Vor allem Mitarbeiter in Notaufnahmen sind einer Studie zufolge vermehrt körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt. FOTO: DPA
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Vor allem Mitarbeiter in Notaufnahmen sind einer Studie zufolge vermehrt körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt. FOTO: DPA

Stress in der Notaufnahme

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Panikknopf, Sicherheitsdienst, Deeskalations- training. Die Kliniken in Hessen müssen sich wehren gegen aggressive Patienten und Angehörige. Am häufigsten eskaliert der Streit in einer ganz bestimmten Situation.

Schimpfwörter und Fäkalsprache, Schubsen und Spucken. Eine Umfrage unter Frankfurter Kliniken bestätigt, was eine Studie der Hochschule Fulda für ganz Hessen nahelegt: Was sich die Mitarbeiter in den rund 50 Notaufnahmen des Landes gefallen lassen müssen, ist ein Skandal. Die Hessische Krankenhausgesellschaft fordert nun, Sozialarbeiter, Mediatoren und Sicherheitspersonal einzusetzen, um das Personal zu schützen.

Lange Wartezeiten

Dass das nötig ist, "muss erkannt und akzeptiert und somit auch finanziert werden", sagte HKG-Geschäftsführer Prof. Steffen Gramminger. Man dürfe die Kliniken nicht alleinelassen. Wie es in den Notaufnahmen zugeht, kann man in der Unterlage B 419 des Frankfurter Magistrats nachlesen. Das Gesundheitsamt hatte die Kliniken der Stadt gebeten, über "Angriffe auf medizinisches Personal in den Notaufnahmen der Frankfurter Krankenhäuser" zu berichten. Die Ergebnisse wurden im November veröffentlicht. 2020 sollen die Missstände Thema einer regionalen Gesundheitskonferenz werden; ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.

Eine der wenigen Kliniken, die alle Vorfälle genau auflistet, ist die Frankfurter Uni-Klinik. Sie verzeichnete zwischen März 2017 und Februar 2018 insgesamt 544 Angriffe. Davon waren rund 18 Prozent nur körperlich oder nur verbal, der überwiegende Teil wurde als "verbale Gewalt mit aggressivem Verhalten" beschrieben. Im Klinikum Höchst "kommt es nahezu täglich zu verbalen Übergriffen", wie es in der Antwort heißt. "Der weitaus häufigste Grund sind (gefühlt) lange Wartezeiten." Besonders deutlich wird der Geschäftsführer des Clementine-Kinderhospitals, Wolfgang Heyl: "Die Problematik der zunehmenden verbalen und körperlichen Gewalt nimmt zu und verunsichert betroffene Mitarbeiter sehr. Das Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz ist insbesondere in den Bereichen der Notaufnahme nicht mehr gegeben." Das Personal werde "mit Schimpfworten und Fäkalsprache" beleidigt, berichtet Heyl. Zum einen seien das alkoholisierte Patienten, zum anderen Eltern mit Kindern, die sich über zu lange Wartezeiten beschwerten, die dritte Gruppe seien "Familienclans", die mit großer Personenstärke auftauchen und sich "oft in keiner Weise an geregelte Abläufe halten".

Dass das Thema nicht auf Frankfurt beschränkt ist, zeigt die Umfrage der Hochschule Fulda. Erste Ergebnisse wurden Anfang 2018 veröffentlicht. 51 Notaufnahmen in Hessen waren angeschrieben worden, 354 Personen hatten den Online-Fragebogen ausgefüllt. Von ihnen gaben 76 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Form körperlicher Gewalt erlebt zu haben. Bei verbaler Gewalt lagen die Zahlen mit 97 Prozent deutlich höher.

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