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Fünf Jahre lang hat Hessen Mobil am Neubau der A 45-Autobahnbrücke bei Münchholzhausen unmittelbar an der Anschlussstelle Wetzlar Süd gearbeitet. Ab Donnerstagnacht kann der Verkehr dort wieder ohne Behinderungen rollen.

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A 45: Talbrücke Münchholzhausen fertiggestellt

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Die die A 45 hat eine Baustelle weniger. Die Talbrücke Münchholzhausen an der Anschlussstelle Wetzlar-Süd freigegeben worden. Der Verkehr darf dennoch nicht gleich rollen.

Das Band ist durchgeschnitten. Der Verkehr darf wieder rollen - oder doch nicht? Von höchster Stelle ist zwar am Mittwoch die Talbrücke Münchholzhausen auf Höhe der Anschlussstelle Wetzlar-Süd wieder freigegeben worden, allerdings nicht sofort für den Verkehr. Der darf erst ab Donnerstagnacht über das neue Ersatzbrückenteil der A 45 vorbei an Münchholzhausen in Richtung Hanau fahren. Zunächst über zwei Fahrstreifen, später über drei pro Fahrtrichtung, kündigte Gerhard Rühmkorf, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur an.

Im Oktober 2014 hatten die Bauarbeiten für den Ersatzneubau der Autobahnbrücke zuerst auf der Münchholzhausen zugewandten Seite in Fahrtrichtung Norden begonnen. Denn dort wurde auch eine Lärmschutzwand aus Leichtmetall-Elementen aufgestellt, um die verkehrsgeplagten Anwohner zu schützen. Im Übergangsbereich zwischen Brücke und Straße wurden außerdem Konstruktionen in die Fahrbahn eingebaut, die wie Finger ineinandergreifen und ebenfalls lärmmindernd wirken. Im Frühjahr 2017 wurde dann mit dem Abbruch und Neubau der Fahrbahn in Richtung Hanau begonnen. Dazu wurde der Verkehr beider Fahrtrichtungen auf das neu erstellte östliche Teilbauwerk verlegt. Und nun, nach fünf Jahren, ist dieses Großprojekt endlich abgeschlossen - 480 Meter Brücke für knapp 48 Millionen Euro.

Verzögerung wegen Bodenbewegungen

Eigentlich wäre der Neubau schon früher fertig gewesen. Aber das Projekt hatte sich anfangs um ein Jahr verzögert. "Wir haben auf der südlichen Seite des Brückenwiderlagers Bodenbewegungen festgestellt, die vor den Baumaßnahmen erst noch ergründet werden mussten", erklärte Jürgen Thielmann, der zuständige Projektleiter von Hessen Mobil.

Am heutigen Donnerstag geht es nur noch um den Feinschliff. "Es laufen noch Restarbeiten an den Lärmschutzwänden und unterhalb des Bauwerks", sagte Jens Deutschdorf, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. "Dann kann in der Nacht zu Freitag der Verkehr umgelenkt werden."

Der Neubau ist nur eines von insgesamt 22 hessischen Brückenprojekten auf der "Sauerlandlinie" zwischen der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen und dem Gambacher Kreuz im Süden. "Die A 45 ist in sehr kurzer Zeit zwischen den 1960er und 1970er Jahren gebaut worden", hielt Rühmkorf fest. Deshalb zeigten sich bei allen Brücken gleichzeitig die typischen Probleme mit Spannbetonbauten, wie etwa Alterserscheinungen an Fugen oder Wasserstoffversprödung, wodurch sich Risse im Bauwerk bilden. Ein weiterer Faktor, der den Brücken zusetze, sei der zunehmende Verkehr. "Über die A 45 fahren täglich etwa 61 400 Fahrzeuge, fast 10 000 davon sind Lastwagen und Schwertransporter", sagte Deutschendorf. "Tendenz steigend", ergänzte Rühmkorf. Deshalb will das Bundesverkehrsministerium den sechsspurigen Ausbau der A 45 "mit besonderer Priorität" vorantreiben. Die neue Brücke ist auch schon auf die dafür nötige Breite ausgelegt.

Endspurt bei Talbrücke Dorlar

Im dritten Quartal diesen Jahres soll dann auch die etwa zwei Kilometer entfernte Talbrücke Dorlar auf Höhe der Anschlussstelle Wetzlar-Ost fertig werden. Einen 488 Meter langen Ersatzneubau soll auch die Talbrücke Langgöns erhalten. Da auch dort der sechsstreifige Ausbau bis zum Gambacher Kreuz Bestandteil der Planung ist, müssen mehrere Über- und Unterführungen mit erneuert werden. Das Projekt befinde sich aber noch in der Planungsphase des Vorentwurfs, erklärt Hessen Mobil auf Anfrage. Erst wenn das Hessische Verkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss erlassen hat, könne danach mit der Bauvorbereitung begonnen werden.

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