TH-Verwaltung rückt näher an das Stadtzentrum

Gießen (si). Die Technische Hochschule hat am Montag den Einzug in ihr neues Verwaltungszentrum gefeiert, das ehemalige Landratsamt in der Ostanlage. Der aus den 50er Jahren stammende Trakt wurde in den letzten 20 Monaten grundsaniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht.

Jetzt verbindet ein transparenter Eingangsbereich zwei bisher getrennt stehende Häuser, die das Land Hessen vor zwei Jahren für 3,6 Millionen Euro vom Landkreis gekauft hatte. Die Umbaukosten betrugen 7,8 Millionen Euro, sie wurden fast komplett aus dem Konjunkturpaket II finanziert, das der Bund in der letzten Finanzkrise zur Konjunkturankurbelung auflegte; 400 000 Euro steuerte die TH bei. Es ist ihre zweite Gebäudeübernahme innerhalb von drei Tagen. Am Freitag hatte die Hochschule (wie berichtet) das Anwenderzentrum für Medizintechnik in der Gutfleischstraße eingeweiht.

Die TH Mittelhessen habe sich "unwahrscheinlich gut entwickelt", sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, die auch bei diesem Festakt anwesend war. Sie verwies auf die über 13 000 Studierenden, die die Hochschule jetzt habe – davon 7400 am Standort Gießen –, auf die in Wetzlar angebotenen "wegweisenden" dualen Studiengänge, und sprach von "Spitzenforschung", die an der TH betrieben werde. Diese habe sich früh moderne Organisationsstrukturen gegeben, was sich jetzt auszahle. Die Lehrsondermittel (QSL) beispielsweise verteile sie deutlich besser ("vorbildlich") als viele andere Hochschulen in Hessen.

"Der neue Verwaltungssitz, in dem künftig die Fäden zusammenlaufen, wird die Arbeit weiter beflügeln", sagte die Ministerin.

Das modernisierte Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 3000 Quadratmetern (daraus errechnet sich, Kaufsumme eingeschlossen, ein Quadratmeterpreis von 3800 Euro). Es bietet Platz für rund 100 Mitarbeiter. Eingezogen sind (schon zum Start des Wintersemesters Anfang Oktober) das Präsidium sowie die Abteilungen Haushalt, Personal, Facility Management und verschiedene Referate (Forschung und Transfer, Planung, Forschung, zentrale Beschaffung, Presse und weitere). Durch den Umzug gewinne die TH auf dem Campus in der Wiesenstraße dringend benötigte Räume für Lehre und Studium. Mit dem neuen Standort schlage sie außerdem eine Brücke zum geplanten Großkino am Berliner Platz, das die TH für Lehrveranstaltungen nutzen werde, und zum Fachbereich Bauwesen in der Südanlage. Zudem rücke sie näher in die Stadtmitte – "und im Zentrum der Stadt wollen wir als Technische Hochschule sein", sagte Grabatin. Dass sich die Verwaltung damit nicht mehr mitten im studentischen Leben in der Wiesenstraße befinde, sei der einzige Wermutstropfen.

Für die früheren Nutzer – die in die Rivers Barracks umgezogene Kreisverwaltung – sprach Landrätin Anita Schneider ein Grußwort. Vielen Mitarbeitern sei der Auszug nicht leicht gefallen, der Verkauf des Gebäudes sei auch politisch umstritten gewesen, räumte sie ein. Unbestritten ein Gewinn sei der Einzug für die TH wie auch für die gesamte Region als Wissenschaftsstandort. Details zum neuen Gebäude erläuterte Architekt Alfred Möller. Die Sanierung sei aufwendig gewesen, habe sich aber gelohnt. So werde der Energieverbrauch etwa um die Hälfte sinken, sagte Möller.

Anschließend überreichte Friedhelm Dorndorf vom Hessischen Baumanagement an Präsident Grabatin eine als Collage erstellte Dokumentation über den Gebäudeumbau.

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