Straßenbahnen der Lüfte

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Frankfurt/Darmstadt (dpa/lhe). Durch die Luft schweben statt im Stau stehen: Angesichts verstopfter Straßen und überfüllter Züge plädiert der Darmstädter Professor Jürgen Follmann für den Bau einer oder mehrerer Seilbahnen in Frankfurt. "Seilbahnen haben ein großes Potenzial", sagte Follmann, Dekan des Fachbereichs Bauingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt. Pro Stunde könnten 5000 Menschen in eine Richtung transportiert werden. "Das ist für Frankfurt in jedem Fall interessant von der Kapazität her", sagte Follmann.

Frankfurt/Darmstadt (dpa/lhe). Durch die Luft schweben statt im Stau stehen: Angesichts verstopfter Straßen und überfüllter Züge plädiert der Darmstädter Professor Jürgen Follmann für den Bau einer oder mehrerer Seilbahnen in Frankfurt. "Seilbahnen haben ein großes Potenzial", sagte Follmann, Dekan des Fachbereichs Bauingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt. Pro Stunde könnten 5000 Menschen in eine Richtung transportiert werden. "Das ist für Frankfurt in jedem Fall interessant von der Kapazität her", sagte Follmann.

Der Professor sieht mehrere mögliche Seilbahnstrecken in Frankfurt – und hat dabei einen Favoriten: eine Verbindung zwischen Commerzbank-Arena und Innenstadt. "Hier gibt es mit der anstehenden Fußball-Europameisterschaft 2024 auch einen Zielhorizont." Wichtig sei ein Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Pendler könnten ihr Auto auf dem Parkplatz des Stadions abstellen und dann durch die Luft bis zur S-Bahnhaltestelle Stresemannallee schweben.

Die Bahn könne am Main entlang weitergeführt werden und Touristen einen Blick auf die Skyline verschaffen, sagte der Professor. Würde die Linie weiter Richtung Osten gebaut, könne sie die geplante Multifunktionsarena mit großem Parkplatz am Offenbacher Kaiserlei-Kreisel und damit die Autobahn 661 einbinden. Für eine Seilbahn zwischen Offenbach und Frankfurt hatte sich bereits der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat, ausgesprochen.

Die Idee aufgebracht hatte der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main. Direktor Thomas Horn verweist auf die langwierige Umsetzung von Schienenprojekten: "Beim Bau von S-Bahnen sprechen wir von Zeitkorridoren nicht unter 30 Jahren." Urbane Seilbahnen ließen sich in wenigen Jahren errichten. Deren Kabinen seien wie kleine Straßenbahnen. "Man kann mit dem Fahrrad, Kinderwagen oder Rollator problemlos einsteigen", sagte Horn.

Ein Vorbild sei Koblenz, wo zur Bundesgartenschau 2011 eine Seilbahn errichtet wurde. "Das wird nicht unsere Verkehrsprobleme lösen, kann aber ein Baustein sein", sagte Horn. "Die Systeme sind erschöpft, da muss man jede Möglichkeit nutzen." Rund 376 000 Menschen sind im vergangenen Jahr täglich zur Arbeit nach Frankfurt eingependelt, so viele wie in keine andere deutsche Großstadt. Der Großteil ist mit dem Auto unterwegs.

Am 8. Mai plant der Regionalverband einen "Seilbahn-Tag", Studierende Follmanns sollen dann mögliche Strecken vorstellen.

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