum zehnten Mal begangen wird.

Ist so ein Tag überhaupt sinnvoll? Sehen Sie einen Nutzen direkt für Ihre Sendung/Ihren Sender?

Ich finde es gut, wenn Leute mal über Radio nachdenken. Es ist ja immer da, man macht sich also keine Gedanken darüber. Also grundsätzlich sinnvoll.

Was müssen Radiomacher heute tun, damit sie weiter gehört werden?

Ich denke, da sind wir wieder beim Thema neu erfinden. Wir dürfen nicht glauben, wir haben schon immer Radio gemacht, und es war gut so und so wird es für immer bleiben. Sondern wir müssen gucken, was die Leute brauchen, was sie wollen. Was gibt es für Möglichkeiten? Und dann habe ich die ganz große Hoffnung, dass das Radio quietschfidel weitermarschiert. Das ist ja auch ganz spannend. Das Radio wurde so oft totgesagt. Aber es ist immer noch da. Mal gucken, ob die Streaming-Generation auch noch dranbleibt.

Haben Sie jetzt Feierabend - oder beginnt eine zweite Schicht?

Immer wenn wir aus der Sendung kommen, setzen wir uns mit der Crew zusammen, analysieren und gucken aber auch schon auf den nächsten Morgen. Danach gehen wir nach Hause. Ich esse dann was, penne eine gute Stunde, danach gehe ich mit den Hunden spazieren. Wenn ich wieder zu Hause bin, fällt mir immer irgendwas ein, was ich tun kann.

Die Morningshow

Die "HR3-Morningshow mit Tanja Rösner und Tobias Kämmerer wird von montags bis freitags jeweils von fünf Uhr bis 9.30 Uhr in HR3. gesendet. Beide sind auch in "HR3-Off-Air - der Tanja-und-Tobi-Podcast"zu hören. Mehr zur Morningshow und zu den beiden Moderatoren auf HR3.de

Erster Auftritt im Radio?

Der war so lampenfieberhaft, dass es ein Wunder ist, dass ich es überlebt habe.

Erste eigene Sendung?

War auch sehr aufregend, aber toll.

Größter Flop?

Die hören ja nie auf …

Übelster Versprecher?

Die habe ich ständig. Das Schlimmste aber war ein Schluckauf, der nicht mehr enden wollte. Nichts half.

Bewegendster Moment?

Da könnte ich ganz, ganz viele nennen. Es gab ein Füllhorn an bewegenden Momenten.

Verpasste Chance?

Wenn ich’s wüsste…

Genutzte Chance

Als ich von Aschaffenburg (privater Sender) nach Frankfurt (HR3) gewechselt bin.

Als besonderen Studiogast wünsche ich mir?

Felix Lobrecht.

Radio oder TV?

Immer Radio.

Lieblingsort im schönsten aller Bundesländer?

Die Dusche in unserem Haus in Hergershausen.

Die Eintracht ist?

Mein Verein.

Der Welttag des Radios (englisch World Radio Day; kurz: Weltradiotag) wird am 13. Februar begangen. Er fand 2012 zum ersten Mal statt. Die Generalkonferenz der UNESCO hat den Weltradiotag in Erinnerung an die Gründung des United Nations Radio am 13. Februar 1946 aufgerufen. Der Beschluss fiel auf der Generalkonferenz vom 3. November 2011 auf Anregung Spaniens. Das Motto für den Weltradiotag 2020 ist: "We Are Diversity, We Are Radio." - Wir sind Vielfalt - wir sind Radio.

Lokale Rundfunkstationen sind in abgeschiedenen Regionen oft die einzige Informationsquelle. Das Radio spielt auch in der Notfallkommunikation und im Katastrophenschutz eine entscheidende Rolle. Radio ist das Kurzwort für Radio- oder Rundfunkempfangsgerät. Historisch konkurrierten zu Beginn des Rundfunks in Deutschland die Begriffe "Radio", "Rundfunk" und "Broadcasting". 1924 stand in österreichischen Behördenbriefen "Broadcasting" in Klammern nach Rundfunk. Die Reichspostverwaltung in Berlin lehnte das Modewort "Radio" ab.

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