Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich. Dabei fallen große Mengen verseuchter Erde an, die es zu entsorgen gilt. FOTO: DPA
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Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich. Dabei fallen große Mengen verseuchter Erde an, die es zu entsorgen gilt. FOTO: DPA

Streit um verseuchte Erde

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Der Bau des Terminal 3 im Süden des Frankfurter Flughafens läuft nach Plan. Betreiber Fraport ist zufrieden, plant für die belastete Erde eine Lagerstätte. Für das Genehmigungsverfahren endet jetzt die Einspruchsfrist.

Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich. Während einige Parteien und die Unternehmerverbände den Ausbau des Flughafens als Wachstumsmotor begrüßen, sehen Gegner nicht nur die kommenden zusätzlichen Flugbewegungen und den Lärm kritisch. Bei dem Bauvorhaben fallen immense Mengen von mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) verseuchter Erde an. Der Flughafenbetreiber Fraport hat hierfür sicherheitshalber schon einmal ein zeitlich begrenztes Zwischenlager auf dem Areal beantragt. An diesem Freitag endet im Genehmigungsverfahren die Einspruchsfrist für die Halde.

Das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt startete am Jahresanfang das Genehmigungsverfahren für den fünfjährigen Betrieb eines Lagers für rund 600 000 Kubikmeter PFC-haltiges Material. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung müsse hierfür nicht gemacht werden. Die PFC-Belastung kommt höchstwahrscheinlich vom Einsatz von Feuerlöschschäumen auf dem ehemaligen Gebiet der Rhein-Main-Air-Base. Deponien für derart belastetes Material seien in Deutschland stark limitiert. PFC sind im Boden nicht abbaubar, können Nahrung und Trinkwasser verunreinigen und gelten als gesundheitsschädlich.

Fraport will bis zum Herbst dieses Jahres das belastete Erdreich fachgerecht auf Deponien entsorgen. 30 000 Kubikmeter PFC-belasteter Erde seien bereits abtransportiert worden, verkündete Fraport am Mittwoch. Verträge mit Deponien in Bayern, Nordrhein-Westfalen und in Ostdeutschland seien unter Dach und Fach. Die Gesamtmenge betrage 400 000 Kubikmeter.

"Wir sind zuversichtlich, dass ein Großteil des überschüssigen mit PFC belasteten Bodenmaterials bis zum Herbst abtransportiert ist", sagte der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Stefan Schulte. Stand heute gehe man davon aus, dass das beantragte Bodenlager nicht benötigt werde. "Trotzdem halten wir an dem Antrag fest, um Handlungsspielräume im Falle von Komplikationen zu haben."

Der Bau des neuen Terminals ist Fraport zufolge im Plan. Der Erdaushub lagere derzeit in der Nähe der Baustelle. Fraport rechnet insgesamt mit rund 1,2 Millionen Kubikmetern, von denen die Hälfte PFC-belastet ist.

Gegner des Flughafenausbaus und der Deponie für den Erdaushub sind skeptisch. Sie befürchten, dass aus einem Zwischenlager ein Dauerlager werden könnte.

Das geplante Zwischenlager soll in unmittelbarer Nachbarschaft der Gemeinde Mörfelden-Walldorf im Kreis Groß-Gerau entstehen. Der Kreis zeigte die Fraport AG Anfang Februar wegen illegaler Ablagerung von Bodenaushub an. Das ausgehobene Material mit einer hohen Schadstoffbelastung werde derzeit in einer Weise gelagert, die formell und materiell nicht den Anforderungen des Grundwasserschutzes und des Abfallrechtes entspreche, teilte der Kreis mit. Die Staatsanwaltschaft prüft die Anzeige derzeit.

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