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Mit einer Taschenlampe kontrolliert ein Beamter der polizeilichen "Kontrolleinheit Autoposer Raser Tuner" (KART) die Felgen eines Mercedes CLS 550, der den Polizisten in der Innenstadt von Frankfurt aufgefallen war. Das Fahrzeug wurde sichergestellt.

Teure Aktion für Poser

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Tiefgelegte Autos, dröhnende Motoren - Poser wollen auffallen. In Frankfurt zieht eine Kontrolleinheit der Polizei manipulierte und oft nicht verkehrssichere Fahrzeuge aus dem Verkehr. Die Einsicht der Fahrer hält sich in Grenzen.

Nico Briesemeister und sein Kollege haben in ihrem als Zivilfahrzeug getarnten Dienstwagen kaum den Hof des Frankfurter Polizeipräsidiums verlassen, als ein Wagen ihre Aufmerksamkeit erregt: tiefgelegt, breite Felgen, und nun durchfährt der Fahrer auch noch mit röhrendem Motor eine rote Ampel. Ein klarer Fall für die beiden Beamten von KART (Kontrolleinheit Autoposer, Raser, Tuner). Während Briesemeister ein Blaulicht aufs Dach des Wagens setzt und die Kelle bereithält, drückt Polizeikommissar Kunz aufs Gaspedal. Wenige Minuten später steht das Polizeifahrzeug hinter das weiße Auto eines Mannes aus Bad Homburg, der gar nicht verstehen will, was die Polizei denn von ihm will.

Doch die manipulierte Auspuffanlage, die für die lauten Dröhngeräusche sorgt, geht gar nicht. Mit einer Taschenlampe untersucht Kunz die Scheinwerfer auf Folienüberkleber, kriecht dann halb unter das Fahrzeug, um Auspuff und Unterbau genau zu inspizieren. Briesemeister, der auch Leiter der achtköpfigen KART-Einheit ist, misst den Geräuschpegel des aufheulenden Motors. Das Messgerät bestätigt, was das Ohr schon ahnte: Dieses Auto ist lauter als erlaubt.

Ruhig erläutert Briesemeister, wie es jetzt weitergeht: "Sie können den Wagen hinter uns zum Präsidium fahren, oder er wird abgeschleppt." Vorläufig jedenfalls sei das Fahrzeug sichergestellt und müsse von einem Gutachter unter die Lupe genommen werden. Obendrein müsse der Fahrer zu einem späteren Zeitpunkt nachweisen, dass alles wieder den technischen Maßgaben entspreche. Denn verkehrssicher sei das manipulierte Fahrzeug nicht.

Das dürfte eine teure Fahrt für den Poser gewesen sein - allein die Gutachterkosten liegen in der Regel zwischen 400 und 600 Euro, eine neue Auspuffanlage ist auch nicht ganz billig, hinzukommen die Kosten für Verwaltungsgebühren und Anzeige. Ein glücklicher Autofahrer sieht anders aus. "Wegen drei Dezibel! Ein Lamborghini ist vom Werk her lauter", empört er sich und verspricht: "Das nächste Mal fahr ich euch einfach davon." Da kontert Briesemeister mit klarer Ansage: "Das würde ich Ihnen nun wirklich nicht raten."

Doch Einsicht sei in der Poser-Szene auch nach einer Kontrolle nicht weitverbreitet, erzählen die beiden Polizisten. "Es gibt viele, die wir schon einmal kontrolliert haben und die weitermachen."

Die Versuchung, auf wiederholten Runden vor Besuchern von Straßencafés mit einem aufgemotzten, lauten Auto zu prunken, ist offenbar zu groß.

Der Frauenanteil in der Poser-Szene ist gering. "Die allermeisten, mit denen wir zu tun haben, sind Männer", sagt Briesemeister. Und auch für die KART-Mitarbeiter gilt: "Interesse an Autos sollte schon da sein - oder zumindest die Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen." Nicht nur beim Blick auf die Auspuffanlage oder unter die Motorhaube müssen die Beamten erkennen, ob etwas zu beanstanden ist - auch im fließenden Verkehr machen die beiden KART-Fahnder schnell Fahrzeuge aus, die eine Überprüfung wert sind. Mit dem nächsten Poser, der auf der Hanauer Landstraße gestoppt wird, hat Kunz ein bisschen Mitgefühl: "Das wird richtig teuer", sagt der Polizist. Denn der Fahrer, dessen mit Folie überzogene Scheinwerfer den Polizisten als Erstes aufgefallen waren, hielt nicht nur auf Aufforderung brav am Straßenrand, sondern fuhr den Bordstein hoch. Eine Felge hat das nicht gut überstanden. "Da kostet ein Satz schon mal locker 4000 Euro", schätzt Kunz und schüttelt den Kopf. "Und das für so eine überflüssige Aktion!"

Das ist nicht der einzige Ärger für den Autofahrer, der hoch und heilig versichert, nichts an seinem Auto verändert zu haben. Na ja, fast nichts. Die Folien haben die KART-Mitarbeiter ja bereits entdeckt, nun kratzt sie der Autobesitzer mühsam ab. Und auch der Sound-Generator im Kofferraum, ein Lautsprecher, der den gewünschten Motorsound in Extrastärke erzeugt, kann nicht bleiben. Immerhin: In diesem Fall wurde die Auspuffanlage nicht manipuliert, der Fahrer kann den Wagen weiter benutzen, muss aber demnächst noch einmal den Ausbau des Sound-Generators nachweisen.

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