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Nilgänse am Mainufer. FOTO: DPA

Streit um Wildgänse flammt wieder auf

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Frankfurt- Die einen finden sie niedlich, die anderen wollen sie am liebsten vertreiben: Wildgänse, die sich auf Liegewiesen tummeln und auf Feldern satt fressen. Zurzeit schlüpfen die ersten Küken. Vor allem Nilgänse, die an ihren markanten dunklen Augenflecken zu erkennen sind, verkoten Wiesen und Wege in Parks und Schwimmbädern, auch am Frankfurter Mainufer sorgen sie jedes Jahr aufs Neue für Unmut. Wohlfühlen sich hier auch Grau- und Kanadagänse.

Um die Konflikte zu minimieren, erprobt die Stadt Frankfurt unter anderem weiter eine Sichtschutzhecke im Ostpark, die den Blick der Tiere von einer Liegewiese auf das Wasser verhindern soll - in der Hoffnung, dass die Fläche so an Attraktivität verliert. Auch ein Jäger war bereits im Einsatz, um die Gänse von Liegewiesen im Schwimmbad fernzuhalten. Dauerhaft vertreiben könne man sie allerdings nicht, sagt Vogelexperte Bernd Petri vom Naturschutzbund. Deutschland- und europaweit steige die Zahl der Vögel. "Gänse futtern gern Grünes. Auf Grünland oder Rasen weiden sie besonders gerne."

Im Frühjahr komme es dann zu Konflikten mit Menschen, die auch gerne ins Grüne wollten. Wichtig sei, sie nicht zu füttern, denn dies locke sie in die Stadt. "Das ist zwar gut gemeint, aber die Gänse gewöhnen sich daran."

In Nordhessen setzt auch das Projekt "Wildgänse im Werratal" unter anderem auf Jagd, um Nil- und Graugänse von landwirtschaftlichen Feldern zu verscheuchen. Dabei reiche es, wenige der Tiere zu erlegen, sagt der Biologe Johann David Lanz von der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Uni Gießen. Die Gänse seien relativ intelligent und merkten sich, wo Lebensgefahr drohe. Bloße Knallgeräusche reichten nicht aus. Die Gänse sollen etwa von Weizenfeldern vertrieben werden. Auf Feldern, auf denen gerade Zwischenfrucht stehe, würden sie dagegen geduldet.

Auch an Badestellen des Werratalsees seien einige Nilgänse erlegt worden. Dies sei im Winter geschehen, um den künftigen Badebetrieb nicht zu stören. Zugleich gebe es für die Gänse in der Nähe eine Ausgleichsfläche, wo sie geduldet würden. "Es wird sich diese Saison zeigen, ob das Erfolg hatte", sagte Lanz. Es gehe darum, einen Kompromiss zu finden. "Das Problem ist nicht von jetzt auf gleich zu lösen." 64 Grau- und Nilgänse seien zuletzt in einer Saison im gesamten Werra-Meißner-Kreis geschossen und anschließend verspeist worden. dpa

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