Knut Ringat
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"Tickets werden nicht teurer"

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Frankfurt- Bis das Virus kam, stiegen beim Rhein-Main-Verkehrsverbund die Fahrgastzahlen stetig. Während des Corona-Lockdowns sind nur 20 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste gefahren, aktuell sind es etwa 60 bis 65 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat ist dennoch optimistisch, wie er gegenüber der "Frankfurter Rundschau" bekräftigt, und bleibt bei der Prognose, dass der RMV in fünf bis zehn Jahren die Marke von einer Milliarde Fahrgästen knacken wird: "Wenn Corona durch ist, wird die Anzahl derer, die mobil sein wollen, wieder hoch sein. Vielleicht bleiben sie zwei Tage im Homeoffice. Für uns heißt das, dass wir flexiblere Tarifangebote finden müssen, wenn die Monatskarte vielleicht nicht mehr attraktiv ist." Sämtliche Infrastrukturprojekte sollen weiterverfolgt werden, denn man dürfe jetzt nicht den Fehler machen, in der Krise runterzufahren und einen Verkehrskollaps zu riskieren: "Wir müssen trotz Corona die Klimaziele erreichen und die Verkehrswende weiter betreiben." Dazu soll auch die RMV-App überarbeitet werden, damit man damit buchen und zahlen könne - "vom Leihrad über das Taxi bis zum Carsharing-Auto". Zudem solle die Auslastungsprognose für Züge so weiterentwickelt werden, dass man erfahre, in welchem Teil der Bahn noch am meisten Platz ist.

Trotz der prognostizierten 250 Millionen Euro Mindereinnahmen für dieses Jahr erwartet Ringat keine finanziellen Engpässe für den Verkehrsverbund und will die Einnahmeausfälle auch nicht durch teurere Tickets abmildern: "Wir haben die jährliche Fahrpreiserhöhung sogar um ein halbes Jahr auf Juli verschoben." Schließlich habe die Politik in Bund und Land sehr früh signalisiert, die weggefallenen Einnahmen für 2020 komplett auszugleichen. eb

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