Sterblichkeit nicht gestiegen

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Auch wenn die Zahl der Covid-19-Infektionen in Hessen weiter steigt - die Sterblichkeit insgesamt hat in Hessen trotz der Pandemie bislang nicht zugenommen.

Die hessischen Theater planen trotz der Krise für den Herbst, die Gerichte üben den Umgang mit der neuen Wirklichkeit in der Covid-19-Pandemie. Unterdessen ist die Zahl der Infektionen in Hessen erneut gestiegen.

Sterblichkeit:Die Corona-Pandemie hat in Hessen bisher nicht zu einem Gesamtanstieg der Sterbefälle geführt. "Wir sehen, dass die Sterbezahlen im unteren normalen Bereich eines milden Winters liegen", sagte Helmut Uphoff, Leiter der Infektionsepidemiologie des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen. Normalerweise würden im Durchschnitt im Sommer 150 Menschen pro Tag in Hessen sterben. Für den Winter seien 160 bis 190 Todesfälle normal. Laut Uphoff sterben seit Mitte März etwa 160 bis 170 Menschen pro Tag. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über das Thema berichtet.

Videoanhörungen für Richter:Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) fordert angesichts der Corona-Pandemie eine Ausweitung von Videoanhörungen. Diese könnten etwa im Betreuungs- und Unterbringungsrecht sinnvoll sein. "Wegen des Coronavirus sehen sich die Richter kaum mehr in der Lage, in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, privaten Wohnhäusern und sonstigen Einrichtungen die vorgeschriebenen persönlichen Anhörungen durchzuführen", erklärte Kühne-Hörmann am Donnerstag in Wiesbaden. "Zu groß ist die Ansteckungsgefahr für alle Beteiligten." Kühne-Hörmann appellierte an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), auf "die Rufe der Praxis" zu hören und die persönliche Anhörung im Betreuungs- und Unterbringungsrecht zeitlich eng befristet zu erleichtern.

Theater:Die Bühnen in Hessen bereiten sich trotz Corona-Krise so gut es geht auf die nächste Spielzeit ab September vor. Die Theaterhäuser gehen die Probleme unterschiedlich an. Aber alle hoffen, dass bald wieder gespielt werden kann. "Wir arbeiten im Konjunktiv", sagte eine Sprecherin des Theaters Darmstadt am Donnerstag. Sie versuchten zudem, Theater in digitaler Form zu ermöglichen.

Seniorenticket kann pausieren:Der Rhein-Main-Verkehrsverbund hat nun eine Regelung geschaffen, die ein Pausieren des Seniorentickets ermöglicht, wie eine Sprecherin mitteilte. "Frühester Beginn der Abo-Pause ist der kommende Montag (27. April), pausiert werden können volle Kalenderwochen von Montag bis Sonntag", sagte die Sprecherin. Die Mindestdauer einer Abo-Pause liege bei zwei Kalenderwochen. Das Abo könne maximal bis zum 5. Juli ausgesetzt werden.

Infektionen:Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Coronavirus hat sich am Donnerstag in Hessen auf 7639 erhöht. Das waren 193 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte (Stand: 14 Uhr). Die Zahl der Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um 13 auf 288.

Es werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt werden.

Disziplin:Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) warnt vor einer nachlassenden Disziplin der Menschen wegen der Lockerungen in der Corona-Pandemie.

"Jede Lockerung hat Folgen. Welche das sind, das können wir erst mit einer Verzögerung von mehreren Tagen auch in den Zahlen sehen", sagte Klose am Donnerstag dem Nachrichtenportal hessenschau.de. "Deshalb kann ich auch nur appellieren, dass alle weiterhin so diszipliniert mitmachen, wie das bisher der Fall war."

Nachtragshaushalt:Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) hat angesichts der Corona-Krise einen weiteren Nachtragshaushalt angekündigt. Der erste Nachtragsetat von Ende März habe die Entwicklung der Steuereinnahmen nicht berücksichtigen können, sagte er in einem Interview der Radiowelle hr-iNFO (Donnerstag).

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