Streit um neue Stromtrasse

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Frankfurt/Berlin (dpa/lhe). In Osthessen hat sich die Kommunalpolitik gegen die geplante Stromtrasse namens Suedlink gestellt. Vier Landräte veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, wonach die neue Nord-Süd-Stromleitung nicht in ihrer Region gebaut werden soll. Am Donnerstag konnten die meisten von ihnen aufatmen. Osthessen bleibt zwar verschont, aber durch den Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen führt die vorgestellte Variante, ehe sie nach Thüringen abbiegt. Die Netzbetreiber haben in Berlin ihren Vorschlag für den Verlauf veröffentlicht. Nun muss die Bundesnetzagentur entscheiden.

Frankfurt/Berlin (dpa/lhe). In Osthessen hat sich die Kommunalpolitik gegen die geplante Stromtrasse namens Suedlink gestellt. Vier Landräte veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, wonach die neue Nord-Süd-Stromleitung nicht in ihrer Region gebaut werden soll. Am Donnerstag konnten die meisten von ihnen aufatmen. Osthessen bleibt zwar verschont, aber durch den Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen führt die vorgestellte Variante, ehe sie nach Thüringen abbiegt. Die Netzbetreiber haben in Berlin ihren Vorschlag für den Verlauf veröffentlicht. Nun muss die Bundesnetzagentur entscheiden.

? Was versteht man unter Suedlink überhaupt?

Die rund 700 Kilometer lange Stromtrasse soll eine "Hauptschlagader" der Energiewende werden. Sie soll Strom aus Windkraft von der Nordsee nach Süddeutschland transportieren und so Ausfälle kompensieren, wenn bis Ende 2022 die verbliebenen Atomkraftwerke vom Netz gehen. Über den genauen Verlauf der als Erdkabel geplanten Leitung gibt es jedoch Streit. Thüringen wehrt sich dagegen, dass sie teilweise durch den Freistaat führen soll. Erfurt favorisiert einen Verlauf an Thüringen vorbei durch Hessen. Thüringen hat auch Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

? Wie sind die Reaktionen vor Ort in Osthessen?

Autobahn, Ausbau der ICE-Trasse und nun auch noch eine zusätzliche Stromleitung – die Vorstellung stößt auch hier auf Widerstand. Vier Landräte haben sich am vergangenen Dienstag gemeinsam gegen den Verlauf der Suedlink-Trasse auf ihrem Gebiet positioniert. "Durch die Vielzahl der Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre ist die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür am Limit", erklärte etwa Thorsten Stolz (SPD) aus dem Main-Kinzig-Kreis. Auch Nachteile für Natur und Landwirtschaft befürchten Stolz und seine Kollegen aus den Kreisen Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg sowie des Landkreises Fulda. Auch Bürgerinitiativen haben sich formiert. Sie setzen sich für dezentrale Energiekonzepte ein.

? Wie sieht die Stromversorgung in Hessen aus?

Nach jüngsten Daten wurden im Jahr 2017 in Hessen insgesamt 16,6 Milliarden Kilowattstunden produziert. Der Stromverbrauch war mit 36,8 Terawattstunden mehr als doppelt hoch. Hessen musste daher Strom aus anderen Bundesländern beziehen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag mit 45 Prozent deutlich vor Kohle und Erdgas. Insgesamt wurden 20,0 Prozent des hessischen Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren gedeckt.

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